Sa
27
Okt
2012
Schwacher Auftritt bei Heimniederlage
Es gibt so Spiele, die möchte man am liebsten ganz schnell vergessen. So ein Spiel hat der SC Rot-Weiß Oberhausen heute gegen den SV Bergisch Gladbach leider erwischt. 0:1 (0:1) hieß es am Ende gegen die Bergischen. Ein Ergebnis, welches aufgrund des schwachen Auftritts der „Kleeblätter“ nicht einmal unverdient war.
Von Michael Ketzer
In der Startformation musste Cheftrainer Peter Kunkel im Vergleich zum überzeugenden Auswärtsauftritt beim VfL Bochum II nur eine verletzungsbedingte Änderung vornehmen. Für den angeschlagenen Pascale Talarski, der nicht im Kader stand, rückte Gökan Lekesiz in die Sturmspitze. Ansonsten lief das identische Team wie letzte Woche auf, zeigte aber leider ein komplett anderes Gesicht. Zwar war RWO von Beginn an spielerisch überlegen, in den Zweikämpfen aber nicht aggressiv genug, so dass sich die Jungs von Peter Kunkel vom Gegner mehr und mehr den Schneid abkaufen ließen. Zudem blieb die Gefahr bei Standardsituationen dieses Mal fast völlig aus. Allein in den ersten 45 Minuten schlugen Ralf Schneider und Ken Asaeda unzählige Freistöße und Ecken vor das Tor der Gladbacher (3., 7., 15., 27., 29.,…), die aber alle kein Problem für die Abwehr des SV darstellten.
In der 18. Minute fiel dann bereits der Treffer des Tages. Ein langer Ball von der rechten Seite landete bei Gladbach-Kapitän Eckert, der, weil sich Dominik Borutzki und Rhys Tyler nicht einig waren, aus kurzer Distanz ganz frei einschieben konnte. Von da an liefen die Kleeblätter dem Rückstand hinterher, ohne jedoch für wirkliche Gefahr im Strafraum der Gäste zu sorgen. Abschlüsse von Mützel (26.), Nowak (29.) oder Lekesiz (35.) landeten weit neben und über dem Tor oder wurden wegen Abseits zurück gepfiffen. In der 40. Minute hatte dann Sebastian Mützel trotzdem den Ausgleich auf dem Fuß, bei seinem Schuss aus der Drehung reagierte Sven Forsbach im Tor der Gäste aber glänzend. In der zweiten Hälfte kamen die Rot-Weißen mit etwas mehr Schwung aus der Kabine, aber wieder fanden die Stürmer ihren Meister im Schlussmann der Bergischen (47., 48.) oder liefen in eine Abseitsposition.
Nach einer knappen Stunde hätte der Ausgleich fallen können, aber zunächst lenkte Forsbach einen Kopfball von Sindi über das Tor (58.) und wenig später kam Lekesiz im Strafraum zu Fall, bekam aber anstatt eines Elfmeters, die gelbe Karte wegen einer vermeidlichen Schwalbe. In der 74. Minute hätten die Gäste mit einem kuriosen Schuss dann beinahe für die Entscheidung gesorgt. Windmüllers Schuss aus spitzem Winkel wurde länger und länger und senkte sich dann hinter Nettekoven auf das Tornetz der langen Ecke. Offensiv fiel den Kleeblättern danach nicht mehr viel ein, auch wenn Casparis Schuss (79.) von der Linie gekratzt wurde und der Nachschuss von Sindi beim Torhüter in den Armen landete. Ein letztes Mal ernsthaft eingreifen musste Forsbach bei einem Freistoß von Grumann, der sich gefährlich im Strafraum senkte und den Keeper zu einer Fußabwehr zwang. Danach kam nichts mehr und somit blieb es beim 0:1 und der Erkenntnis, dass sich die Rot-Weißen gegen die Mannschaften aus dem Tabellenkeller diese Saison sehr schwer tun.
Stimmen zum Spiel:
Peter Kunkel (Trainer RWO):
„Wir sind alle tief enttäuscht. Es war das erwartet schwere Spiel, da kann man im Vorfeld auch noch so warnen. Gladbach war einfach das aggressivere Team, wacher in den Zweikämpfen. Der Sieg war
definitiv nicht unverdient. Es fehlte bei uns einfach der letzte Siegeswille. In der zweiten Hälfte wurde es etwas besser, aber vorne waren wir einfach zu harmlos. Jetzt müssen wir nach vorne
schauen und uns auf Wuppertal konzentrieren.“
Dietmar Schacht (Trainer Bergisch Gladbach):
„Glückwunsch an meine Mannschaft. Wir haben uns taktisch clever verhalten und hinten gut gestanden. Im Vorfeld hatten wir nichts zu verlieren, daher ist der Sieg natürlich umso schöner.“
Ralf Schneider (Spieler RWO):
„Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen. Bei unseren Angriffsversuchen hat die Durchschlagskraft gefehlt, uns fehlten die Mittel. Unterschätzt haben wir den Gegner nicht, wir wussten, dass
die Fußball spielen können.“
Jörn Nowak (Spieler RWO):
„Unsere Leistung ist nach dem letzten Wochenende nicht erklärbar. So dürfen wir uns zu Hause nicht präsentieren.“
Aufstellungen
RWO: Nettekoven, Hötte, Asaeda, Sindi, Mützel, Tyler (70. Caspari), Borutzki, Nowak, Watahiki (61. Grumann), Schneider, Lekesiz (61. Terranova)
SV Bergisch Gladbach: Forsbach, Retterath, Dreiner, Eckert, Schilamow, Windmüller, Bucsa, Volkert (90. Zinken), Wernscheid, Wermes (72. Kilic), Sanli (61. Öztürk)
Schiedsrichter/Assistenten: Waschitzki – Pelgrim, Droste
Tore: 0:1 Eckert (18.)
Karten: Eckert (Gelb, 59.), Lekesiz (Gelb, 60.), Schilamow (Gelb, 82.)
Zuschauer: 2108
Impressionen zum Spiel:





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