Di
31
Aug
2010
Der Aufschwung kündigt sich an
Schon seit Jahren wird von der hiesigen Lokalpresse der Abgesang auf den Bottroper Fußball angestimmt. Der allgemeinen Depression wollen wir entschlossen entgegentreten und schauen uns ein bisschen um. Ein kleines Fazit nach drei Spielen, von der Bezirksliga bis zur Kreisliga C.
Bezirksliga
Der VfB Kirchhellen setzte am vergangenen Wochenende ein echtes Ausrufezeichen. 8:0 (!) siegte die Mannschaft von Trainer Jörg Kulms gegen den BV Rentfort. Der Gast aus der Nachbarstadt wurde durch dieses Ergebnis jäh auf den Boden der Tatsachen geholt, denn zuvor gewann der Aufsteiger seine beiden Partien. Wenn die Kirchhellener ihre Auswärtsschwäche in diesem Jahr ablegen können, bleibt der Traum von der Landesliga zumindest in Griffnähe. So langsam greifen die von Kulms installierten Mechanismen.
Über drei Zähler freute sich auch der VfB Bottrop. Im Jahnstadion konnte der erste Sieg beim 2:0 über den TSV Bruckhausen gefeiert werden. „Endlich“, atmete Trainer Ralf Quabeck auf, denn die Vorzeichen standen nicht gut. Durch die langzeitverletzten Sascha Bartsch und Daniel Späth fehlen zwei Stammspieler und Leistungsträger langfristig. Trotzdem gelang der Coup – das spricht für die Mannschaft und endlich stand hinten mal die Null. Auch Dank des klasse Torhüters Marco Rinski, ein Talent, das langsam an die Bezirksliga herangeführt wurde. Um wirklich in Sachen Aufstieg mitzureden ist der Kader im Jahnstadion zu dünn besetzt, aber um den Klassenerhalt zittern muss der VfB bestimmt nicht.
Gleiches gilt auch für Barisspor Bottrop. Die stehen nach einem miserablen Start mit nur einem Zähler zwar vorerst im Tabellenkeller, aber die spielerische Klasse von Yergök, Eyiusta, Tuna und Co. setzt sich schon bald durch. Und man darf nicht vergessen, dass die vielen türkischen Spieler momentan durch die Fastenzeit nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte sind.
Das Bezirksliga-Quartett komplettiert der Aufsteiger SV Rhenania. Nach einigen Rückschlägen – vor allem im Pokal – ist die Mannschaft von Dirk Rovers wachgerüttelt worden. Am Sonntag durfte der erste Sieg in der neuen Liga bejubelt werden – man darf sicher sein, eine gute Mannschaft und ein guter Trainer sind Garant für den Klassenerhalt.
Kreisliga A
In der Kreisliga A haben sich die Spieler von Dostlukspor den direkten Wiederaufstieg auf die Fahnen geschrieben. Keine Frage, die Mannschaft von Trainer Nuh Arslan verfügt über excellente Spieler. Zwei Dinge jedoch müssen verbessert werden: Die eklatanten Fehler in der Abwehr müssen abgestellt werden und der Sturm muss die Chancen kaltschnäuziger nutzen. Klappt dies, sind die Männer aus dem Volkspark kaum aufzuhalten.
Eine tolle Siegesserie legt momentan auch der Aufsteiger SV Fortuna hin – drei Spiele, neun Zähler – Trainer Mevlüt Ata arbeitet gewohnt erfolgreich. Klar, die Euphoriewelle rund um Rheinbaben wird immer größer . Und ehrlich gesagt auch zu Recht. Nur wer Träume und Visionen hat, kann große Ziele erreichen. Fortuna muss man erst einmal schlagen. Das haben in der vergangenen Saison 15 Mannschaften jeweils zwei Mal probieren dürfen – ohne Erfolg. Für diese junge Truppe darf und wird die Kreisliga A nicht Endstation sein.
Endlich Ruhe und Kontinuität im Verein ist ab sofort beim SV Vonderort, denn mit Hartwig Jondral wurde ein ausgewiesener Fußballfachmann verpflichtet, der seine Kompetenz schon bei anderen Vereinen unter Beweis stellen konnte. Um den Klassenerhalt gezittert wird in diesem Jahr am Wienberg nicht.
Und noch ein Verein in der Kreisliga A ist endlich in sicherem Fahrwasser unterwegs: der TSV Feldhausen. Der neue Übungsleiter Peter Rommeswinkel haucht den Männern von der Marienstraße nämlich ganz neues Selbstbewusstsein ein. Offensiv werden die Gegner nun bezwungen – das ist neu und verjagt die Ängste um den Klassenverbleib.
Kreisliga B
Gleich vier Eisen hat die Sportstadt Bottrop in der Kreisliga B in der Glut. Während die Reserve des SV Fortuna es momentan der ersten Mannschaft gleichtut und einfach erfolgreich spielt (drei Siege) kämpfen in Gruppe 2 der B-Liga drei Bottroper Teams um den Aufstieg: BW Fuhlenbrock, SV Vorwärts und SV 1911. Den gefestigsten Eindruck hinterlassen bislang die Spieler des SV Vorwärts, die mit Trainer Ralf Höner einen wahrlich positiv „Fußball“-verrückten an der Seitenlinie haben. Ebenso gut aufgestellt sind die Blau-Weißen aus Fuhlenbrock, die mit Kunst- und Naturrasenplatz keinesfalls in der B-Liga dümpeln dürfen sowie der SV 1911, der mit Trainer Rolf Briele in der Erfolgsspur bleibt.
Kreisliga C
Die ambitionierten Vereine in der Kreisliga C hatten in erster Instanz erst einmal Losglück. Die Erstvertretung der RW Welheimer Löwen, die Ruhrpott Kicker und Polonia Bottrop spielen jeweils in unterschiedlichen C-Liga-Gruppen. Der Start war bei allen drei Teams verheißungsvoll. Vielleicht schaffen ja alle drei den Sprung in die B-Liga.
Kommentare: 5
-
#1
Ganz schön schwach auf der Brust dieser Artikel......
Wo kündigt sich denn da bitte aufschwung an?
In der schlechtesten Liga Deutschlands haben 3 Vereine nen guten Start hingelegt, wow....
In der zweitschlechtesten Liga Deutschlands treibt sich der größte Teil der Bottroper Sportelite rum, absolute Spitze....
In der drittschlechtesten Liga Deutschlands gibt es außer Fortuna und Dostlukspor keinen Verein, der in absehbarer Zeit den Sprung in die Bezirksliga schaffen könnte. Ebel wird zerschossen wie sonst wat, mit der "Ruhe" in Vonderort wird es bei ausbleibendem Erfolg auch ganz schnell vorbei sein...
So und in der höchsten Bottroper Spielklasse müssen alle Mannschaften gucken, dass man nicht absteigt - fertig -
ich weiß beim besten Willen nicht wo da ein Aufschwung in der "Sportstadt" Bottrop erkannt wurde....... -
#2
und du bist tennisspieler?
-
#3
Ist doch gut, wenn Werbung für den Bottroper Fußball gemacht wird.
-
#4
Ich überlege auch gerade welchen Aufschwung der Verfasser meint.Alle Bezirksligisten werden in absehbarer Zeit wieder absteigen über den Rest der Vereine darunter lohnt es sich garnicht
nachzudenken. -
#5
Na gut, dann können ja alle Kreisliga-Mannschaften ihren Betrieb einstellen.
Ich wage zu prognostizieren, dass es in diesem Jahr in Bottrop mindestens zwei Aufsteiger mehr als Absteiger geben wird, was ligenunabhängig einen Aufschwung bedeutet. Sicherlich wäre es schön, wenn der ein oder andere Verein langsam wieder in Richtung Landesliga schielen könnte, aber ich traue den Bezirksligisten in jedem Falle zu, sich stabil in der Liga zu halten.
Zudem ist nicht nur vom sportlichen Aufschwung im allgemeinen zu reden, auch infrastrukturell tut sich endlich was - siehe die neuen Platzanlagen von Rhenania und Fuhlenbrock. Hat man erstmal solche Voraussetzungen geschaffen, lässt sich in den Vereinen längerfristig planen.
Und auch wenn einzelne Vereine weiterhin Probleme haben, teilweise sogar mit weiteren Fusionen geliebäugelt wird, staht für mich außer Frage, dass der bottroper Fußball sich grüßtenteils endlich wieder in die richtige Richtung bewegt. 









