Mo

13

Jun

2011

"Die Kleinen wurden wieder übergangen"

Im Gespräch mit Auf'm Platz-Redakteur David Wirsch macht Volker Dyba, Fachschaftsleiter Fußball in Gladbeck, seinem Ärger über die anstehende Spielklassenstrukturreform deutlich Luft und findet teilweise drastische Worte. Dabei geht es ihm grundsätzlich um die Art und Weise, wie diese Reform zu Stande gekommen ist, nicht unbedingt gegen die Änderung an sich.

Von David Wirsch

Spielklassenstrukturreform

Mitte März verabschiedete die "Ständige Konferenz" des FLVW die Änderung der Spielklassen. Somit wird die erst vor wenigen Jahren installierte NRW-Liga wieder aufgelöst und unter der Regionalliga wird eine fünfte Spielklassenebene mit einer Staffel mit mindestens 18 Vereinen (Oberliga Westfalen) angeordnet.

Diese Änderung hat Auswirkungen auf die folgenden unteren Ligen bis hin zur Bezirksliga. So gibt es unter der Oberliga die Westfalenliga (zwei Ligen) mit jeweils 16 Vereinen. Darunter folgen vier Landesligen (vorher waren es fünf), ebenfalls mit jeweils 16 Vereinen sowie zwölf statt bisher 15 Bezirksligen mit jeweils 18 Vereinen.

Aufgrund dieser drastischen Änderung (dazu später mehr) findet Volker Dyba deutliche Worte. "Ich habe nichts gegen eine Strukturanpassung, aber ich kritisiere stark die Art und Weise, wie diese Änderung beschlossen wurde", zeigt sich Dyba zwar offen für Änderungen, erwartet aber so etwas wie Demokratie und die Einbeziehung der vermeintlich Kleinsten (Bezirksliga) bei solch einschneidenden Maßnahmen. "Es gibt Proteste gegen diese Reform und das nicht nur von meiner Seite aus", so der Faschaftsleiter und führt an: "Diese Entscheidungen, es war ja nicht das erste Mal, werden von oben herab geleitet, die Kleinen wurden wiederholt nicht gefragt. Hinzu kommt, dass von Seiten des FLVW behauptet wurde, dass man bei dieser Entscheidung hätte mitdiskutieren können", versucht Dyba etwas Sarkasmus hineinzubringen und fügt hinzu: "Es wurde uns gesagt, dass es angeblich ein Internetforum zur Diskussion gibt. Allerdings war dies kein Forum, sondern man konnte nur seine Meinung via E-Mail äußern. Damit versucht man doch jeglichen Gegenwind rauszunehmen, da Außenstehende nicht die Meinung anderer Außenstehender lesen können", konstatiert Dyba. "Verarschen kann ich mich alleine, denn sowas ist in meinen Augen keine Diskussion", findet Dyba drastische Worte. "Ich habe nichts gegen Änderungen, diese muss man sicherlich gehen, doch ich wehre mich strickt gegen diese Gutsherrenart im Verband."

 

Die Äußerung des Verbandes zur Zielsetzung dieser Idee/Reform ringt Dyba nur ein Kopfschütteln ab: "Uns wurde mitgeteilt, dass mittels dieser Änderung die unteren Ligen aufgewertet werden sollen. Wenn das der Sinn der Übung ist, dann herzlichen Glückwunsch", flüchtet Dyba sich wiederholt in Sarkasmus. "Für die Vereine in den Bezirksligen wird es nun ein Hauen und Stechen geben", spricht Dyba die Auswirkung dieser Reform an. Dadurch, dass die Bezirksligen von 15 auf zwölf abgespeckt werden, steigt natürlich auch die Anzahl der Absteiger. Auch, wenn versucht wurde, dies durch die Aufstockung der Bezirksligateilnehmer (von 16 auf 18 Teams) etwas aufzufangen, werden vier bis sechs Teams absteigen. "Für die Vereine, die hart gearbeitet haben, um in die Bezirksliga zu kommen, ist es knüppelhart", spricht Dyba die hohe Anzahl der Absteiger an und fügt hinzu: "Es gibt nun weitere Fahrten und zwei Spiele mehr pro Saison. Das ist einfach nicht durchdacht."

 

"Warum müssen Bezirkliga-Staffeln gekürzt werden?", fragt Dyba zum Abschluss. "Das muss mir mal einer erklären", so sein Schlusstenor.

 

 

Auf'm Platz bedankt sich bei Volker Dyba für die Einblicke in die kommende Strukturreform. Schließlich sind mit dem BV Rentfort und dem FC Gladbeck zwei Teams aus Gladbeck unmittelbar von dieser Reform betroffen.  

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Kommentare: 1

  • #1

    Tuddy (Dienstag, 14 Juni 2011 10:52)

    Kann dem nur zustimmen.Gut geschrieben!

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