Mi

28

Nov

2012

Starke zweite Halbzeit wird nicht belohnt

Der SC Rot-Weiß Oberhausen hat sein Heimspiel gegen die Sportfreunde Siegen am Dienstagabend denkbar knapp mit 0:1 verloren. Das Tor des Tages fiel bereits nach 24 Minuten durch Veselinovic nach einer Ecke. Trotz einer guten zweiten Hälfte und knapp zwanzig Minuten Überzahl konnten die Kleeblätter das Abwehrbollwerk der Sportfreunde nicht knacken und gingen somit leer aus.

Von Michael Ketzer

Auch die Fans von RWO und der sportfreunde aus Siegen protestierten gegen den von der DFL geplanten sicherheitskodex.

Zum Beginn des Spiels fand die Partie in erster Linie im Mittelfeld des Platzes statt, beide Teams wollten nicht zu viel riskieren. Peter Kunkel hatte im Vergleich zum Leverkusen-Spiel eine unveränderte Startformation gewählt, die aber zunächst nicht richtig in Tritt kam. Die Gäste waren in der Anfangsphase die etwas präsentere Mannschaft, gefährlich für das gegnerische Tor wurde aber keine von beiden. Erst als nach 12:12 Minuten, was auf einen deutschlandweiten Protest der Fans gegen das Sicherheitskonzept des DFB und der DFL zurückgeht, der Support der beiden Fangruppen begann, wurde es auf dem Platz etwas lebhafter. Doch der Kopfballversuch von Zeh, der im Oberhausener Strafraum nach einer Ecke völlig frei ans Leder kam, flog über das Tor (14.). Bei der zweiten Ecke machten es die Sportfreunde dann besser, die scharfe Hereingabe landete bei Mittelstürmer Veselinovic, der aus kurzer Distanz den Ball in die Maschen hämmerte: 0:1 (24.). Doch der Weckruf war in dieser Phase wohl noch nicht deutlich genug, denn mehrere Male musste der Ex-Siegener Jörn Nowak danach in höchster Not im eigenen Sechszehner klären (28., 34). In der 32. Minute ging es dann aber auf einmal auch ganz schnell in Richtung Koczor im Siegener Tor, Loheider und Mützel hatten mit einem Doppelpass die gesamte Abwehr ausgehebelt und wunderbar Terra, der auch eiskalt verwandelte, in der Mitte in Szene gesetzt. Das Unparteiischen-Gespann entschied jedoch auf Abseits. Aber RWO wurde jetzt stärker. Erst versuchte es Talarski mit einem Schuss aus der Drehung (36.), danach Nowak mit einem Kopfball nach Freistoß von Talaraski (39.). Beide Male fehlte nicht viel zum Torerfolg. Richtig lichterloh brannte es noch einmal kurz vor der Pause im Strafraum der Gäste, als zunächst Tyler den Keeper mit einem Schuss Richtung Giebel alles abverlangte und der anschließende Freistoß von Youngster Talarski nach Foul an Watahiki knapp über den rechten Querbalken striff. Es blieb jedoch beim Rückstand zur Pause. Zur zweiten Hälfte kam Dominik Borutzki für Tobias Hötte in die Partie und man merkte, dass die Rot-Weißen sich einiges vorgenommen hatten. Denn direkt nach Wiederanpfiff konnte die vielbeinige Abwehr eine Versuch von Mützel nur noch mit letzter Kraft über das Tor abfälschen. Entlastungsangriffe für Siegen wie in der 61. Minute, als Krol eingreifen musste, wurden immer seltener. Kurz darauf hatte Rhys Tyler den Ausgleich auf dem Fuß, säbelte aber über die Flanke von Christoph Caspari (65.), vier Minuten später hätte es durchaus Strafstoß geben können, als Sebastian Mützel, auf und davon, im Sechszehner zu Fall gebracht wurde. Richtung kurios wurde es aber erst exakt eine Minute später, als Mützel wieder durch war und vom letzten Mann, Leon Binder, umgegrätscht wurde. Zunächst wollte der Schiedsrichter auf Abseits entscheiden, entschied sich dann aber doch für den Freistoß von RWO und eine Rote Karte für Binder. Dass der Freistoß nichts einbrachte war nicht ganz so kurios, dass die ganze Szene inklusive wilder Diskussionen der Siegener Spieler und vor allem des bereits wegen eines Faustschlags gegen David Loheider verwarnten Siegener Schlussmanns aber mindestens fünf Minuten dauerte, die er am Ende nicht nachspielen ließ, war doch schon sehr unverständlich.

Trotz der roten Karte gegen Leon Binder (r.), nach einer Notbremse, entführte der Gast die 3 Punkte in Richtung Siegerland.

In Überzahl übten die Kleeblätter immer stärkeren Druck aus, aber der Ball wollte einfach nicht rein. Zunächst konnte Koczor einen Schuss von Talarski aus der Gefahrenzone fausten (82.), kurz darauf wäre aber auch er machtlos gewesen, als der Abschluss von Talarski aus gut 16 Metern an den Innenpfosten klatschte. Bis zur 90. Minute flogen weiter Flanke um Flanke in den Sechszehnmeterraum, doch immer war ein Siegener zur Stelle, um den Auswärtssieg letztlich über die Zeit zu retten. Der eigentlich hochverdiente Ausgleich für die Kleeblätter, die heute kein Glück hatten, blieb aus.

Stimmen:

Peter Kunkel (Trainer RWO):
„Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt: Wir sind eigentlich gut rein gekommen, aber leider nur bis zum Gegentor. Danach waren wir nicht mehr präsent bis zur Halbzeit. Die zweite Halbzeit war dann deutlich besser und wir haben praktisch auf ein Tor gespielt. Aber wir müssen auch mal ein Tor machen, das ist uns leider wieder nicht gelungen.“

Michael Boris (Trainer Sportfreunde Siegen):
„Wir wussten, wie schwer die Aufgabe heute wird. Aber wir waren auch gut vorbereitet. Zum Glück machen wir das Tor nach der Standardsituation. In der zweiten Hälfte gab es dann diese kuriose Szene mit dem Platzverweis, bei der ich immer noch nicht weiß, was der Schiedsrichter dort gesehen hat. Trotzdem haben wir uns mit allem gewehrt, was wir hatten und die Mannschaft hat tollen Einsatz gezeigt. Ich bin stolz auf das Team.“


Aufstellungen:
RWO: Krol, Hötte (46. Borutzki), Sturm, Nowak, Caspari, Tyler (77. Schneider), Watahiki, Mützel, Terranova, Talarski, Loheider (58. Sindi)

SF Siegen: Koczor, Klippel, Jakobs (85. Sonntag), Schattner, Grebe (.90. Litter), Michel, Zeh, Dej (72. Lemke), Veselinovic, Weber, Binder

Schiedsrichter/Assistenten: Lennart Brüggemann – Waldemar Stor, Philip Dräger

 

Tore: 0:1 Veselinovic (24.)

 

Karten: Loheider (Gelb, 52.), Nowak (Gelb, 83.) - Koczor (Gelb, 52), Binder (70., Rot)

 

Zuschauer: 1889

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Kommentare: 1

  • #1

    RWO (Mittwoch, 28 November 2012 13:08)

    RiRaRo RWO

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