Mo

18

Jul

2011

"Es geht um Leistung"

Am Wochenende traf sich Auf’m Platz sich mit den beiden Trainerneulingen des BV Rentfort zu einem Doppel-Interview. Marc Schäfer (BVR I) und Rolf Krause (BVR II) gaben Einblicke in ihr neues Trainerdasein, ihre Berufung ins Traineramt, über ihre Ziele und den Erfolgsdruck in der kommenden, schwierigen Saison.

Von Daniel Thiele

Interview mit Marc Schäfer und Rolf Krause

Marc "Dolly" Schäfer und Rolf "Rolli" Krause vom BV Rentfort

Marc und Rolf, ihr seid beide zum ersten Mal Trainer einer Seniorenmannschaft. Wo seht ihr die Unterschiede zum Jugendbereich, aus dem eure ersten Trainererfahrungen stammen?

Schäfer: Im athletischen Bereich sind die größten Unterschiede zu erkennen. Das Tempo im Seniorenbereich ist wesentlich höher und die Zweikämpfe werden härter geführt. Um diese Unterschiede für die Jugendspieler nicht zu groß werden zu lassen, werden in der laufenden Saison permanent A-Jugendspieler beim Training der ersten Mannschaft teilnehmen.

Krause: Ich sehe die gleichen Unterschiede wie der Marc. Daher ist es meine Aufgabe als Trainer der zweiten Mannschaft die Jugendspieler, die nicht sofort den Sprung in die Bezirksliga schaffen, behutsam auf den Seniorenbereich vorzubereiten. Ich sehe die zweite Mannschaft als Sprungbrett für Jugendspieler.

 

Habt ihr für euch die BVB-Philosophie verinnerlicht auf Jugendspieler zu setzen? Zu den Neuzugängen gehören nur zwei etablierte Seniorenspieler. Die restlichen Neuzugänge sind Jugendspieler. In der Zweitvertretung sind es ausschließlich Jugendspieler.

Krause: In der Tat gibt es in meiner Mannschaft nur zwei Zugänge aus der Jugend, jedoch konnten wir den Stamm zusammenhalten und im Laufe der Vorbereitung werden auch noch Spieler aus Marcs Mannschaft zu uns stoßen. Meine Aufgabe ist es, meine Spieler auf die Bezirksliga vorzubereiten und leistungsorientiert Fußball zu fördern egal wie alt sie sind.

Schäfer: Bei uns geht es nicht um Jugendwahn, es geht um Leistung. Wer Leistung zeigt, der wird bevorzugt. Ganz klar ist aber auch, dass der BV Rentfort ein Ausbildungsverein ist. Wir versuchen unsere Spieler gut auszubilden. Nach einiger Zeit im Seniorenbereich mit Mannschaften in der Kreisliga A und in der Bezirksliga können einige dann den nächsten Schritt wagen. Mehr geht bei uns nicht. Ansonsten müsste man tief in die Tasche greifen.

 

Im Vorfeld schaltete die Vereinsführung eine Stellenausschreibung für das Traineramt der 1. Mannschaft. Hast du dich beworben?

Schäfer: Ja, die gab es. Aber ich habe keine Bewerbung geschrieben. Die Idee, mich als Trainer einzusetzen, kam aus der Mannschaft. Das war der ausschlagebene Punkt. Es macht mir Spaß auf dieser Anlage mit den Leuten zu arbeiten und ich bin nicht hier, um Geld zu verdienen. Geld verdient hier nämlich niemand. Weder Spieler noch Trainer.

 

Ist es ein Vorteil, dass du die Spieler bereits kennst beziehungsweise mit ihnen zusammengespielt hast? Ist die nötige Autorität gegeben?

Schäfer: Im Großen und Ganzen schon, ich weiß wie ich die Jungs zu nehmen habe. Man kennt seine Pappenheimer, daher sehe ich im Bereich der Teamführung Vorteile. Zum Thema Autorität kann ich noch nicht viel sagen. Da wir erst zwei Wochen in der Vorbereitung sind, bleibt das abzuwarten. Heute war es sicherlich ein fußballerischer Tiefpunkt (1:2 Testspielniederlage gegen TuS Gahlen, Anm. d. Red.). Ich hänge das Ergebnis aber nicht zu hoch, wäre es jedoch ein Meisterschaftsspiel gewesen, dann wäre meine Ansprache sicherlich anders ausgefallen.

 

Rolf, wie bist du Trainer vom BV Rentfort II geworden?

Krause: Ich habe zuletzt zwei Jahre die C-Jugend vom BV Rentfort trainiert und ersatzweise auch schon mal bei der Zweiten reingeschnuppert. Ich bin fußballverrückt und versuche meinen Spielern den Spaß am Fußball und die Fußballverrücktheit zu vermitteln. Der Vorstand meinte, dass man den „Rolli“ dafür gebrauchen kann.

 

Spürt ihr als Neutrainer einen starken Erfolgsdruck? Mit dem Hintergedanken, dass in der kommenden Bezirksligasaison sechs Mannschaften absteigen und BVR II als Aufsteiger fast in jedes Spiel als Außenseiter geht.

Schäfer: Der Erfolgsdruck ist sicherlich vorhanden. Ich möchte aber, dass die Spieler sich dem gleichen Druck aussetzen. Es ist utopisch zu sagen, dass wir jedes Spiel gewinnen werden. Das sollte aber unsere Ausrichtung sein. Ich will versuchen meinen Spielern absoluten Siegeswillen einzuflößen. Wir haben das bereits häufiger angesprochen und werden uns nach jeder Trainingseinheit und jeder Trainingswoche neu verifizieren und neu ordnen, um die nötigen Punkte zu holen.

Krause: Bei meiner Mannschaft sehe ich den Vorteil, dass man die Euphorie des Vorjahres mitnehmen kann und mit dieser im Rücken werden wir in der kommenden Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben.

 

Angenommen die ersten beiden Spiele gehen verloren. Wird dann der Faktor Euphorie keine große Rolle mehr spielen?

Krause: Wir werden sicherlich mehr Spiele in der jetzt höheren Liga verlieren als in der vergangenen Saison, aber ich bin dann dafür da meine Spieler wieder aufzubauen und ihnen beizubringen damit umzugehen. Das ist meine Aufgabe als Trainer.

 

Kurzer Ausblick auf die neue Saison. Wo seht ihr euch? Was sind die Ziele?

Schäfer: Unser Ziel ist eindeutig und dieses heißt Klassenerhalt. Es gibt fünf bis sechs solvente Vereine, die kaufen fertige Spieler und mit denen können wir uns eigentlich nicht messen. Nichtsdestotrotz spielen wir Fußball und da steht es am Anfang immer Null zu Null. Meine Mannschaft hat das Potential die Klasse zu halten, allerdings müssen wir das auch abrufen. Mit nur 50 oder 60 Prozent schaffen wir es natürlich nicht. Jeder sollte den eigenen Anspruch haben 100 Prozent zu geben und dann werden wir ausreichend Punkte holen.

Krause: Ich habe letztes Jahr einige Spiele in der Kreisliga A sehen können und ich meine, dass meine Mannschaft durchaus mithalten kann. Wir brauchen uns nichts vormachen: um den Aufstieg werden wir nicht mitspielen, aber ein gesicherter oder oberer Mittelfeldplatz wäre möglich und das sollte unser Ziel sein. Wir sind ja schließlich jeden Sonntag hier, um auch Spiele zu gewinnen.

Schäfer: Wir sind beim BV Rentfort eigentlich am Limit. Seniorenmannschaften in der Kreisliga A und in der Bezirksliga, mehr geht nicht. Andernfalls müsste viel Geld investiert werden. Dass das meistens nicht das richtige Konzept ist, hat die Vergangenheit aufgezeigt

 

Abschließend noch die Frage wie euer Verhältnis zueinander aussieht?

Krause und Schäfer: Wir kennen uns schon einige Zeit und kommen gut miteinander zurecht.

Krause: Die Kommunikation untereinander muss ganz klar sein. Wir werden zwischendurch Gespräche führen. Welcher Spieler könnte jetzt mal in der Ersten eingesetzt werden oder wer sollte mal ein paar Spiele in der Zweiten machen, um wieder Spielpraxis bekommen.

Schäfer: Es wird auch nicht möglich sein, dass die Spieler uns gegeneinander ausspielen. Das ein oder andere Schlitzohr wird es bestimmt versuchen, aber das wird nicht gelingen.

 

Auf’m Platz bedankt sich bei den Beteiligten für das Interview und wünscht beiden Trainern und Mannschaften viel Erfolg in der neuen Saison.

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Kommentare: 3

  • #1

    Tuddy (Montag, 18 Juli 2011 19:26)

    Dolly u. Rolli,wünsche euch viel Glück u. Erfolg!

  • #2

    Blöddy (Montag, 18 Juli 2011 21:24)

    Dick u. Doof, Lolek u. Bolek, Siegfried u. Roy, usw. ihr seid nicht vergessen.

  • #3

    Prosperl (Montag, 18 Juli 2011 21:30)

    Tuddy lass dich mal blicken an der Hegeroad , können dann mit Didi lecker Bierchen trinken

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