Do
28
Jul
2011
Zwei unterschiedliche Gesichter
In einem Testspiel am Mittwochabend gewannen die Ruhrpott Kicker aus Bottrop mit 3:1 (1:1) beim C-Ligisten SG Preußen Gladbeck III. Zwar waren die Gäste optisch stets überlegen, doch spielerischer Glanz vermochte auch nie wirklich aufkommen. Immerhin überzeugte der Aufsteiger in den zweiten 45 Minuten etwas mehr, während bei den Gladbeckern nach einer guten Stunde ein starker Kräfteverschleiß zu beobachten war.
Saisonvorbereitung 2011/2012, Testspiel
SG Preußen Gladbeck III - Ruhrpott Kicker Bottrop 1:3 (1:1)
Nach den ersten Spielminuten bekam man den Eindruck, dass der B-Ligist aus Bottrop gewillt war, den Gastgeber schnell deutlich zu machen, wer der Stärkere von beiden ist. Gutes, schnelles Spiel - auch in die Spitzen - und die Defensive zog das Spiel von hinten mit auf, während man gleichzeitig hinten nichts zuließ. Doch die Partie drehte nach nur zehn Minuten und SG Preußen Gladbeck III kam nun besser in das Spiel. Vor allem der flinke Jan Schnarr wirbelte ein ums andere Mal die Abwehr auf seiner rechten Seite gehörig durcheinander. So war der Führungstreffer nach elf Minuten auch alles andere als unverdient. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld kam Olczyk völlig frei zum Kopfball und versenkte die Kugel unhaltbar zum 1:0. Von nun an kamen die Pottler kaum noch über die Mittellinie hinaus, obwohl die Gastgeber sich auf das Nötigste beschränkten und auch erst ab der Mittellinie angriffen. Logische Konsequenz war ein langweiliges hin und herspielen der Gäste ohne Raumgewinn in der eigenen Hälfte. Trainer Dirk Schulz von den Ruhrpott Kicker verzweifelte am Spielfeldrand. "So schlecht habe ich die Jungs wirklich sehr lange nicht mehr gesehen. Wir lassen in den ersten 45 Minuten quasi alles vermissen, was uns bei der Stadtmeisterschaftsvorrunde letzten Sonntag gegen die A-Ligisten noch so stark gemacht hat: Laufen, anbieten, Räume schaffen usw." Die Bottroper hätten sich auch nicht beschweren dürfen, wenn der Gastgeber noch ein zweites oder gar drittes Tor hinterher gelegt hätte. Doch u.a. Tim Bachmann mit einem sensationellen Reflex nach einem Aufsetzer (35.) verhinderte Schlimmeres. Umso überraschender dann auch der Ausgleich. Was als schwache Flanke gedacht war, landete dann doch noch im Tor (42.). Stefan Droste war der Glückliche, der auch als Einziger in den ersten 45 Minuten zu gefallen wusste und sich gegen die vermeintliche Niederlage stemmte.
Heinz-Jürgen "Heiner" Wroblewski
In der Halbzeitpause muss es ein ordentliches Donnerwetter gegeben haben, anders ist es nicht zu erklären. Denn die Ruhrpott Kicker kamen wie verwandelt wieder zurück aufs Spielfeld. Oder lag es auch an den Auswechslungen? Dirk Schulz war mit 17 Spielern angereist und wechselte zur Pause auch gleich alle sechs bisherigen Bankwärmer ein - inklusive Ersatztorwart Hampel. Wobei Bankwärmer hier auch eine falsche Bezeichnung ist. Denn wir konnte es anders sein: Die Spieler, die in den ersten 45 Minuten nicht spielten, durften gleich ein paar Runden um den großen Teich neben der Platzanlage laufen. Dirk Schulz bleibt knallhart in der Vorbereitung - das es was zu nützen scheint, zeigten dann auch die zweiten 45 Minuten.
SG Preußen Gladbeck III wechselte nur einmal zur Pause. "Ich hatte heute auch nur 12 Mann da, einige haben auch noch kurzfristig wegen des Wetters abgesagt, weil sie aushelfen mussten, die Wassermassen entweder von der Straße oder aus dem Keller zu bekommen", so SG-Trainer "Heiner" Wroblewski in der Halbzeitpause. Trotzdem beschränkte sich der Gastgeber wieder auch nur auf das Nötigste: defensiv gut stehen und dann vielleicht den einen oder anderen guten Konter fahren. Doch dieses Mal ging die Rechnung nicht auf. Die "Pottler" drehten förmlich auf, ließen Ball und Gegner jetzt laufen und hatten zudem auch noch einige gute Einschussmöglichkeiten. Auffällig war auch, dass die vielen harten Einheiten auch während der Turniere oder zwischen den Freundschaftsspielen von Dirk Schulz bereits Früchte tragen, denn während SG Preußen stark abbaute, schienen die Gäste noch weitere Lungen in Reserve zu haben.
So war es dann auch der stets sehr quirlige Sebastian Droste, der in der zweiten Halbzeit den Stürmer mimen durfte und für sehr viel Offensivschwung sorgte und dann innerhalb von nur 60 Sekunden zweimal traf (70./71.). Am Ende hätte die Partie noch deutlicher ausgehen müssen, Daniele Lepori konnte einen Foulelfmeter allerdings nicht am gut reagierenden SG-Torwart vorbeischießen (88.) und weitere sogenannte 100% von David Wirsch, Dennis Prien oder sogar noch einmal Sebastian Droste konnten nicht genutzt werden.
Tore: 1:0 Olczyk (11.), 1:1 Stefan Droste (42.), 1:2/1:3 Sebastian Droste (70./71.)
Bes. Vorkommnis: Daniele Lepori verschießt Foulelfmeter (88.)
Stimmen zum Spiel
Heinz-Jürgen Wroblewski, Trainer SG Preußen Gladbeck III: "Mit der ersten Spielhälfte konnte ich zufrieden sein. In der zweiten hat man gemerkt, dass wir erst am Anfang der Vorbereitung sind. Wir spielen in der kommenden Saison auch mit einer Viererkette hinten in der Abwehr und heute waren nicht die eigentlich dafür vorgesehenen Spieler alle da, dadurch stimmte die Abstimmung vor allem dann nicht mehr, je länger das Spiel dauerte und die Kräfte nachließen. Insgesamt hätten wir natürlich mehr machen müssen, anstatt dann auch ständig nur mit dem Mund zu plappern. Aber bis zum Saisonauftakt sind dann hoffentlich auch wieder mehr Spieler anwesend und die Mission Aufstieg kann dann angegangen werden."
Dirk Schulz, Trainer Ruhrpott Kicker Bottrop: "Die erste Halbzeit war natürlich ganz schwach. Auch, wenn das hier nur ein Freundschaftsspiel war, an Bewegung darf es auch dann nicht mangeln. Mich hat es gefreut, dass Viktor (Viktor Lovric, d. Red.) heute zum ersten Mal dabei war. Kicken kann er, jetzt müssen wir ihn nach seiner langen Pause nur auch fit kriegen. In der zweiten Hälfte wurden wir besser, SG hat aber auch nachgelassen. Wir werden auch in den nächsten Wochen noch einiges trainieren, aber auch ruhig noch ausprobieren müssen."
Auf'm Platz: "Bis auf eine Szene hatte der Unparteiische alles im Griff, SG Preußen hätte nach gut einer Stunde nach einer Tätlichkeit und gleichzeitigen Beleidigung in Unterzahl weiterspielen müssen. Der Gladbecker C-Ligist verkaufte sich in der ersten Halbzeit sehr gut und machte es den Gästen nicht leicht. Allerdings schien es in der zweiten Halbzeit so, als ob sie glaubten, so weiterspielen zu können. Die Ruhrpott Kicker zeigten dem Gastgeber dann ab und zu deutlich die Grenzen auf. Auf beide Mannschaften wartet noch viel Arbeit, noch sind aber ja auch einige Wochen Zeit bis zum ersten Meisterschaftsspiel. Das wahre Potential von Wroblewskis Team war in Ansätzen zu erkennen, der Aufstieg könnte möglich sein. Wenn Dirk Schulz auf Seiten der Ruhrpott Kicker sein Team komplett hat und alle 23 Spieler beisammen hat, ist die Mission Klassenerhalt auf alle Fälle machbar."
Bilder & Impressionen vom Spiel
Kommentare: 1
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#1
Mittlerweile wird aus dem Gladbeckerraum besser berichtet als aus Bottrop. Die beiden Wis machen das richtig gut. Toller Bericht und super Fotos aber schwaches Spiel.






