So
22
Nov
2009
„Keine leichte Entscheidung“
Karsten Roßinski hat beim B-Ligisten SB Gladbeck die Nachfolge von Trainer-Ikone „Tuddy“ Ruhrländer angetreten. Im Interview mit Auf'm Platz spricht er über die Hintergründe.
"Tuddy" Ruhrländer muss kürzer treten.
Hallo Karsten! Du bist jetzt auch ganz offiziell Nachfolger von „Tuddy“ Ruhrländer bei SB. Wie kam es dazu?
„Bei Tuddy ging es ja aus gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr weiter, nach seiner Knieverletzung mit den ganzen Operationen und dem schlechten Heilungsverlauf. Das Training konnte er teilweise nur unter Schmerzen leiten, das darf ja kein Dauerzustand werden. Ich habe ihn schon ab dem dritten Spieltag unterstützt und gleichzeitig meine Dritte Mannschaft noch nebenher trainiert. Es war klar, dass ich bei der Nachfolge der erste Ansprechpartner sein würde. Ich habe mir die Entscheidung aber gewiss nicht leicht gemacht, denn schließlich habe ich die Dritte mit aufgebaut.“
Dein Vorgänger bleibt euch aber erhalten, oder?
„Tuddy bleibt bei Schwarz-Blau und ist nach wie vor unheimlich wichtig für den Verein. Er wird mich als sportlicher Leiter vor allem in organisatorischen Dingen unterstützen und das Bindeglied zwischen mir und dem Vorstand sein. Darüber hinaus ist er gerade dabei, unserer Jugendarbeit neue Strukturen zu geben."
Karsten Roßinski
Zum Sportlichen: Ihr steht in der B-Liga als Aufsteiger sehr gut da, schon vor Saisonbeginn haben euch viele den Durchmarsch zugetraut. Korrigiert ihr jetzt eure Ziele nach oben?
„Nein, auf keinen Fall. Wir sind natürlich sehr froh über den bisherigen Saisonverlauf, bleiben aber bei der ursprünglichen Zielsetzung des einstelligen Tabellenplatzes. Sollte es am Ende mehr werden, sagen wir bestimmt nicht Nein. Wir stehen im oberen Ligadrittel, obwohl wir viele Verletzte haben. Darunter auch so wichtige Spieler wie Maik Bader, der letzte Saison über 50 Tore geschossen hat, oder Dennis Nikolowski, der sich einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Die Spieler aus der zweiten Reihe haben diese Ausfälle bisher so großartig kompensiert, da wollen wir nicht noch unnötigen Erfolgs-Druck aufbauen.“
Mittelfristig wollt ihr die Schwarz-Blauen dennoch wieder in die A-Liga zurückführen. Wie sieht euer Konzept bis dahin aus?
„Wir wollen eine gesunde Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern schaffen. Spaß und Kameradschaft stehen dabei aber immer an erster Stelle. Wir werden keinem Spieler irgendwelche überzogene Versprechen machen, die dann sowieso nicht eingehalten werden. Es gibt genügend warnende Beispiele, wo das so praktiziert wurde, auch bei uns in Gladbeck. Diesen Fehler wollen wir nicht machen.“





