Rhenania Bottrop möchte in der Kreisliga B neu anfangen

Der SV Rhenania Bottrop spielt in der kommenden Saison in der Kreisliga B. Vor vier Jahren hatte damit sicherlich niemand gerechnet. Damals hatte der SV Rhenania eine grandiose Saison 2012/2013 gespielt und war nach drei Jahren in der Bezirksliga in die Landesliga aufgestiegen. Danach wurden die Bottroper aber durchgereicht. Nach einem Jahr Landesliga ging es wieder runter in die Bezirksliga und ein Jahr später direkt in die Kreisliga A. Dort landete der SVR im ersten Jahr auf Rang fünf. Im vergangenen Jahr dann aber der Schock. Die Bottroper starteten schlecht in die Saison und fanden nie wieder wirklich aus ihrer Formkrise. Auch Interimstrainer Ralf Quabeck, der auf Trainer Markus Nickel folgte, konnte den Abstieg nicht mehr verhindern. Letztlich ging es mit Adler Oberhausen und GA Sterkrade in eine Dreier-Relegationsrunde. Der SV Rhenania verlor allerdings beide Duelle und stieg damit in die Kreisliga B ab. Dort wollen die Bottroper den nächsten Umbruch einleiten. Mit einem neuen Trainer und einigen neuen alten Spielern.  

Viele alte Rhenanen sind zurück am Blankenfeld

Mert Sen (blaues Trikot) spielte bereits in der Jugend für den SV Rhenania und kehrte im Sommer ans Blankenfeld zurück.

Neuer Trainer ist Dirk Rovers. Er trainierte den SVR schon zwischen 2007 und 2012 für fünf Jahre in der Kreisliga A und Bezirksliga, leitete den Landesligaaufstieg mit ein. Jetzt ist er zurück an alter Wirkungsstätte. „Ich möchte meinen Herzensverein einfach wieder unterstützen, Rhenania dahin führen, wo der Verein einmal war“, erklärt Rovers seinen Schritt zurück nach Bottrop. Der Kader wurde im Sommer komplett umgekrempelt. Fünf Spieler wechselten zu anderen Vereinen, Sven und Danny Ingler gingen in die Altherren-Mannschaft und Andre Rudawski, Milan Blagojevic und Dominik Wrobel beendeten ihre Karriere. Wrobel übernahm den Posten des sportlichen Leiters. „Uns tut besonders weh, dass Spieler wie Andre Rudawski oder Sven Ingler aufhören, die den Verein lange begleitet haben“, sagt Wrobel. „Natürlich ist es auch ärgerlich, dass uns die anderen Spieler, die die Misere mit eingebrockt haben, gegangen sind. Wir hätten sie auch gerne gehalten. Allerdings sind die zuerst genannten Charaktere, die unseren Verein ausgemacht haben.“  Im Sommer leitete der neue sportliche Leiter den Umbruch ein. Denn den insgesamt zehn Abgängen stehen auch gleich 14 Neuzugänge entgegen. „Viele der neuen Spieler waren schon bei uns, haben zum Beispiel früher in der A-Jugend in der Niederrheinliga zusammen gespielt“, freut sich Wrobel über die Rückkehr. Christopher Orluk und Kevin Milz aus der eigenen A-Jugend waren schon in der Rückrunde bei der Mannschaft. Außerdem kamen Hasan Harputlu und Irfan Istek vom Bezirksliga-Absteiger VfR Ebel.

Zehn Spieler sind weg, 14 neue da

Immer im regen Austausch: Trainer Dirk Rovers (links) und der sportliche Leiter Dominik Wrobel.

Insgesamt zählt der Kader der Rhenanen 24 Spieler. „Ich denke, dass wir ganz gut aufgestellt sind“, meint Trainer Rovers. „Dominik und ich haben seit meiner Verpflichtung täglich telefoniert und ich denke, wir konnten gute adäquate Spieler finden.“ Vor allem über die vielen neuen jungen Spieler freut sich Rovers. „Man kann mit den jungen Spielern besser arbeiten. Sie kann man leichter verbiegen und verbessern, als die gestandenen Spieler“, erklärt er. „Wir haben insgesamt aber eine gute Mischung.“ Allerdings verlief die Vorbereitung schlecht. Wie bei fast allen Vereinen fehlten viele Spieler urlaubsbedingt. Der SV Rhenania muss aber auch noch langfristig auf drei Spieler verzichten. Aytac Demir und Marius Mohr sind am Knie verletzt, Hendrik Laakmann reist für ein Semester ins Ausland. „Wir müssen unsere Ziele nun wieder etwas zurückschrauben“, gibt Rovers zu. Am Donnerstagabend testet der SVR noch gegen den TV Voerde. Dann startet am Sonntag die Pflichtspielsaison. Der Gegner im Kreispokal ist der C-Ligist Bottroper Haie. Eine Woche später empfangen die Rhenanen dann die Reserve von BW Oberhausen zum Ligaauftakt.


Auf'm Platz sprach mit Trainer Dirk Rovers:

Auf’m Platz: „Hallo Dirk, wie kam der Kontakt zwischen deinem ehemaligen Verein Rhenania und dir zustande?“
Dirk Rovers: „Ich war ja schon einige Jahre hier beim SV Rhenania. Danach hieß es nicht: ‚Aus den Augen – aus dem Sinn‘. Ich war immer wieder am Platz, wenn ich Zeit hatte. Ich möchte meinen Herzensverein einfach wieder unterstützen, Rhenania dahin führen, wo der Verein einmal war. Dominik Wrobel, den sportlichen Leiter, kenne ich noch aus der Zeit, als ich Trainer war. Mir war wichtig, dass frisches Blut dabei ist. Wir haben die Gelegenheit jetzt vieles zum Positiven zu ändern.“

Auf’m Platz: „Mir welchen Zielen trittst du den Trainerjob bei Rhenania an?“
Rovers: „Es ist ja traurig, wo die erste Mannschaft aktuell spielt. Kreisliga B mit so einer Platzanlage – das geht eigentlich nicht. Deshalb ist auch ganz klar: Wir wollen schnellstmöglich wieder da unten raus. Unser Ziel ist auf lange Sicht der Aufstieg. In diesem Jahr ist der Aufstieg aber eher in die Ferne gerückt. Ein Topstürmer ist uns kurzfristig doch abgesprungen und wir haben einige Langzeitverletzte. Die Vorbereitung war schon schwierig und das wird nochmal eine Herausforderung. Es gibt sicherlich einige Mannschaften, die stärker als wir sind. Allerdings können wir zusätzliche Prozente über unsere Geschlossenheit, über unseren Teamgeist rausholen. Das kann unser Trumpf sein und dann können wir auch solche Gegner schlagen.“

Dirk Rovers: "Das war echtes Teambuilding, da musste man sprechen, sich anfassen, sich vertrauen. Und das alles dann im Dunkeln."

Trainer Dirk Rovers

Auf’m Platz: „Wie wollt ihr diese Geschlossenheit denn erreichen?“
Rovers: „Wir haben allein in der Vorbereitung verschiedene Events gehabt, damit die Mannschaft schnell zusammenwächst. Wir waren beim Duro Sudo, um die Kraftausdauer mal anders zu trainieren. Das machen andere Mannschaften zwar auch, aber so kann man einfach auch sehr gut den Zusammenhalt fördern. Das ist einfach ein guter Nebeneffekt. Wir achten auch immer darauf, dass wir die Mannschaft durchmischen, dass ein älterer mit einem jüngeren Spieler und ein ‚alter’ Rhenane mit einem neuen zusammenarbeitet. Außerdem waren wir bei der Feuerwehr in der Dunkelkammer. Das war echtes Teambuilding. Da musste man sprechen, sich anfassen, sich einfach gegenseitig vertrauen. Und das alles im Dunkeln. Sehen konnte man ja nichts. Solche Events sind sehr wichtig. Aber auch beim Training wollen wir immer das Teambuilding mit reinnehmen.“

Auf’m Platz: „Was ist deine Spielphilosophie?“
Rovers: „Wir wollen in erster Linie flexibel sein. Natürlich wollen wir gerne offensiv ausgerichtet sein und einen schönen Fußball spielen. Zunächst sind aber die Grundtugenden wichtig. Wir müssen hinten sicher stehen und nur wenige Torchancen für die Gegner zulassen. Wenn wir das drauf haben, können wir auch einen offensiven Fußball spielen. Wir wollen auch in der Abwehrreihe flexibel aufgestellt sein, die Dreier- und Viererkette spielen können und uns dann vom Gegner entscheiden. Ob das am Ende alles so funktioniert, wie wir uns das vorstellen, wird man noch sehen. Letztlich sind wir in der Kreisliga B. Natürlich hat man auch hier Spieler, die alles schnell verstehen und gut umsetzen. Es gibt aber auch Jungs, die sich eher schwer tun. Da ist es dann aber meine Aufgabe, das zu vermitteln.“

Auf’m Platz: „Wer sind für dich die Aufstiegsfavoriten?“
Rovers: „Ein großer Favorit ist sicherlich Schleuse. SuS 21 hat sich unwahrscheinlich verstärkt. Sie hatten in der vergangenen Saison schon einen guten Lauf in der Rückrunde. Jetzt haben sie sich noch weiter verstärkt und werden sicherlich den Aufstieg anpeilen. Es werden aber sicherlich noch ein, zwei weitere Mannschaft die oberen Plätze anpeilen und es gibt immer auch eine Überraschungsmannschaft, mit der niemand rechnet. Man muss natürlich auch immer sehen, wie viele Mannschaften aus der Bezirksliga absteigen. Vielleicht gibt es ja sogar drei oder vier Aufsteiger. Das sind auch alles Faktoren.“


Saison 2017/2018

SV Rhenania Bottrop


Transfers:

Zugänge: 
Marco Schönfeld, Mert Sen (beide VfB Bottrop), Hasan Harputlu, Irfan Istek (beide VfR Ebel), Christopher Orluk, Kevin Milz (beide eigene A-Jugend), Julian Gawantka (BW Fuhlenbrock A-Jugend), Justin Neumann (SC Buschhausen), Kevin Polz (Batenbrocker RK), Kenan Türkü (SF 08/21 Bottrop), Lukas Lenze (BV Host-Süd), Tim Naujokat (SSV 51 Bottrop), Rene Mandel, Tim Nowag (beide reaktiviert)

Abgänge: 
Julian Mali (Arminia Klosterhardt II), Max Rustemeyer (Adler Union Frintrop), Florian Röhring (SGP Oberlohberg), Sven Brattig (SC Sterkrade 72), Maik Rudawski (unbekannt), Sven Ingler, Danny Ingler (beide Rhenania-Ü32), Dominik Wrobel, Andre Rudawski, Milan Blagojevic (alle Karriereende) 


Kader:

Torwart
Justin Neumann, Christopher Orluk

Abwehr
Radoslaw Jankowski, Kevin Milz, Lukas Lenze, Kevin Polz, Manuel Ephan, Aytac Demir, Tim Nowag, Marvin Schulz, Hendrik Laakmann

Mittelfeld
Hasan Harputlu, Marco Schönfeld, Daniel Heuser, Julian Gawantka, Kenan Türkü, Tawa Onah, Rene Mandel, Marius Mohr, Tim Naujokat

Angriff
Gino Große-Kreul, Irfan Istek, Mert Sen, Michael Kutz

Trainer
Dirk Rovers


Testspiele

16.07. Adler Feldmark 0:4
23.07. Hessler 06 4:3
27.07. FC Sterkrade 72 1:4
06.08. SG Schönebeck 1:7
10.08. TV Voerde 19.30 Uhr