Thomas Dudde (Adler Ellinghorst)

Thomas Dudde ist 47 Jahre alt - oder sollte man sagen: 47 Jahre jung!? Tom, wie er liebevoll von allen genannt wird, ist kein Vorstandsmitglied oder Verantwortlicher an der Seitenlinie. Er ist immer noch als Spieler aktiv und steht jeden Sonntag 90 Minuten auf dem Spielfeld - und das beim Kreisliga A-Ligisten Adler Ellinghorst. 

"Mein Job gibt mir die nötige Kraft"

Im Dezember letzten Jahres ist Tom Dudde 47 Jahre alt geworden. Tom spielt trotzdem immer noch auf gutem Niveau Fußball. "Ich bin natürlich nicht mehr so schnell, wie früher. Aber die fehlende Schnelligkeit mach ich dann durch cleveres Stellungsspiel wett - und im Notfall bügelt unser Libero meine Fehler dann noch aus", gibt Tom schmunzelnd zu. Woher nimmt er nur die Fitness, die man definitiv braucht, wenn man Woche für Woche 90 Minuten in der Kreisliga A aufläuft? Es ist nicht nur der Ehrgeiz, der im Übrigen vielen jungen Spielern heutzutage auch fehlt, wie Tom erzählt, der ihn so weit gebracht hat. "Durch meinen Job unter Tage, für den man ja nun mal auch viel Ausdauer und Kraft benötigt, bin ich denke ich mal auch noch so fit und kräftig", erzählt der Innenverteidiger.

Tom Dudde in Aktion

Außerdem dürfte es auch definitiv eine Rolle spielen, dass er bis auf eine einzige Ausnahme in seiner Fußballerkarriere nie ernsthaft verletzt war. Und diese eine Ausnahme ist sogar noch nicht so lange her. Ende 2010 erlitt Tom nach einem brutalen Foul unter anderem eine gebrochene und eine angebrochen Rippe und musste vom Spielfeld aus direkt ins Krankenhaus gebracht werden. Jeder Sportler wäre länger aus dem Verkehr gewesen. Tom wollte am liebsten schon zwei Wochen nach der schrecklichen Szene aufs Spielfeld laufen. Sein Trainer Franco Busu bremste ihn damals noch. "Das hat sich zu heute schon geändert. Die jüngeren Spieler bleiben doch viel schneller zu Hause, weil sie irgendein Wehwehchen haben", sprudelt es aus Tom raus.

In 30 Jahren kein einziger Abstieg

Toms Fußballkarriere hat für einen Fußballer sehr spät angefangen. Mit der Ausnahme von einem Jahr in der F-Jugend von Wacker Gladbeck, begann Tom erst mit 17 so richtig, sich die Fußballschuhe zu schnüren. Angefangen und dann 23 Jahre lang gespielt hat der Vater von drei Kindern beim BV Rentfort. Nach einigen Unstimmigkeiten im Verein zog Tom seinen Kumpels zur Ellinghorster Straße hinterher, die schon ein Jahr vor ihm zu den Adlern gingen. 

Vor seinem ersten Spiel als 17-Jähriger in der Umkleidekabine

Mit 42 spielte sich Tom dann auch bei Adler in die Herzen der Fans und vor allem auch in die der Trainer. Bisher konnte er jeden überzeugen, auf ihn als Stammkraft in der Verteidigung zu setzen. Doch mit 42, wen wunderts, hatte Tom seine bisher größten sportlichen Erfolge bereits hinter sich gebracht. "In der Saison 82/83 kam ich zum ersten Mal aus der A-Jugend in die Seniorenmannschaft und wir sind direkt in die Kreisliga A aufgestiegen", erinnert er sich zurück. Elf Jahre lang konnte der BV Rentfort sich damals in der höchsten Kreisklasse halten, bis es in der Saison 94/95 sogar zum Aufstieg in die Bezirksliga reichte. Was in bisher in drei Jahrezehnten Fußball dabei auffällt und vielleicht mit sein größer Erfolg ist: Egal ob bei Wacker, Rentfort oder Adler, einen Abstieg musste Tom in 30 Jahren nicht einmal (!) hinnehmen. Das soll auch so bleiben, bis er dann mal aufhört. Mit Adler Ellinghorst will er in den nächsten Jahren sogar noch einmal versuchen, ganz oben anzugreifen und den wiederholten Sprung in die Bezirksliga mit dann zwei Vereien möglich machen.

Damit das in die Realität umgesetzt werden kann, muss auch mit 47 hart trainiert werden. "Neuzugänge oder junge Spieler gucken natürlich erst einmal komisch, wenn sie so einen alten Mitspieler zu Gesicht bekommen", lacht Tom. "Doch, wenn sie dann sehen, dass ich dann auch noch gut mithalten kann und mit vorneweg laufe, dann ist das Staunen noch größer." Wenn er allerdings mehrere Frühschichten hintereinander hat und dann doch mal dreimal sogar die Woche trainiert wird, ist es auch für ihn eine Quälerei. "Wer läuft schon gerne viel im Training", erzählt Tom süffisant. Ansonsten gilt der clevere Verteidiger als eher ruhiger und introvertierter Typ, der das Reden und Meckern auf dem Spielfeld den Jüngeren überlässt. 

 

Fußball ist sein Leben, doch auch, wenn sein Sohn Tobias ebenfalls bei Adler in der A-Jugend Fußball spielt, sind seine drei Kinder sein größtes Hobby neben Fahrradfahren. Hinzu kommt auch noch, dass Tom vor kurzem Opa geworden ist. "Leider ist es eine EnkelIN geworden", erzählt Tom schmunzelnd. "Jetzt kann ich zwar mit ihr spazieren gehen, aber der Ball am Fuß wäre dann nicht so angebracht." 

 

Spontan sagt Tom, dass er noch zwei, drei Jährchen auf diesem guten Niveau schaffen könnte. Thomas Dudde wäre dann 50 Jahre alt und würde auf eine bewegende und vor allem lange Fußballkarriere zurückblicken. Da sieht sogar Jens Lehmann alt gegen aus, der sich im Spätherbst seiner Karriere jetzt noch einmal bei Arsenal London auf die Ersatzbank gesessen hat.

Das Auf'm Platz-Team dankt Thomas Dudde für das Gespräch und wünscht ihm für die nächsten Jahre viel Erfolg im Fußball und mögen seine Kinder und Enkel genau so lange so fit bleiben, wie er selbst!