So
30
Sep
2012
Auswärtssieg!
Jubel in rot und weiß! Der SC Rot-Weiß Oberhausen hat sein Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach II mit 5:2 (2:0) gewonnen und so den Heimsieg vom vergangenen Montag vergoldet. Trainer Peter Kunkel wollte eigentlich der siegreichen Startelf aus dem Köln-Spiel erneut das Vertrauen schenken, doch beim Aufwärmen wurde klar das Benjamin Sturm wegen einer Entzündung am Fuß nicht einsatzfähig war.
Von Michael Ketzer
Für ihn rückte Tobias Hötte in die Innenverteidigung neben Jörn Nowak. Die taktische Ausrichtung blieb davon unberührt und so agierten die "Kleeblätter" wieder mit Benjamin Weigelt und Ken Asaeda auf der "Doppel-Sechs" vor der Dreierkette. Auch gegen die "Fohlen" liefen die Rot-Weißen mit T-Shirts über den Trikots auf. Galten die Genesungswünsche am Montag noch dem schwer verletzten Niklas Hartmann, war dieses Mal Tim Eckstein der Adressat. Auf regennassem Rasen agierten beide Mannschaften zunächst verhalten, kein Team wollte früh in Rückstand geraten, zahlreiche leichte Abspiel- und Stockfehler erschwerten auf beiden Seiten den Spielaufbau.
Den ersten Schuss der Partie gaben die Gastgeber ab, doch den Versuch von Pisano parierte Nettekoven sicher (4.). Auf der anderen Seite vergab Karoj Sindi wenig später die erste RWO-Chance: David Loheider hatte sich auf der linken Seite gut gegen zwei Mann durchgesetzt und gekonnt vor das Gladbacher Tor gepasst, doch dem Deutsch-Iraker rutschte der Ball etwas über den Fuß und so verfehlte er das Borussen-Tor aus fünf Metern. Zwar ging die defensive Ausrichtung von RWO-Trainer Peter Kunkel insofern auf, dass die Mannschaft von Gladbach-Trainer Sven Demandt kaum ein Mittel gegen die teilweise in einer Fünferkette agierenden Rot-Weißen fand, doch erarbeiteten sich die Gastgeber nun mehr und mehr ein Übergewicht im Mittelfeld.
Nur selten kam RWO aus der eigenen Hälfte heraus, meist nach Fehlern der Borussia im Aufbauspiel. Gerade als der Druck von Mönchengladbach zunehmend größer wurde, gingen die Oberhausener in Führung. Der starke Ralf Schneider war von links in den Strafraum eingedrungen, hatte sich schon gegen Gladbachs Stang durchgesetzt und wurde von diesem mit einer Grätsche gelegt. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte Kapitän Benjamin Weigelt sicher in die linke Ecke zur eher schmeichelhaften RWO-Führung (22.). Mönchengladbach investierte nun noch mehr und versuchte mit teils wütenden Angriffen schnell zum Ausgleich zu kommen, doch die rot-weiße Abwehr hatte in dieser Phase wenig Probleme mit den kaum durchdachten Angriffen der Borussia. RWO stand tief und wartete auf Konterchancen, die aber meist zu überhastet vorgetragen wurden. Die größte Chance vergab Benjamin Weigelt, der einen Freistoß aus 28 Metern in zentraler Position auf die Oberkante der Latte zirkelte (35.). Erst in der Schlußphase der ersten Halbzeit konnte sich RWO wieder etwas besser befreien und das Spiel offener gestalten. Nach einer Schneider-Ecke von der rechten Seite senkte sich der weite Ball an den langen Pfosten und dort musste Tobias Hötte nur noch zum 2:0 einnicken (37.). Bei den Gastgebern machte sich Frust breit, Pisano hatte Glück das er nach einem bösen Foul an Jörn Nowak im Oberhausener Strafraum ohne Karte davon kam (44.).
Zur Pause setzte Sven Demandt alles auf eine Karte und brachte mit Balci und Göttel für Bastürk und Bieler zwei frische Offensivkräfte. Eine Maßnahme die sich schnell auszahlen sollte, denn vor allem mit Göttel hatten die RWO-Abwehr in der Folge einige Mühe. Während die Borussia nach dem Seitenwechsel zwei Gänge hochschaltete wirkte RWO plötzlich wie das Kaninchen vor der Schlange. Die Kunkel-Elf überließ den Gastgebern praktisch kampflos das Mittelfeld und geriet in der Abwehr zunehmend ins Schwimmen. Davon ließ sich auch Patrick Nettekoven anstecken, der bei einem Abschlag Pisano anschoß und sich so den Ball fast ins eigener Tor bugsierte (50.). Borussia drückte nun mit Macht auf den Anschlußtreffer, einen Schuß von Balci konnte Nettekoven mit einer Glanzparade noch zur Ecke klären, doch diese brachte dann das verdiente Tor für die Gastgeber. Janeczek kam im Strafraum völlig frei zum Kopfball, der Rettungsversuch von Pascale Talarski auf der Linie blieb erfolglos (56.). Von diesem Erfolgserlebnis zusätzlich beflügelt schnürte Gladbach die Rot-Weißen nun endgültig in deren eigener Hälfte ein und kam im Minutentakt zu hochkarätigen Chancen. Gegen Balci (58.) und Göttel (59.) konnten Patrick Nettekoven und seine Vorderleute noch in höchster Not klären und hatten wenig später Glück als Tobias Hötte einen Schuss für seinen bereits geschlagenen Keeper klärte, Schiedsrichter Bläser auf die Handspiel-Reklamationen der Borussen aber nicht einging (65.). In der ganzen Phase hatten die "Kleeblätter" nur einen sehenswerten Schuß von Ken Asaeda entgegenzusetzen.
Nur 120 Sekunden später war dann aber endgültig nichts mehr zu retten. Einmal mehr wurde der eingewechselte Göttel steil geschickt, die RWO-Abwehr kam nicht mehr hinterher und aus spitzem Winkel schob der Stürmer Patrick Nettekoven den Ball zwischen den Beinen durch zum Ausgleich ins Tor (67.). Wer weiss wie die Partie geendet hätte wenn RWO nicht umgehend die passende Antwort gelungen wäre. Nur zwei Minuten nach dem Gladbacher Ausgleich konnte David Loheider eine tolle Kombination über Asaeda und Sindi mit einem Lupfer über den herausstürzenden Blaswich zur erneuten Oberhausener Führung abschließen (69.). Ein Rückschlag von dem sich Mönchengladbach nach der kräftezehrenden Aufholjagd nicht mehr erholen sollte. Peter Kunkel brachte Patrick Bauder und Kevin Steuke für Pascale Talarski David Loheider in die Partie und RWO bekam nun wieder besser Zugriff auf das Spiel. Zwar musste Patrick Nettekoven nach einem Kopfball von Pisano nochmal eingreifen (79.), doch der allerletzte Wille war den "Fohlen" durch den erneuten Rückstand abhanden gekommen. Das nutzte RWO um das zuletzt etwas ramponierte Torverhältnis aufzuhübschen. Nach einer Freistoßflanke von Benjamin Weigelt erzielte Jörn Nowak mit dem 2:4 die endgültige Entscheidung zu Gunsten der Rot-Weißen (84.), drei Minuten später krönte Ralf Schneider seine überragende Leistung mit dem Treffer zum 2:5-Endstand (87.).
Stimmen zum Spiel:
Benjamin Weigelt (RWO): „Wir wollen weiter wie heute in der ersten Halbzeit spielen. Da haben wir hinten kompakt gestanden und nur wenige Chancen zugelassen. Zu Beginn der
zweiten Halbzeit haben wir uns dann etwas den Schneid abkaufen lassen. Heute ist das nochmal gut ausgegangen. Da müsse wir aber weiter dran arbeiten und cleverer werden.“
Tobias Hötte (Spieler-RWO): Das war heute einfach ein verrücktes Spiel. Wir haben zu Beginn gut verteidigt und sind mit dem 2:0 in die Halbzeit gegangen. Nach dem Wiederanpfiff
haben wir das Flattern bekommen und Mönchengladbach ist zum Ausgleich gekommen. Aber man hat auch gesehen, dass wir die Qualität haben nach so einem Ausgleich wiederzukommen. Über mein eigenes
Tor bin ich als Verteidiger natürlich ganz besonders froh.“
Peter Kunkel (Trainer RWO): Wir sind heute gut ins Spiel gekommen und haben die Räume eng gemacht. Eigentlich eine klare Sache bis zur Halbzeit. Die ersten 20 Minuten in der
zweiten Halbzeit hat die Mannschaft aber komplett verschlafen. Trotzdem muss ich sagen, dass wir anschließend eine super Reaktion gezeigt haben. Nach dem 3:2 sind wir richtig in Fahrt gekommen.
Ich bin mir sicher: Bei dieser Mannschaft ist noch eine Menge im Anschlag, die Jungs werden noch einen riesen Sprung machen.“
Statistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach II: Blaswich - M. Zimmermann, Stang, Janeczek , Lenz (82. Zimmermann) - Korb, Bastürk (46. Balci) - Younes, Odenthal, Bieler (46. Göttel) - Pisano
RWO: Nettekoven - Borutzki, Nowak, Hötte, Tyler - Asaeda, Weigelt - Sindi (88. Grumann), Talarski (70. Bauder), R. Schneider - Loheider (80. Steuke)
Tore: 0:1 Weigelt (22., Foulelfmeter), 0:2 Hötte (37.), 1:2 Janeczek (56.), 2:2 Göttel (68.), 2:3 Loheider (70.), 2:4 Nowak (84.), 2:5 Schneider (87.)
Gelbe Karten: Stang, Bieler - Schneider
Schiedsrichter: Benjamin Bläser (Niederzier)
Zuschauer: 572
Impressionen zum Spiel:





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Kommentare: 1
Kulturschock (Montag, 01 Oktober 2012 12:15)
Sauber!