Do
13
Jan
2011
Vom BV Rentfort in die Champions League?
Fotoquelle: Homepage FC Schalke 04 (www.schalke04.de)
Julian Draxler, ein Gladbecker Junge startet durch
Der erst 17-Jährige Mittelfeldspieler steht seit Wochen im Fokus der nationalen Presse und was vielleicht noch nicht alle Auf’m Platz Leser wussten: Draxler ist ein Gladbecker Junge, schnürte zum ersten Mal seine Fußballschuhe für den BV Rentfort als er fünf Jahre jung war. Dass Magath sich solch ein Urteil über Draxler machen kann, liegt ganz einfach daran, dass der junge Gladbecker seit einigen Wochen mit den Profis des Vize-Meisters trainiert.
Julian Draxler spielt für den FC Schalke 04
Mit Nils Zander ist er nur einer von zwei A-Jugendspielern, die mit in das 14-tägige Trainingslager der Profis im türkischen Belek fahren durften. Draxler wusste zu überzeugen. 68 Minuten im ersten Testspiel am 7. Januar gegen den aktuell türkischen Tabellenführer Trabzonspor. 46 Minuten im zweiten am 9. Januar gegen Karabükspor, ebenfalls türkischer Erstligist. Und im dritten Testspiel am 12. Januar gegen den dritten türkischen Erstligaverein in kürzester Zeit, Eskisehirspor, wurde Draxler für niemand Geringes als Weltstar Raul in der Halbzeit eingewechselt. Auf die Frage hin, ob Draxler nach dem Trainingslager in der Heimat einen Profivertrag bekommt, antwortet Magath vielversprechend: „Kann gut sein.“ Es wäre wahrscheinlich der bisher größte sportliche Erfolg, den der Gladbecker in seiner noch so jungen Karriere zu verzeichnen hätte. „Trotz seiner Jugend ist er sehr weit, was den Spielrhythmus angeht. Er ist sehr konzentriert und nicht leichtfertig oder unüberlegt. Alles was er macht, hat Hand und Fuß. Ballannahme und Ballmitnahme sind vorbildlich, da ist er weiter als mancher Profi. Er spielt frech und hat Selbstbewusstsein. Und er bringt den richtigen Zug zum Tor mit. Man merkt ihm in jeder Phase des Spiels an, dass er treffen will. Deswegen ist er für jeden ein unangenehmer Gegenspieler“, so Magath in einem Interview mit sport.freenet.de.
Dass Draxler ein so großes Talent hat, wusste Hubert Hengstermann schon vor mehr als zwölf Jahren. „Schon in der damaligen Mini-F-Jugend war es abzusehen, dass Julian ein großes Talent besitzt. Er hatte schon damals eine super Technik“, verrät der heutige Jugendleiter vom BV Rentfort, im Gespräch mit Auf’m Platz Redakteur Raphael Wiesweg. „Ich bin mit Julians Familie eng befreundet, ich kenne ihn seit seiner Geburt und ich habe Julian immer nur mit einem Ball am Fuß gesehen, das war sein größer Freund“, erinnert Hengstermann sich zurück. „Er hat damals schon auf dem Spielfeld alle schwindelig gespielt und vor dem Tor aber trotzdem noch einmal quer gespielt, das zeigt doch wahre Größe. Er war und ist noch nie ein Egoist gewesen.“ Die sportlichen Gene hat der Jüngste in der Familie Draxler vielleicht auch von seinem Vater geerbt. Hans-Jürgen „Abu“ Draxler war selbst ein erfolgreicher Fußallspieler – beim FC Schalke 04! Sein größter Erfolg war der Einzug in das Finale der Deutsche A-Jugendmeisterschaft 1980, wo „Abu“ mit 1:2 gegen Waldhof Mannheim nur knapp verlor. „Bis dahin hatte „Abu“ immer nur Erfolg, für ihn ging es steil bergauf. Vielleicht hat Julian diese Mentalität auch schon verinnerlicht“, erzählt Hengstermann, der mit „Abu“ Draxler am selben Arbeitsplatz sein Geld verdient und damit den besten Draht zur Familie Draxler zu haben scheint. Fußballerisches Talent reicht heutzutage aber meistens nicht mehr aus. Zu viele hochgelobte Talente versagen oft unter dem großen Druck. Doch daran verschwendet Hengstermann keinen Gedanken. „Was mich sehr optimistisch stimmt, ist, dass das Gesamtpaket zu stimmen scheint. Julian wuchs in einem tollen Elternhaus auf, die Eltern sind sehr nett und unglaublich umgänglich. Dazu kommt noch, dass Julian in der Schule super Leistungen auf dem Gymnasium bringt. Er ist in allem sozusagen eine Vollgranate. Er hat es nicht nur im Fuß, sondern auch im Kopf. Deswegen habe ich große Hoffnungen und traue ihm in den nächsten Jahren auch den Sprung in die Bundesliga und vielleicht noch mehr zu“, schwärmt Hengstermann. Das Talent hat sich definitiv schon herum gesprochen. Und auch wenn Julian erst im September diesen Jahres volljährig wird, so hat er mit Roger Wittmann schon einen nicht unbekannten Berater an seiner Seite. Kevin-Prince Boateng, Jermanine Jones, Kevin Kuranyi, Rafinha, Sejad Sahilovic, Marcel Schmelzer, Tobias Weiß und Tim Wiese, um nur einige Spieler zu nennen, sind Akteure die mit „ROGON“ eine Managementvereinbarung abgeschlossen haben, zu denen Julian Draxler nun auch gehört.
Trotz des schon früh einsetzenden Erfolgs scheint Julian Draxler aber auch nicht seine Wurzeln zu vergessen. „In den letzten Monaten hatte er natürlich sehr wenig Zeit. Aber wenn er die hat,
kommt er immer wieder gerne gucken, zuletzt kann ich mich an den Herbst erinnern, wo er da war.“ Bisher ist es Hengstermann noch nicht gelungen, Draxler wieder für den BVR zurück zu gewinnen.
„Wenn er da ist, frage ich nach jedem Spiel unserer Mannschaft, ob er nicht doch wieder zu uns will“, erzählt Hengstermann mit einem breiten Grinsen. „Er sagt dann immer lachend, dass er mit 35
zurückkommt.“ Wer weiß, wo J. Draxler dann schon spielt. In den nächsten Jahren sieht Hengstermann ihn aber beim FC Schalke 04. „In den letzten Wochen und Monaten hat das Ganze ja sehr viel an
Dynamik gewonnen, auch durch das Interesse von der Borussia aus Dortmund. Aber Julian ist Schalker durch und durch. Er hat fast die komplette Jugend von Schalke durchlaufen und für so einen
jungen Spieler ist es bestimmt nicht verkehrt, erst einmal dort zu bleiben und Fuß zu fassen. Deswegen glaube ich absolut nicht, dass Julian zu Dortmund wechseln könnte.“ Wenn Draxler allerdings
in den nächsten Jahren sich noch steigert, weiß niemand, wohin es ihn führt. „In ein paar Jahren kann ich mir das schon vorstellen, dass er wechselt. Aber das ist alles Zukunftsmusik. Wir
genießen alle den Moment, weil wir es ihm gönnen. Er ist ein unglaublich toller Junge und ich als Jugendleiter bin auch unheimlich stolz darauf, dass wir einen Bundesligaspieler mal in unserem
Verein hatten.“
Der Name Draxler ist in Gladbeck allein schon durch den Vater sehr bekannt. „Abu“ geisterte schon vor Jahrzehnten in den Köpfen der Gladbecker. Der ältere Sohn Patrick spielt ebenfalls guten
Fußball, mittlerweile beim SC Hassel in der Westfalenliga. Julian Draxler setzt dem Ganzen aber noch einmal die Krone auf: „Ich kann mich in den letzten 20 Jahren nicht daran erinnern, dass wir
in Gladbeck einen noch besseren Fußballer hatten oder haben, als Julian“, versucht Hengstermann sich zurück zu erinnern und schaut dann zufrieden drein. Mit der Gewissheit, dass der Name Draxler
immer auch in Verbindung mit dem Namen Rentfort stehen wird.
Das Auf´m Platz Team drückt dem Gladbecker Julian Draxler die Daumen, dass er sportlich in der Beletage des Fußballs Fuß fassen kann und man ihm dann vielleicht doch eines Tages in der Champions League gegen die weltbesten Fußballer zusehen kann.
Ein Dank gilt hier vor allem den aktuellen BVR-Jugendleitern Hubert Hengstermann für die Informationen und Joachim Tautz für das zur Verfügung stellen der beiden Fotos.
ANMERKUNG: Eine Weiterverwendung der Fotos ist nur NACH Genehmigung der Auf´m Platz Redaktion sowie des Vereins BV Rentfort zulässig!
Text: Raphael Wiesweg
Bilder und Umsetzung: David Wirsch
Kommentare: 9
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#1
sauber der jule !! der machts!
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#2
Der Junge packt es ;)
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#3
Geiler Bericht! Danke!
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#4
vielleicht kommt er ja nach dortmund^^
würde ihn noch sympathischer machen ;) -
#5
Das denke ich nicht :-)
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#6
Er sollte den Verein wechseln xD
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#7
Ihn persönlich wünsche ich alles Gute und viel Erfolg!!!Schalke wünsche ich die PEST!!!
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#8
habe heute gelesen.Das der BVB an interesse hat ?
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#9
EIn Riesentalent ;D
Der Junge geht sei weg ;)
Ne Podi ^^ 





