Mi
05
Okt
2011
Gläsernde Schiedsrichter
Am heutigen Morgen stellte Werner Schütte, Obmann des Kreises Gelsenkirchens, in einem Gespräch klar, dass Emin Topal keinen Sonderbericht zum Spiel Arminia Hassel gegen SV Zweckel II von letztem Sonntag anlegen wird. Schütte hatte sich auf Nachhaken von Auf'm Platz um ein Gespräch mit dem Schiedsrichter bemüht, der sein Handeln im Spiel der beiden B-Ligisten - sechs Platzverweise in 95 Minuten - verteidigte. Topal hatte auch nach dem Spiel extra mit beiden Trainern gesprochen.
Nachtrag zum historischen Spiel
"Herr Topal hat direkt nach dem Spiel mit beiden Trainern vor allem wegen der beiden glatt roten Karten gesprochen und beide Trainer stimmten ihm zu, diese beiden Karten geben zu können. Die Gesundheit der Spieler war in beiden Fällen laut Herrn Topals Aussage gefährdet", berichtet Werner Schütte, Obmann des Kreises Gelsenkirchen, von seinem Gespräch mit dem 35 Jahre alten Schiedsrichter. "Auch wenn ich persönlich zugeben muss, dass sechs Platzverweise ungewöhnlich für ein Fußballspiel sind: Der Schiedsrichter wird keinen Sonderbericht anlegen, wei für seine Begriffe nichts ungewöhnliches passiert ist. Außerdem wurden auch nicht zehn, sondern nur fünf Minuten nachgespielt."
Schütte betonte zugleich, sich die Statistiken von dem Unparteiischen nach dem ersten Gespräch mit Auf'm Platz am gestrigen Tage auch genauer angeguckt zu haben und dabei nichts auffälliges entdeckt zu haben. Im Gegenteil: "Herr Topal ist kein Freund von persönlichen Strafen (darunter fallen gelbe, gelb-rote, rote und in der Jugend Zeitstrafen, d. Red.), das zeigen eindeutig seine Spiele und geht aus seinen Daten hervor. Und er ist seit 16 Jahren Schiedsrichter, ist also zugleich auch kein Unerfahrener. Bei uns bleibt keine Schiedsrichterleistung unentdeckt, bei uns sind alle Schiedsrichter gläsernd", lässt Schütte in das System des DFB Einblick gewähren. Pikant dabei: Topal ist Schiedsrichter von Adler Ellinghorst, also auch einem Gladbecker Verein, wie der SV Zweckel.
Dass natürlich nicht nach jedem Wochenende jede Schiedsrichterleistung begutachtet werden kann, liegt auf der Hand. "Für den Kreis Gelsenkirchen, Gladbeck und Kirchhellen haben wir 210 Schiedsrichter, 185 Aktive davon. Nichtsdestotrotz freuen wir uns natürlich über viele weitere, denn wie jeder weiß, haben wir es zur Zeit auch nicht leicht. Am 11.10. haben wir wieder einen neuen Lehrgang und haben bisher 22 Anmeldungen. In den ersten ein bis zwei Jahren haben wir allerdings eine solch hohe Fluktuation, dass bis dahin mindestens 1/3 aufhören. Schuld sind Beschimpfungen und Beleidigungen von Trainern, Spieler und auch Eltern gegenüber den ganz jungen Schiedsrichtern, ja sogar Prügel wird angedroht", berichtet Schütte.
"Dabei vergisst man schnell, dass auch die Schiedsrichter Menschen und keine Maschinen sind. Wenn ein Stürmer in seinen ersten Spielen aus zwei Metern das leere Tor nicht trifft, kritisiert man ihn vielleicht nur ein bisschen, aber er darf weitermachen. Von einem - egal wie jungen - Schiedsrichter erwartet jeder sofort, dass er jede Situation richtig entscheidet", ergreift Schütte Partei für die vielen Unparteiischen, die in den Niederrungen der Kreisligen sicherlich keinen einfachen Job haben.






