Mi
26
Sep
2012
Spitzenspiel mit traurigem Ende
Der Nachholspieltag in der Bezirksliga 4 in Oberhausen wurde von heftigen Tumuluten in Lirich unmittelbar nach dem Abpfiff überschattet. Ein Spieler wurde sogar angezeigt. Dabei sahen die Zuschauer bis dahin ein Spitzenspiel, das seinem Namen gerecht wurde: acht Tore, zwei Elfmeter und ein Platzverweis. 95 Minuten ging alles gut. Was danach passierte, hatte mit Fußball allerdings nichts mehr zu tun. Fußball wurde dennoch auch woanders gespielt und so stolperte der bisher so souveräne Spitzenreiter zum ersten Mal in dieser Saison. Das Szopinski-Team atmet dagegen auf und sichert sich die ersten Punkte.
Bezirksliga - Gruppe 4
Der 3. Spieltag wurde nachgeholt
BW Oberhausen-Lirich - SpVgg. Sterkrade Nord 4:4 (3:3)
Es klang nach Spitzenspiel und es war auch ein Spitzenspiel. Zumindest 95 Minuten lang. Doch mit dem Ausgleich der Gäste und dem gleichzeitigem Abpfiff des zum Ende hin auch immer unsicheren Schiedsrichters, kochten die Emotionen über.
„Unser Jubel, da gebe ich Jörg Lieg Recht, war nach dem 4:4 in der Nachspielzeit natürlich sehr groß und teilweise provokant von manchen Spielern. Aber das rechtfertigt noch lange keine tätlichen Angriffe. Fußball ist Emotion, ja. Und erst Recht, wenn man nach über 90 Minuten und bereits sieben Treffern noch unverdient den Ausgleich schießt. Aber was danach passiert, das geht gar nicht. Ich bin absolut schockiert und das Sportliche heute ist mir scheißegal“, so die deutlichen Worte von Nord-Trainer Lars Mühlbauer nach dem Spiel. Eine Anzeige gegen einen BWO-Spieler gab es auch. Nachdem scheinbar alles beruhigt war, ging es plötzlich von neu los und ein BWO-Spieler ging laut Mühlbauer erneut auf einen Nord-Spieler los. „Er wurde in der Kabine tätlich angegriffen. Ich bin restlos bedient und einfach nur sprachlos. Wir spielen Bezirksliga. Das hat nichts mit Geld zu tun, noch geht es hier ums Leben“, so Mühlbauer weiter.
Sein Gegenüber Jörg Lieg hatte im Gespräch kurz zuvor davon gesprochen, dass es unschöne Szenen auf dem Spielfeld gegeben habe und man ziemlich stark von den Gästen provoziert worden sei. Mühlbauer wiederum wurde deutlicher: „Das waren Tumulte. Ich habe sogar einen abbekommen, als ich versucht habe die Spieler zu trennen. Nicht schlimmes, aber wo gibts denn so etwas?“, so Mühlbauer weiter, der sich sehr enttäuscht von Lieg und Co. zeigte. „Einzig der Torhüter ist nachher auf mich zugekommen und hat sich für das Verhalten seiner Mannschaft entschuldigt.“
Zumindest die Mannschaft vom BWO durfte sich noch unmittelbar nach den ganzen Aktionen eine so laute Standpauke vom 1. Vorsitzenden Frank Kielczewski anhören, dass die komplette Tulpenstraße mitgehört haben dürfte. „Egal, wie provozierend wir am Ende jubeln: So etwas hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen. Dann ist gerade alles vorbei und dann ein neuer Angriff in der Kabine“, so Mühlbauer, der zum sportlichen Verlauf bewusst nicht viel sagen wollte. „Die erste Halbzeit ging es rauf und runter, die zweite Halbzeit waren wir ganz schlecht und haben unverdient den Ausgleich geschossen. Das war fußballerisch gar nichts.“
Bei den acht Toren gab es insgesamt zwei Elfmeter, einen für jede Mannschaft. „Der Schiedsrichter hat selbst noch unnötig mehr Unruhe reingebracht. Allein deswegen, weil er zwei Minuten Nachspielzeit anzeigt und aber fünf Minuten spielen lässt und Nord dann genau in dieser Zeit ausgleicht“, so BWO-Trainer Jörg Lieg. „Wir haben gut gespielt und die Mannschaft hat sich nachher um den verdienten Lohn gebracht. Wir haben heute zwei Punkte verloren, zwei Punkte bei Adler Osterfeld liegen gelassen, wo wir 5:1 geführt haben und auch zwei Punkte gegen Tgd. Essen-West verloren. Das ist zu viel. Ich freu mich über vier geschossene Tore und ärgere mich aber für die vier kassierten Treffer“, so Lieg weiter. Die Gastgeber kassierten zudem noch in der zweiten Halbzeit eine gelb-rote Karte wegen Ballwegschießens.
Ob das letzte Wort hier schon gesprochen ist, bleibt abzuwarten. Der Fußball hat sich an dem heutigen Abend allerdings von der schlechten Seite gezeigt. Nord bleibt durch das Unentschieden weiter ungeschlagen. BWO bleibt an der Spitzengruppe dran und hat auch weiterhin die stärkste Offensive der Liga. Doch wen interessiert das nach heute Abend schon?
SpVgg. Sterkrade 06/07 - SC Phönix Essen 1:0 (1:0)
„Endlich!“ Trainer Jens Szopinski von 06/07 fiel am Abend ein Stein vom Herzen, der sicherlich auch noch in den Nachbarstädten zu hören war. „Nach mir die Sinnflut. Ich bin einfach nur glücklich, dass wir heute drei Punkte geholt haben“, so der Cheftrainer weiter.
Es war nicht nur der erste Saisonsieg, sondern überhaupt die ersten Punkte für die Sterkrader. Doch dazu bedurfte es am Ende einer Menge Schweißperlen. „Die erste Halbzeit ging an uns, die zweite aber an Phönix“, so seine ehrlichen Worte. „Aber unter dem Strich stehen drei Punkte, die wir hier behalten konnten. Da ist es mir völlig latte, wie das Spiel war. Wobei man auch unterstreichen muss, dass es deswegen kein schlechtes Spiel war.“ Szopinski war nach 90 Minuten plus vier Minuten Nachspielzeit, stolz auf sein Team. „Alle haben sehr diszipliniert gespielt, in jeder Hinsicht. Sowohl taktisch, als auch vom Verhalten her, was nach den beiden Ampelkarten vom Derby letzten Sonntag schließlich auch ein Thema bei uns war.“ Das goldene Tor des Tages schoss Mike Kusenberg in der 37. Minute. Dass die Gastgeber am Ende zittern mussten, lag auch daran, dass Sven Weinknecht in der 73. Minute ein Foulelfmeter verschoss. „Das war eine ordentliche Trotzreaktion der Mannschaft und mich freut es, dass wir nach 16 Gegentoren in vier Spielen gegen eine solch spielstarke Mannschaft auch zu Null gespielt haben.“ Szopinski war zum Siegen fast verdammt, das merkte man auch an seiner Reaktion. Mit den ersten drei Punkten im Rücken, wollen die Sterkrader nun die Tabelle von hinten aufrollen.
DJK VfB Fronhausen - SC 1920 Oberhausen 1:1 (0:0)
Die Überraschung ist perfekt! Der bisher so souveräne Spitzenreiter SC 20 Oberhausen (5 Spiele, 5 Siege), stolperte am Mittwochabend bei der DJK VfB Fronhausen und spielte nur 1:1
(0:0)-Unentschieden.
„Das Endergebnis ist auch für mich etwas überraschend. Wir waren heute nicht gut. Auch, wenn wir zehn 100 prozentige Torchancen hatten, wir zwei Abseitstore nicht anerkannt bekommen und uns auch ein klarer Foulelfmeter nicht gegeben wird, haben wir nicht so agiert, wie zuletzt“, so der SC-Trainer Thorsten Möllmann nach Spielschluss. „Wir haben heute definitiv zwei Punkte liegen gelassen und nicht einen gewonnen, weil es bisher der schlechteste Gegner von allen war“, fand Möllmann klare Worte. Die Gastgeber gingen in der 70. Minute sogar in Führung - per Foulelfmeter. „Der war aber auch berechtigt“, so die ehrlichen Worte Möllmanns. Die Gäste konnten allerdings nur acht Minuten später wieder ausgleichen. Mirko Brands war mit einem direkt verwandelten Freistoß erfolgreich. „Die Spieler haben sich zu oft mit anderen Dingen beschäftigt. Statt zehn Minuten über eine Entscheidung zu diskutieren, hätten wir uns in der Zeit zich Chancen erarbeiten können“, so Möllmann weiter. „Da müssen wir schneller abschalten. Aber die Mannschaft ist ja auch noch sehr jung und muss dazu lernen. Manchmal gibt es so Tage wie heute. Dann heißt es Mund abputzen und weitermachen.“ Kurz vor Ende der Spielzeit dezimierten sich die Gastgeber noch, als der Spielführer wegen Foulspiel die gelb-rote Karte sah.
DJK Adler Frintrop - TSV Safakspor 6:0 (2:0)
Machen wir es kurz: Safakspors Trainer Gicu Clipa war so enttäuscht und sauer von seinem Team, dass das Gespräch keine zehn Sekunden mit ihm nach Spielschluss dauerte. „Wir haben schlecht gespielt, 6:0 verloren und mehr möchte ich dazu nicht sagen. Schönen Abend noch.“ Man kann es dem Cheftrainer kaum verübeln. Die Personalsituation ist desolat beim Landesliga-Absteiger. Und die Gegenwehr hält sich in Grenzen. Nach vier Gegentoren am Sonntag, kassierte Safakspor heute ganze Sechs. Es geht weiter bergab für Clipa und Co., nachdem man zu Beginn der Saison noch überraschend gut gestartet war.
Arminia Klosterhardt II - Adler Osterfeld 2:4 (2:2)
Adler-Trainer Achim Mawick kann manchmal nur noch mit dem Kopf schütteln. Denn seine Schützlinge testen in den vergangenen Wochen immer mal wieder sehr gerne an, ob das Herz-Kreislaufsystem des Osterfelder Übungsleiters noch einwandfrei funktioniert. Oder ob vielleicht mal ein Aussetzer droht. Heute war so ein Tag. Zwanzig Minuten waren im Bezirksliga-Derby gegen den Gastgeber Arminia Klosterhardt II absolviert, da lagen die Platzherren um den sportlichen Leiter der Klosterhardter Reserve-Mannschaft Andreas Arold schon scheinbar uneinholbar mit 2:0 in Führung.
„Unglaublich, das war ein absoluter Katastrophen-Fußball, den meine Spieler da gezeigt haben“, ärgerte sich Achim Mawick über die verschlafene Anfangsphase der Jungs von der Siepenstraße. „Ganz ehrlich, zu diesem Zeitpunkt hätte ich keinen Pfifferling mehr auf uns gesetzt“, so Mawick weiter. Doch seine Jungs rauften sich zusammen, André Kampen und Nils Carstensen egalisierten noch vor dem Halbzeitpfiff. Rund 20 Minuten vor dem Ende der Partie zuckten alle Zuschauer auf der Anlage noch einmal zusammen. Die Osterfelder Timo Pach und Mathias Banowski prallten zusammen und mussten beide verletzt ausgewechselt werden. Dafür schickte Coach Mawick seine Schützlinge Tobias Hauner und Okan Demircan ins Spiel. „Im Nachhinein hat das Spiel für uns noch ein versöhnliches Ende gefunden“, so Mawick. Denn Kapitän Manuel Werner und Sebastian Czajkowski schossen ihre Farben mit ihren Treffern zum Sieg. „Das geht schon in Ordnung, der Sieg ist hinten raus verdient“, befand Achim Mawick. Dem konnte Klosterhardts Andreas Arold nur beipflichten. "Keine Frage, der Sieg für die Osterfelder geht in Ordnung. Wir haben leider in der Defensive schlecht gestanden, besonders nach der 2:0-Führung hätten wir tiefer stehen müssen. Aber die schnellen Außenspieler der Osterfelder haben uns das Leben sehr schwer gemacht", so Arolds fairer Kommentar zum Spiel. Für die Hausherren erzielten Florian Reuschenbach und Burak Al die Treffer.
Das Spiel zwischen SF Königshardt (10.) und Tgd Essen-West (8.) findet am Donnerstag, 27. September statt. Anstoß dort ist um 19.30 Uhr!







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Kommentare: 2
Das ist echt traurig (Donnerstag, 27 September 2012 01:15)
Wieder mal so schlechte und negative Schlagzeilen von BWO. War ja schon in haarzopf unterste Schublade was da passiert ist. Echt nicht mehr normal!!!!
Und zu sc20! Klar ist es wieder der Schiri schuld das sie nicht gewonnen haben. Wie immer!! 2 Abseitstore und einen Elfmeter nicht gegeben so Coach mölle.
Also unterm strich nix neues im Oberhausener Fußball Süden!!!!'
bitter (Donnerstag, 27 September 2012 10:20)
bezirksliga... und sowas!! Klar ist der frust groß wenn man immer zum schluss punkte verschenkt. aber wenn man kurz nach der hz 1-5 führt oder 4 tore macht darf, egal wie lange ein schiri nachspielen lässt, sowas einfach nicht geschehen.... die verantwortlichen gehören gesperrt! bis zur winterpause...am besten noch den punkt abziehen und nord die 3 zuschreiben... wahnsinn..sc20 macht positiv auf sich aufmerksam und jetzt ist es Blau Weiß...