Di

25

Sep

2012

Heimsieg gegen Fortuna Köln

Der SC Rot-Weiß Oberhausen hat das Montagabendspiel gegen den Tabellenzweiten Fortuna Köln mit 2:1 (1:1) gewonnen. Der entscheidende Treffer für die Kleeblätter fiel in der 88. Minute durch Jörn Nowak. Nicht nur der Heimsieg war eine positive Überraschung für alle Beteiligten. Auch der Sportsender Sport1 übertrug die Partie der Viertligisten live im Free-TV. 

Von Michael Ketzer

Am Ende ein etwas glücklicher, aber durchaus nicht unverdienter Sieg, speziell aufgrund des Spielverlaufs der ersten Hälfte, in der RWO nach dem Führungstreffer von Loheider nach Kontern von Karoj Sindi hätte höher führen müssen. Aber erst einmal der Reihe nach. Der neue Cheftrainer hatte als taktische Variante mit Benjamin Sturm, Jörn Nowak und Dominik Borutzki eine Dreierkette aufgeboten, die sich bei gegnerischem Ballbesitz zu einer Fünferkette verschob. Ein Schachzug, der die Abwehr gegen die offensivstarken Kölner verstärkte.
   Bei Ballbesitz ging es dann über die Außen schnell nach vorne, was sich bereits in der 6. Minute durch den Führungstreffer auszahlte. Karoj Sindi und David Loheider kombinierten schön über rechts, die Hereingabe konnte der Fortuna-Keeper Poggenborg noch abblocken, aber nur vor die Füße von Loheider, der aus spitzem Winkel zum 1:0 abschloss.
    In der Folge wurde der Tabellenzweite aus der Domstadt etwas stärker, ohne sich jedoch richtig zwingende Chancen heraus zu arbeiten. Nach knapp dreißig Minuten gab es dann aber doch eine erste Schrecksekunde für alle Rot-Weiß-Fans im Stadion, als Silvio Pagano sich auf rechts durchsetzte und eine wuchtigen Schuss an die Unterkante der Latte setzte. Der Ball sprang aber zum Glück wieder zurück ins Feld und konnte von der Abwehr geklärt werden. Im Anschluss hätte Karoj Sindi zum Held des Spiels werden können, nachdem er zweimal alleine vor dem Kölner Schlussmann auftauchte, aber beide Chancen liegen ließ.
    Stattdessen kassierten die Kleeblätter wieder einmal kurz vor der Pause den Ausgleich. Ein Freistoß aus dem Halbfeld köpfte Abwehrspieler Dominique Ndjeng in den rechten Winkel. Die Führung war dahin.
    Zur zweiten Hälfte kam Mike Terranova für den leicht angeschlagenen Torschützen David Loheider, doch Fortuna wurde in der Folge trotzdem stärker und erarbeitete sich ein spielerisches Übergewicht. Es gelang den Kölnern aber nicht, sich gefährliche Chancen heraus zu spielen. RWO setzte hingegen vermehrt auf Konter, blieb dabei aber auch zu harmlos.
    Als sich alle schon auf ein Unentschieden eingestellt hatten, klingelte es dann doch noch im Fortuna-Kasten. Ein Freistoß von Weigelt landete in den Armen von Torhüter Poggenborg, der die Kugel jedoch genau vor die Füße von Jörn Nowak fallen ließ. Der bedankte sich und schob in der 88. Minute zum umjubelten, etwas glücklichen Siegtreffer ein.
 

 

Stimmen zum Spiel

Peter Kunkel (Trainer RWO): „Mir ist nach dem Abpfiff ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Fortuna hatte fast die ganze Zeit mehr Ballbesitz und hat uns bis an den eigenen Sechzehner zurückgedrängt. Zum Ende hin wäre ich auch mit einem Punkt zufrieden gewesen. Dieser Sieg ist aber dennoch unglaublich wichtig für unser Selbstvertrauen und wird uns einen riesigen Schub geben.“

David Loheider (Spieler RWO): „Auf die Mannschaft ist in letzter Zeit viel eingeprasselt. Die Fehler der Vergangenheit können wir aber nicht mehr rückgängig machen, darum schauen wir jetzt weiter nach vorn. Deshalb sind wir heute auch unglaublich froh über diesen Sieg. Und ich bin besonders froh über meinen ersten Pflichtspieltreffer.“

Ralf Schneider (Spieler RWO): „In der ersten Halbzeit hätten wir höher führen müssen, am Ende war es dann etwas glücklich mit den Sieg. Wir haben uns selbst belohnt und auch für Niklas gewonnen.“

Jörn Nowak (Spieler RWO): „Wir haben uns alle richtig rein gehauen. Fortuna ist eine Spitzenmannschaft der Liga, daher mussten wir erst einmal kompakt hinten stehen. Dabei ist es egal, ob mit Dreier- oder Viererkette, jeder hat seine Aufgaben in dem jeweiligen System. Der Führungstreffer hat uns natürlich in die Karten gespielt. Danach müssen wir eigentlich bei einem der Konter nachlegen. In der zweiten Hälfte haben wir dann auf weitere Kontermöglichkeiten gehofft. Am Ende war natürlich etwas Glück dabei, dass dem Torhüter der Ball aus der Hand fällt. Der Sieg war eindeutig für Niklas.“

Uwe Koschinat (Trainer Fortuna Köln): Das Spiel war von Anfang an durch eine hohe Fehlerquote auf beiden Seiten geprägt. Uns hat da heute einfach die Qualität gefehlt, um gegen einen so tief stehenden Gegner zum Erfolg zu kommen. Besonders die taktische Ausrichtung mit dem Wechsel zwischen Dreier- und Fünferkette hat uns enorme Schwierigkeiten bereitet. Insgesamt müssen wir das Ergebnis, auch wenn es für uns unglücklich ist, so akzeptieren.

Aufstellungen

RWO: Nettekoven, Weigelt, Asaeda, Sindi (90. Steuke), Loheider (46. Terranova), Tyler, Borutzki, Nowak, Schneider, Talarski (64. Bauder), Sturm

Fortuna Köln: Poggenborg, Flottmann, Pospischil, Lejan (73. Kessel), Nottbeck, Ndjeng (61. Schaaf), Montabell, Yilmaz (85. Kühn), Zinke, Pagano, Kraus

Tore: 1:0 Loheider (6.), 1:1 Ndjeng (40.), 2:1 Nowak (88.)

Karten: Loheider (Gelb, 35), Tyler (Gelb, 36.), Talarski (Gelb, 59.), Terranova (Gelb, 90.) – Ndjeng (Gelb, 58.)

Zuschauer: 2150

Schiedsrichter/Assistenten: Rott – Jeromin, Goldmann

Impressionen zum Spiel:

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