Sa

29

Okt

2011

Titellos

Die Derbys sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Nicht nur, dass der VfB Bottrop zu stark ist diese Saison - ich habe auch nicht mal eine vernünftige Rudelbildung gesehen, Bengalos oder Pyro wurden auf den Rängen auch nicht gezündet und der Schiedsrichter musste nach Spielende nicht mit Schirmen geschützt wieder zurück in die Katakomben. Immerhin gab es noch zwei Platzverweise. Beim anderen VfB aus Bottrop, bei unseren geliebten Kirchhellenern, ist es auch langweilig. Denn da ist der Knoten ja jetzt geplatzt. Ehrlich! Haben die uns gesagt. Schließlich hat man alles andere als überzugend gegen den Tabellenletzten gewonnen und startet jetzt total einfach zum Klassenerhalt durch. Jetzt wird alles wie geschmiert laufen. Überzeugend war dagegen die Verpflichtung Mario Baslers vom RWO. Titellos - die etwas andere Kolumne von Auf’m Platz. Falls sich jemand auf den Trikotkragen getreten fühlt, freut es uns.

 

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Von Raphael Wiesweg

Der SV Rhenania kann sich immerhin für eines feiern lassen: für das zahlreiche Erscheinen der Zuschauer. Also im Prinzip dürfen die sich selbst feiern. Denn 1. war es deren Entscheidung, so zahlreich zu kommen, 2. hat es nämlich nicht mit dem SVR an sich zu tun, sondern ist viel mehr der Tatsache geschuldet, dass es sich um ein Derby gegen den VfB Bottrop handelte und 3. bin ich einfach dafür, dass die Zuschauer sich selbst auch mal feiern dürfen. Im Gegensatz zum Randalemeister 2011 Eintracht Frankfurt oder zu den "Fans" von Dynamo Dresden, die ihren wenigen Grips vor Fußballspielen wohl dann komplett ausschalten, sind die Bottroper ja anscheinend richtig zahme Kätzchen. Quasi so ne Art Louis van Gaal-Familie. 500 zahlende Zuschauer waren am letzten Wochenende im Blankenfeld beim Bezirksliga-Derby. Klar, es gibt nicht jedes Wochenende ein Derby. Aber dreistellige Zuschauerzahlen sollte es regelmäßig geben. Denn das sind doch die positiven Randerscheinungen im Amateurfußball, davon sollte es mehr geben. Deswegen stehe ich jetzt auch einfach mal kurz auf und feier mich auch: Standing Ovation!

 

Standing Ovation sollte auch der VfB Kirchhellen bekommen. Die haben nämlich nicht nur den scheinbar übermächtigen Gegner FC Gladbeck letztes Wochenende mit 2:0 geschlagen. Nein, nein, Kollege Schnürrschuh. Bei denen ist der Knoten jetzt geplatzt. Na hoffentlich bekommen sie den Schuh dann wieder zu, um weiter spielen zu können. Aber gegen FC Gladbeck gewinnt wirklich nicht jeder und wenn dann auch nur meistens mit Glück. Fragt mal beim Trainer, bei Dirk Knappmann nach. Egal ob Kreisliga A oder Bezirksliga. Der FC ist eigentlich immer besser. Immer! Einfach immer! Der FC hat die besseren Chancen und der Gegner das Glück. Das ist jetzt bestimmt schon so seit ein paar Donnerstagen. Das ist wie verhext - ehrlich! Ich für meinen Teil, verstehe das daher auch üüüüberhaupt nicht, warum der FC jetzt schon anfangen will, für die Kreisliga A wieder zu planen. Da wird es ja auch wieder langweilig, weil man jedes Spiel gewinnen wird. Jedes Wochenende. Einfach immer! Immer und immer wieder!

 

Jedes Wochenende werden wir nun auch mitten im Ruhrgebiet einen Mann wieder beobachten können, nein: dürfen, der sicherlich mit zu den bekanntesten Gesichtern der Bundesligageschichte gehört. Sein Name: Mario Basler. Sein jetziger Job: Trainer beim Drittligisten Rot-Weiß Oberhausen. Seine Aufgabe: RWO vor dem Abstieg bewahren und am besten gleich in der nächsten Saison wieder zurück in die 2. Fußballbundesliga aufsteigen. Ist auch total einfach. Fragt mal bei Knappmann und Co. nach. Einfach immer gewinnen. Immer und immer wieder! Ob Basler auch zum Super-Mario noch wird, muss man abwarten. Seine bisherigen Trainerstationen sind den meisten wahrscheinlich so bekannt, wie die Auswärtsstatistik vom FC Buxtehude und von Barfuß Bethlehm. Ich für meinen Teil werde nie das Bild vergessen, wie sich Mario Basler vor der Ausführung eines Eckballs auf die Bank der Sanitäter und sich dann noch einen Hut kurz aufsetzte, bevor er den Ball gefühlvoll in den Strafraum schlug. Der Mann passt in den Pott. Klare Ansagen, dazu noch eine gefährliche (unabsichtlich) rauchige Stimme und das bekannte Bayern-Gen in sich. Wenn es Basler nicht packt, dann müssen Trainergrößen aus Gladbeck, Kirchhellen oder vom Blankenfeld es richten. Aber nicht, dass uns dann die Zuschauer flöten gehen.

 

Euer Raphael.

 

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