Fr
20
Mai
2011
"Wir Vereine müssen mehr machen!"
Im Interview mit dem 1. Vorsitzenden von Adler Ellinghorst, Jörg Waschkewitz, konnte sich Auf'm Platz Redakteur Raphael Wiesweg ein Bild von den vielen Umbaumaßnahmen in und um den Verein vom KRÖGER Park machen. Neben dem neuen Vereinsheim, sprach Waschkewitz über Miguel Pereira, die aktuelle Saison, die Gladbecker Vereine und verriet, wer neuer Trainer der zweiten Mannschaft wird - die übrigens trotz des sportlichen Abstiegs der Kreisliga B wohl erhalten bleiben wird.
Präsentiert von:
Von Raphael Wiesweg
Auf'm Platz: Hallo Herr Waschkewitz, startklar für das Wochenende?
Waschkewitz: Ja, ich denke, dass es ein tolles Wochenende wird. Auch, wenn wir zu unterschiedlichen Zeiten in Richtung Berlin aufbrechen, so werden viele Gladbecker dort zugegen sein.
Auf'm Platz: Also wird nicht mit der dritten Mannschaft der Aufstieg gefeiert?
Waschkewitz: Leider nein. Aber ich glaube, dass auch so genügend Menschen in den KRÖGER Park finden und mit der Mannschaft feiern werden.
Auf'm Platz: Aufstieg der dritten Mannschaft, ein neues Vereinsheim, ein ehemaliger Bundesligaprofi demnächst Trainer der ersten Seniorenmannschaft - eine, wie es scheint, erfolgreiche Saison in Ellinghorst.
Waschkewitz: Nur teilweise. Die erste Seniorenmannschaft hat keine gute Saison gespielt. Es ist mir immer noch schleierhaft, wie es dazu kommen konnte. Die zweite Mannschaft steigt ab, auch, wenn Oli (Oliver Colovic, Spielertrainer Adler III, die Red.) von sich aus angeboten hat, dass die Dritte trotz Aufstieg dann in der Liga C bleibt und die zweite Mannschaft somit weiter in B spielen werden darf. Aber wir haben tatsächlich einiges auf die Beine gestellt. Nicht nur die Verpflichtung von Miguel Pereira macht uns stolz, sondern auch das Vereinsheim, das hier bis Oktober entstehen soll. Es gibt nicht viele Gladbecker Vereine, die einen Kredit bei der Bank kriegen würde. Die meisten werden direkt wieder heraus gebeten.
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"Flöhe zusammenhalten"
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Auf'm Platz: Das Vereinsheim ist in der Tat ein großes Projekt, das viel Geduld, aber vor allem auch finanzielle Unterstützung erfordert. Wie stellt ein eher so kleiner Verein wie Adler Ellinghorst mit so wenig Mitteln so etwas auf die Beine?
Waschkewitz: Das stimmt, viel Geld haben wir nicht. Die Mannschaft hat auch nur ihre Mannschaftskasse. Wir haben deswegen den Förderverein gegründet und konnten ein paar Sponsoren für uns gewinnen. Den Kredit haben wir dann von der NRW-Bank in Münster bekommen, der von der Volksbank hier in Gladbeck überwacht wird. Am wichtigsten war einfach, dass wir all' unsere Flöhe zusammenhalten, was Ellinghorst macht. Im Prinzip sind wir hier alle wie eine große Familie.
Auf'm Platz: Trotzdem ist das bestimmt auch nicht das Ende der Fahnenstange. Welche Ziele hat Adler Ellinghorst sich gesteckt?
Waschkewitz: Richtig, Stillstand bedeutet ja auch Rückschritt. Am liebsten würde ich jedes Jahr neue Jugendmannschaften installieren. Doch das ist sehr schwierig. Außerdem müssen wir uns vielleicht auch gezielt verstärken. Es ist ja noch nicht klar, welche Spieler in welcher Mannschaft spielen. Denn Miguel (Miguel Pereira, neuer Trainer der ersten Mannschaft, die Red.) hat einige Spieler beobachtet, die das Potential für die Kreisliga A haben.
Auf'm Platz: Nach Trainern müssen Sie ja nicht mehr suchen. Auch nicht mehr für die zweite Mannschaft.
Waschkewitz: Mit Miguel haben wir ja schon lange einen Ersatz für Franco (Franco Busu, verlässt als Trainer die erste Mannschaft nach der Saison Richtung Schaffrath, die Red.) gefunden. Bei der dritten Mannschaft wird sich im Trainerstab nichts tun. Und diese Woche konnten wir dann auch einen neuen Trainer für die zweite Mannschaft präsentieren.
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Maike Kuschel sollte schon letztes Jahr kommen
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Auf'm Platz: Und darf die Presse den Namen auch schon erfahren?
Waschkewitz: Es wird Maike Kuschel. Er war zuletzt Torwarttrainer beim Westfalenligist SC Hassel. Er ist mein absoluter Wunschkandidat. Ich wollte ihn eigentlich schon letztes Jahr für die A-Jugend verpflichten, da hat es noch nicht geklappt. Letzten Montag hat er jetzt zugesagt, worüber ich mich sehr freue, da unsere Vorstellungen vollkommen übereinstimmen, was die Planungen für die nächsten Jahre angeht.
Auf'm Platz: Sie sagen Jahre. Ist Adler Ellinghorst seiner Linie nicht treu geblieben? Sonst bekamen die Trainer immer nur einen Ein-Jahres-Vertrag.
Waschkewitz: Mike Kuschel hat auch nur einen Ein-Jahres-Vertrag bekommen. Bei Miguel haben wir eine Ausnahme auf sein Verlangen hin gemacht. Miguel hat einen Zwei-Jahres-Vertrag bekommen.
Auf'm Platz: Ist Peter Stiller (Trainer der zweiten Mannschaft, die Red.) aus freien Stücken gegangen oder ist er gegangen worden?
Waschkewitz: Das war eine harte Saison für ihn. Er kam schon vor vier Monaten zu mir und erzählte, dass er die Mannschaft nicht mehr erreichen würde.
Auf'm Platz: Warum haben Sie sich nach dieser Aussage nicht von ihm getrennt?
Waschkewitz: Ich tue mich mit Trainerentlassungen sehr schwer. Außerdem waren wir aller fest davon überzeugt, dass wir das Ruder noch umreißen können. Hier in Ellinghorst gehen wir zudem immer nur in aller Freundschaft auseinander. Vieles lief auch gegen Peter, ihm wurde es oft sehr schwer gemacht.
Auf'm Platz: Wenn er das dann überstanden hat, warum macht er dann nicht noch weiter?
Waschkewitz: Ich habe lange gezögert und ich glaube Peter wollte auch zuerst weitermachen. Er hat dann gemerkt, dass wir uns Gedanken über eine Trennung machen. Er kam mir glaube ich nur ein paar Minuten zuvor, als er aus freien Stücken dann entschied, nach dieser Saison bei Adler Ellinghorst als Trainer aufzuhören.
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Peter Stiller wollte theoretisch weitermachen
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Auf'm Platz: Was hat den Ausschlag für die Verpflichtung von Miguel Pereira gegeben?
Waschkewitz: Er ist ein richtiger Typ, er arbeitet akribisch und hart. Er ist zwar kein Mann der lauten Töne und legt trotzdem sehr viel Wert auf Disziplin. Wir haben die gleichen Vorstellungen davon, wie das Team angepackt werden muss. Außerdem war er begeistert davon, wie wir ihm Informationen über die Mannschaft geben konnten.
Auf'm Platz: Was kann man sich darunter vorstellen?
Waschkewitz: Andreas Knittel (Marketing und PR Adler Ellinghorst, die Red.) und ich haben mit einem Programm von Andreas Stärken und Schwächen der Spieler zusammengestellt. Vor-, Nachteile und der Charakter jedes Spielers. Nach ein paar Wochen sprach er schon die ersten Spieler mit Namen an, das war beeindruckend.
Auf'm Platz: Also ist bei Adler Ellinghorst alles in bester Ordnung?
Waschkewitz: Nein, das stimmt natürlich auch nicht. Auch wir müssen oder können noch viel machen oder bewegen. Allein in der Jugend hat Gladbeck viel nach- bzw. aufzuholen.
Auf'm Platz: Wie meinen Sie das?
Waschkewitz: Vor einigen Jahren waren bei der A-Jugend-Stadtmeisterschaft mal 16 Teams am Start. Jetzt sind es nur noch vier und es kommen 20 Zuschauer. Das kann es nicht sein. Da sind alle Vereine in Gladbeck gefragt. Wir Vereine müssen mehr machen, damit Gladbeck weiter aufholt.
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Waschkewitz!
Kommentare: 2
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#1
Sehr schöner Bericht von einen sympathischen Verein! Das die Dritte nicht aufsteigen wollte, stand anscheinend schon ziemlich früh fest!!! Ob das für alle die beste Lösung ist wird sich noch zeigen ;)
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#2
Ich behaupte mal ja





