Do
12
Aug
2010
Vorschau Teil 1
Das Warten hat ein Ende. Der Ball rollt wieder unter Wettkampfbedingungen und alle fiebern dem Start entgegen. Im ersten Teil unserer Vorschau nehmen wir die NRW-Liga, Westfalenliga und Bezirksliga im Raum Dorsten genauer unter die Lupe.
NRW Liga
SV Schermbeck
Wirkliche Zufriedenheit wird es wohl nie beim SV geben. Wie in den letzten Jahren auch, droht ein mehr als wackeliger Start in die Saison. Schon früh in der Vorbereitung gab es Rückschläge. Nach dem schweren Verkehrsunfall von Pascal Odrich (er ist auf dem Weg der Besserung und wird die Uni-Klinik Essen wahrscheinlich am Wochenende verlassen können), ist an Fußball bei ihm nicht zu denken. Hinzu kam der Handbruch von Tobias Urban, der ihn wochenlang pausieren lies. Kaum genesen, zog er sich im ersten Spiel eine Schultereckgelenksprengung zu und fällt lange aus.
Nicht genug dieser schlechten Nachrichten, zogen sich einige Spieler Muskelverletzungen zu und standen nur eingeschränkt zur Verfügung. Trainer Strötzel hatte kaum Handlungsalternativen und musste permanent improvisieren. Die Wunschelf, die Strötzel gerne zum Saisonbeginn ins Rennen schicken will, stand bisher nicht einmal auf dem Platz. Keine guten Vorzeichen.
Zudem präsentierte sich die Mannschaft in ihren Leistungen eher launisch. Gerade die gestandenen Spieler mit Erfahrung und hohem Leistungspotenzial zeigten wenig Konstanz. Wo Schatten ist, ist aber auch Licht. Die rechte Offensivseite ist zurzeit vom überzeugenden Youngster Dennis Schröder besetzt, der sich berechtigte Hoffnungen auf einen Platz in der Startelf machen kann. Ebenso gut eingeschlagen hat die Stürmerhoffnung Charly Kuntz, der bereits in der Vorbereitung mit Toren glänzte.
Trotz der wenigen Lichtblicke müssen Verantwortliche und Fans Geduld mit dem SV haben. Auch zu Beginn dieser Saison geht der Focus klar in Richtung Klassenerhalt. Trainer Martin Strötzel ist mittlerweile Fachmann auf dem Gebiet dieser Problembewältigung und wird auch diese Phase meistern.
Fazit:
Diese Mannschaft muss sich erst noch finden. Bleibt der SV von weiteren verletzungsbedingten Rückschlägen verschont, ist ein Platz zwischen 8 und 12 durchaus im Bereich des Möglichen.
Westfalenliga
SV Dorsten Hardt
Sie gelten als die Unbekannte in der Liga. Bekanntlich haben es Aufsteiger in der ersten Saison nach dem Aufstieg relativ leicht die Klasse zu halten. Die Aufstiegseuphorie wird in die ersten Spiele transportiert und ist sehr oft ein willkommener Begleiter. Doch ist die Westfalenliga 1 mit namhaften Clubs besetzt. Neben dem FC Gütersloh (ehemaliger Zweitligist) wartet mit dem NRW Liga Absteiger Hammer SpVg ein weiterer Hochkaräter auf den SV. Auch Vorjahreskonkurrent FC Gievenbeck hat noch mal personell nachgelegt.
Doch muss die Schmidt-Elf sich beileibe nicht verstecken. Die Vorbereitung hat gezeigt, dass das Team nicht nur fit ist, sondern dass ebenfalls ein intaktes Miteinander auf dem Platz spürbar ist. Im Gegensatz zu seinen bisherigen Planungen hat Trainer Schmidt schon eine Woche eher mit der Vorbereitung begonnen. „Diese Liga erfordert einen höheren Aufwand als noch in der Landesliga“ weiß Schmidt, dass seine Jungs gerade im Bereich Schnellkraft und Schnelligkeit nachlegen müssen. Ein großes Plus wird sicherlich der eingespielte Kader sein. Die wenigen Abgänge wurden nicht nur adäquat ersetzt, sondern gezielt mit Verstärkungen ergänzt. Eigentlich eine gesunde Kombination auch weiterhin attraktiven Fußball an der Storchbaumstraße zu sehen.
Der Sportliche Leiter auf der Hardt Dieter Pannebäcker merkte schon kurz nach dem Aufstieg an: „Wir werden sicherlich auch das eine oder andere Mal was auf die Mütze bekommen.“ Seine Worte sind ganz bestimmt nicht realitätsfremd. Eher zutreffend. Doch in Anbetracht des intakten Gesamteindrucks der Mannschaft, ist dem SV ein solider Mittelfeldplatz zuzumuten.
Fazit:
Sollte der Start in die Saison gelingen wird die Aufstiegseuphorie die Schmidt-Elf weiter tragen. Am Ende der Saison ist ein guter Mittelfeldplatz möglich. Die Qualität ist vorhanden, der Kader durchgehend stark besetzt.
Bezirksliga
BVH Dorsten
In Holsterhausen laufen die Uhren eigentlich jedes Jahr gleich. Spieler mit Potenzial haben die „Gabmeiersche-Schule“ durchlaufen und starten in anderen Vereinen weiter durch. Lukas Nolte ist so ein Kandidat, den es zum Ligakonkurrenten nach RW Deuten zog. Ebenfalls ins Gewicht fällt der Verlust von Jan Pohlmann, der für den FC Rhade vor den Ball kickt.
Doch jammern zählt nicht am Waldsportplatz. Jedes Jahr finden neue, talentierte A-Jugendliche den Weg in das Team. Sie zu integrieren ist auch der Job der Altgedienten. Kapitän Kim Welter und Sascha Mahlitz müssen die jungen Spieler führen und ihnen zeigen, dass sie ein Mosaikstück dieser Mannschaft sind.
Neben einer bescheidenen Vorstellung bei den Stadtmeisterschaften, gehört sicherlich der müde Pokalkick beim B-Ligisten TuS Sythen zu den Negativereignissen beim Bezirksligisten. Diese stehen im Kontrast zu den ansehnlichen Spielen gegen höherrangige Gegner. Das Auftreten gegen die Spvgg. Erkenschwick und den SC Hassel sorgten aber wieder für einen zufriedenen Gesichtsausdruck beim Chefcoach Gabmeier.
Fazit:
Der BVH wird auch in dieser Meisterschaftsrunde einen einstelligen Tabellenplatz belegen. Da diese Liga gerade in der Spitze Top besetzt ist, hängen im oberen Tabellendrittel die Trauben hoch. Den Spitzenteams ein Bein stellen, dazu ist das Team sehr wohl in der Lage.
RW Deuten
Eine Umfrage untern den Trainer der Bezirksliga hat ergeben, dass zwei Übungsleiter der Ansicht sind, die Rot-Weißen reden bei der Titelvergabe ein Wörtchen mit. Mehrere andere sehen das Bahndamm-Team unter den ersten fünf der Liga einlaufen. Lobesbekundungen, die man in Deuten gerne von sich weist.
Der Kader hat ohne Zweifel Bezirksliganiveau. Gerade die Testspiele gegen SV Hardt und Viktoria Heiden haben gezeigt, dass diese Mannschaft in allen Mannschaftsteilen harmoniert.
Wie weit es am Ende in der Tabelle nach oben geht, ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer einzuschätzen. Ein einstelliger Platz ist die Zielvorgabe für das Hellekamp-Team, so hätten es gerne die Verantwortlichen beim RWD.
Sollte das Verletzungspech nicht vehement zuschlagen, ist der Aufsteiger sicherlich ein Kandidat im oberen Tabellendrittel. Wird die Euphorie das Team um Kapitän Tobi Winter gleich in den ersten Spielen tragen, ist ein Festsetzen in der Ligaspitze realistisch. Gerade die Testspiele gegen SV Hardt und Viktoria Heiden haben gezeigt, dass dieses Team in allen Mannschaftsteilen harmoniert.
Fazit:
Eine eingespielte Mannschaft mit Perspektive hat immer das Zeug oben mitzuspielen. Platz 4-7 ist eine Platzierung, die dem Leistungspotenzial des Aufsteigers entspricht. Aber nur, wenn das Verletzungspech einen Bogen um den Bahndamm macht.






