So
14
Okt
2012
„Auf jeden Fall überraschend“
Vor wenigen Tagen berichtete Auf’m Platz vom Rücktritt Gicu Clipas als Trainer vom Oberhausener Bezirksligisten TSV Safakspor. Nun erreichte das Magazin Erkan Saracbasi zum Stand der Dinge. Der 2. Vorsitzende zeigte sich sehr überrascht vom Rücktritt seines Trainers. Man habe vor der Saison mit offenen Karten gespielt und jedem sei bewusst gewesen, dass es eine schwierige Saison für den Landesliga-Absteiger werden würde. Saracbasi verrät Auf’m Platz warum und präsentiert außerdem gleichzeitig auch den neuen Trainer an der Dorstener Straße.
Nach dem Rücktritt von Trainer Gicu Clipa
Es lief alles andere als rund in den letzten Wochen beim Landesliga-Absteiger TSV Safakspor. Nach Siegen zu Saisonbeginn, die den damaligen Trainer Clipa aber auch selbst überraschten, weil er seine Mannschaft spielerisch und konditionell noch nicht da hatte, wo er sie haben wollte, ging die Trainingsbeteiligung flöten und Safakspor musste auch die ein oder andere herbe Klatsche einstecken. Zuletzt auch ein 0:7 gegen Spitzenreiter SC 20 Oberhausen. „Wobei man da wenigstens sagen muss, dass wir eine Stunde lang das 0:1 halten konnten und toll gekämpft haben. Wir haben nach dem Spiel von einigen Zuschauern auch viel Anerkennung bekommen, aber das zweite Gegentor hat für einen Knackpunkt gesorgt und unsere Jungs haben dann den Kopf hängen lassen. Fällt das 0:2 nicht so schnell, dann hätten wir das Spiel vielleicht durchaus länger offen gestalten können“, so Erkan Saracbasi, der 2. Vorsitzende vom TSV.
Es ist der vorläufige Tiefpunkt, nachdem nur wenige Tage zuvor Clipa seinen Rücktritt bekannt gab. „Aus privaten und persönlichen Gründen“, gab der Trainer Auf’m Platz gegenüber an. „Er war wahrscheinlich auch sehr enttäuscht“, versucht Saracbasi Erklärungen zu finden. Bereits nach dem Abstieg in der letzten Saison trennte man sich beim TSV von den vermeintlichen „Stars“ der Mannschaft, die laut Saracbasi „auch immer wieder Unruhe in die Mannschaft gebracht haben.“ Der 2. Vorsitzende findet die Entwicklung auch deswegen schade, weil er in Clipa einen guten Mann sah. „In der letzten Saison hätte der Abstieg nicht sein müssen. Da war die Qualität in der Mannschaft vorhanden, aber der Trainer hat es nicht geschafft, alles raus zu holen. Jetzt hatten wir einen sehr guten Trainer, der aber eine sehr schwere Saison von Anfang an hatte“, deutet Saracbasi bereits an, dass es nicht leicht für das Trainerteam war. „Wir haben eigentlich einen Kader mit nur 16 Spielern. Leider sind viele auch im letzten Moment abgesprungen, nachdem sie schon ihre Zusagen gegeben hatten. Jetzt haben wir drei Verletzte, zwei Kranke, mal die ein oder andere Sperre - da sind wir froh, wenn wir überhaupt elf Spieler auf dem Platz haben.“ Saracbasi führt fort: „Wir haben viele Spieler, die handwerklich im Beruf unterwegs sind und daher immer wieder Schichtarbeit haben. Wenn die Erfahrenen dann fehlen, haben wir ein Problem!“
Für Clipa natürlich auch keine einfache Situation. Dennoch waren die Verantwortlichen vom Rücktritt des Trainers überrascht. „Normalerweise geht ja eher der Vorstand auf den Trainer zu, wenn es mal nicht läuft und versucht eine Lösung zu finden. Daher hat es uns alle schon sehr überrascht zu diesem Zeitpunkt. Sehr schade, denn wir wollten bewusst wirklich etwas ganz neues und langfristiges aufbauen, weil wir jetzt auch eine sehr starke A-Jugend haben. Aber die kannst du ja nicht von heute auf morgen ins kalte Wasser werfen.“
Saracbasi befürchtet, dass alles ein bisschen zu viel war. „Wir haben von Anfang an mit offenen Karten gespielt und eigentlich müsste die ganze Problematik Gicu bekannt gewesen sein. Vielleicht hatte er die jetzige Situation dann doch nicht so komplett erwartet.“ Irgendwann war dann das Maß wohl voll. „Gicu hat seit zwei Wochen nicht mehr gut geschlafen und dann sind wir doch an einem Punkt, wo wir sagen müssen, das geht so nicht. Schließlich ist das immer noch von allen ‚nur‘ ein Hobby, dem wir hier nachgehen. Das darf sich nicht so sehr auf das Private ausschlagen, denn das will von uns keiner.“
Der Vorstand war natürlich total unvorbereitet auf die Situation und musste nun schnell nach einer neuen Lösung suchen. „Wir haben zunächst auch mit Aykut Songör und Efkan Basar gesprochen, die zum Trainerteam von Gicu gehörten. Aykut wollte nicht aus Solidarität zu Gicu, was schade, aber auch vollkommen in Ordnung ist. Aber Efkan hat uns seine Zusage gegeben und deswegen werden wir bis zur Winterpause erst einmal mit ihm arbeiten“, so Saracbasi. „Efkan kennt die Stärken und Schwächen des Teams, daher halten wir ihn für eine gute Lösung. Dann schauen wir uns an, wie gut alle miteinander arbeiten können und werden dann zu allererst uns mit ihm zusammensetzen und die letzten Wochen reflektieren.“
Saracbasi hofft, dass es nun besser wird. „Wir haben schon einen so dünnen Kader. Aber die Spieler, die verletzt sind, kommen auch zum Training und schauen wenigstens zu. Die Moral stimmt also prinzipiell und wir sind immer mindestens zehn fitte Leute beim Training. Jetzt muss unser Pech auch endlich mal aufhören und dann werden wir sehen, wie es weitergeht. Abgerechnet wird am Saisonende. Und wir wollen uns auch gar nicht mit den Klubs von oben messen, sondern irgendwie den Klassenerhalt sichern.“







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