So

11

Nov

2012

Nur ein Punkt vor eigener Kulisse

Der SC Rot-Weiß Oberhausen musste sich am Samstagnachmittag gegen den VfB Hüls mit einem Punkt zufrieden geben. Vor 1812 Zuschauern dominierten die Kleeblätter eigentlich von Beginn an die Partie und erspielten sich speziell in der ersten Hälfte eine Reihe bester Chancen. Doch sowohl der für den gesperrten Marvin Grumann ins Team gerückte Gökhan Lekesiz, als auch Torjäger Sebastian Mützel blieben bei ihren Versuchen zunächst glücklos oder wurden vom Schiedsrichter zurück gepfiffen.

Bereits in der ersten Minute tauchte Mittelstürmer Lekesiz ganz frei vor Gästekeeper Rantzow auf, das Schiedsrichtergespann entschied aber zurecht auf Abseits. RWO legte aber weiter los wie die Feuerwehr, doch die Hereingabe von Sindi (3.) fand in der Mitte keinen Abnehmer und der Freistoß von Talarski (4.) blieb zu ungefährlich und leitete stattdessen sogar die erste Chance für Hüls ein. Den Konter über Hans Kyei konnte der für Patrick Nettekoven zwischen die Pfosten gerückte Thorben Krol jedoch vereiteln.

Im direkten Gegenzug prüfte Mützel den Hülser Torhüter, verpasste jedoch genauso wie Sindi (8.) die Oberhausener Führung, als er einen Schritt zu spät kam bei der Flanke von Ralf Schneider. In der 9. Minute gab es dann eine kurze Schrecksekunde für alle Oberhausener, als Sebastian Mützel und Thorben Krol nach einem Zusammenprall verletzt liegen blieben. Beide konnten nach kurzer Behandlung aber weiter machen. Etwas benommen von dem Zusammenprall und durch einen Platzfehler begünstigt hatte Torhüter Krol ein wenig Glück in der 11. Minute, als er bei einem Rückpass über den Ball säbelte. Dominik Borutzki konnte die Situation jedoch klären. In der Folge hätte die Führung für die Rot-Weißen eigentlich fallen müssen, aber zunächst bekam Lekesiz nach schöner Kombination über links nicht genügend Druck hinter den Ball (15.) und wurde in der 17. Minute, als er den Nachschuss des Pfostentreffers von Rhys Tyler im Tor versenkte, wegen Abseits zurück gepfiffen. 

In der 22. Minute war es dann aber endlich passiert. Nach Ecke von Ralf Schneider stieg Kapitän Jörn Nowak hoch und verlängerte den Ball wunderschön in die lange Ecke. Die Führung war geschafft und vor allem hoch verdient. Der VfB antwortete mit wütenden Angriffsversuchen, blieb dabei aber stets ungefährlich, auch bei der Doppelfreistoßchance von Spielmacher Mutluer. Nach einer knappen halben Stunde ging ein Aufschrei durch das Stadion Niederrhein, als Talarski auf Tyler durchsteckte und dieser im Strafraum zur Fall gebracht wurde. Doch Schiedsrichter Steffens ließ weiterspielen, anstatt auf den Punkt zu zeigen: Eine strittige Entscheidung. Die Kleeblätter drückten jedoch weiter auf den zweiten Treffer. Zunächst prüfte Borutzki den Torwart mit einem strammen Schuss aus 25 Metern (31.), dann brachte Mützel nach Doppelpass mit Schneider den Ball nur noch mit dem Knie auf das Tor, was Rantzow vor keine Probleme stellte.

   Danach begann das Duell "Mützel gegen Linienrichter". Dieser sah ihn in drei Szenen (35., 38., 39) im Abseits. Mindestens bei einer der Szenen lag er eher falsch. In der 41. Minute kam Hüls stattdessen noch einmal gefährlich in die Oberhausener Hälfte, als nach einem Fehlpass, Tyler nur noch auf Kosten einen gelben Karte klären konnte. Im direkten Gegenangriff bediente Sindi Pascale Talarski mustergültig, dieser ließ den Abwehrspieler ins Leere laufen, schob dann aber am freien Tor vorbei. Wieder war es nichts mit der zwei-Tore-Führung.
   Nach der Pause kamen beide Teams unverändert aus der Kabine, nennenswerte Szenen blieben aber zunächst aus. Erst in der 51. Minute war es wieder einmal Mützel, der einen Konter absschloss, aber von der vielbeinigen Abwehr geblockt wurde.

Nur zwei Minuten später wäre um ein Haar der Ausgleich gefallen, als Okumak nahc einem langen Ball an Krol vorbei ging, Borutzki seinen Schuss aber vor der Linie klärte. Im direkten Gegenzug passte Lekesiz, der sich über links durchgesetzt hatte zu ungenau in die Mitte (55.). Nur zwei Minuten später spielte Mützel wieder mit einem tollen Pass frei und der Stürmer war auf und davon Richtung Tor, doch sein Schuss streifte am linken Pfosten vorbei. Inzwischen hätten die Kleeblätter mindestens 3:0 führen müssen. Spätestens aber in der 66. Minute aber, als ein Schuss von Lekesiz bei Talarski vor den Füßen landete, und dieser aus kurzer Distanz am Schlussmann scheiterte, war klar, dass der Ball einfach wieder nicht mehr ins gegnerische Tor wollte. Daher kam es wieder, wie es leider im Oberhausener Spiel in letzter Zeit so oft kommt. Mutluer setzte sich schön über links durch und knallte den Ball einfach mal in die Mitte, wo Tobias Hötte das Schienbein nicht mehr weg ziehen konnte und für Hüls zum äußerst schmeichelhaften Ausgleich ins eigene Netz traf.
   Sichtlich geschockt brauchte RWO danach ein paar Minuten, um wieder richtig im Spiel zu sein, kam aber zu weiteren Chancen durch einen Freistoß von Mützel in der 73. und vor allem 74. Minute, in der sein Hammer aus 25 Metern an den rechten Pfosten prallte. Wieder verhinderte Aluminium den erneuten Führungstreffer. Die letzte richtige Chance für die Truppe von Peter Kunkel gehörte Dominik Borutzki, der eine Kopfball ganz knapp neben den kurzen Pfosten köpfte.
   Die letzte Möglichkeit des Spiels hingegen gehörte den Gästen. Nach schöner Einzelaktion schloss Okumak aus unmöglichem Winkel ab und traf dabei den Außenpfosten. Ein Sieg für den VfB wäre allerdings auch ein Hohn für den Spielverlauf gewesen. So blieb es letztlich bei der Punkteteilung.

Stimmen zum Spiel:

Peter Kunkel (Trainer RWO): 
"Die erste Hälfte war von meiner Mannschaft in Ordnung. Wir haben das Spiel absolut bestimmt, müssen aber höher führen. Nach der Pause haben wir eine weitere dicke Chance zum 2:0, stattdessen kassieren wir durch individuelle Fehler den Ausgleich. So wie in der zweiten Halbzeit dürfen wir einfach nicht auftreten."

Holger Jahnke (Co-Trainer VfB Hüls): 
"Ich habe vor dem Spiel von den Spielern die Hülser Tugenden Aggressivität und Leidenschaft gefordert. In der ersten Hälfte hab ich sie aber nicht gesehen. Nach dem Seitenwechsel war es dann viel besser. Aufgrund des unerbittlichen Einsatzes war der Punkt dann auch nicht unverdient."

Thorben Krol (Torwart RWO):
"Zu Anfang haben wir gut hinten gestanden und eigentlich nichts zugelassen. Dann bekommen wir so ein blödes Gegentor und kommen danach nicht mehr so richtig ins Spiel. Ich bin natürlich froh, dass der Trainer mir das Vertrauen geschenkt hat, trotzdem ärgert es mich, dass wir nicht drei Punkte geholt haben."

Gökhan Lekesiz (Spieler RWO):
"Es ist unheimlich ärgerlich, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben. Wir hätten mehr aus unseren Chancen machen müssen. Ich hatte zwei Treffer auf dem Fuß, es hat aber nicht sollen sein. Das Glück ist momentan einfach nicht auf unserer Seite."

Daten & Fakten:

RWO:

Krol, Hötte, Asaeda, Sindi (87. Terranova), Mützel, Tyler, Borutzki, Nowak, Schneider (87. Steuke), Talarski, Lekesiz (80. Loheider)

VfB Hüls:

Rantzow, Schlüter, Oscislawski, Piorunek, Mutluer (80. Vennemann), Hoffmann, Diericks, Köse (90. Seiffert), Kyei, Jasmund (68. Schurig), Okumak

Schiedsrichter/Assistenten:

Andreas Steffens - Peter Bonczek, Sascha Weirich

Tore: 1:0 Nowak (22.), 1:1 Hötte (ET, 70.)

Karten:

Mützel (Gelb, 24.), Tyler (Gelb, 41.), Schneider (Gelb, 57.), Loheider (Gelb, 90.) - Mutluer (Gelb, 64.), Diericks (Gelb, 74.), Okumak (Gelb, 80.)

Zuschauer: 1812

 

 

Anmerkung in eigener Sache: Eine Bildergalerie

von Michael Ketzer folgt noch!

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Kommentare: 2

  • #1

    S.K. (Sonntag, 11 November 2012 13:35)

    Echt traurig was RWO seinen Fans am Samstag geboten hat....
    Ehrlich gesagt hat die Mannschaft nicht genügend Potential um in der Regionalliga obern mit zu spielen...

  • #2

    zu oberhausen (Sonntag, 11 November 2012 19:48)

    ein klasse zu viel

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