Dirk Rovers "zieht die Reißleine" - Rhenania muss neuen Trainer suchen

Paukenschlag im Blankenfeld! Dirk Rovers verkündete seinen Abschied als Trainer des SV Rhenania Bottrop - mangelnde Rückendeckung seitens des Vorstandes war der ausschlaggebende Punkt. Dennoch betreut Rovers das Team noch bis zum Saisonende.

"Ich ziehe die Reißleine und höre am Ende der Saison als Trainer beim SV Rhenania auf", verkündete Dirk Rovers vor dem ersten Pflichtspiel in diesem Jahr. Den Grund liefert er gleich mit: "Es sind in den letzten Wochen und Monaten gravierende Dinge passiert. Ich musste deshalb die Reißleine ziehen, denn es fehlte die Rückendeckung des Vorstandes." Was genau die besagten Dinge waren, wollte Rovers nicht sagen. "Ich möchte keine schmutzige Wäsche waschen. Es ist deshalb schwierig darüber zu reden." Rhenanias Vorstandsvorsitzender Sascha Carl erklärte: "Wir werden die Gründe nicht nennen."

Dabei dürfte der Rücktritt für viele Außenstende sicherlich überraschend gewesen sein. Denn nach dem Aufstieg in die Kreisliga A in der vergangenen Saison belegt der SV Rhenania mit 25 Punkten in dieser Spielzeit den achten Tabellenplatz im gesicherten Mittelfeld. Doch Dirk Rovers bekräftigte, dass es für ihn keine andere Wahl gegeben habe: "Ich habe über viele Dinge hinweggesehen, doch irgendwann ist das Fass übergelaufen." Im gleichen Atemzug gab Rhenanias (Noch-)Trainer aber auch zu, dass ihm die Entscheidung "schwer gefallen" sei, schließlich habe er zum Verein eine "gewisse Verbundenheit". Dabei verweist Rovers auch darauf, dass es "das erste Mal gewesen sei, dass ich die Reißleine ziehe".

Bis Dirk Rovers sein Traineramt dann abgeben wird, werden noch dreieinhalb Monate vergehen - am 2. Juni steht das letzte Ligaspiel der Saison bei SW Alstaden auf dem Plan. "Ich möchte Trainer bis Saisonende bleiben", sagt Rovers, der begründet: "Wenn sich Spieler abmelden, verlange ich von ihnen, dass sie die Saison bis zum Ende durchziehen. Deshalb werde ich es auch so machen." Und auch Sascha Carl aus dem Vorstand erklärt: "Wir werden die Saison mit Dirk zusammen vernünftig zu Ende spielen. Dirk ist ein akribischer Arbeiter, der sich nicht hängen lassen wird." Das bekräftigt auch Rovers selbst: "Wer mich kennt, weiß, wie ehrgeizig ich bin." Ein "Hängenlassen" seitens Rovers wird es deshalb wohl nicht geben.

Spannend dürfte sein, wie die Zusammenarbeit zwischen Trainer und Vorstand bis zum Saisonende ablaufen werde. "Es wird weiterhin gegrüßt", sagt Rovers. Ob es jedoch einen Kuschelkur geben wird, dürfte zu bezweifeln sein. Auf die Frage, wie die Mannschaft auf seine Entscheidung reagiert habe, antworte Rovers: "Manche freuen sich vielleicht, manche sind wohl auch enttäuscht und dann gibt es sicherlich auch Leute, denen es egal ist - aber das ist ganz normal."

Die aktuelle Spielzeit hat Rovers noch nicht abgehakt: "Es gäbe nichts schöneres, als wenn man die Saison mit dem Aufstieg beenden würde." Der Rückstand auf Rang zwei, den derzeit der SC Buschhausen belegt, beträgt neun Punkte. "Wir sind nicht all zuweit weg - es ist noch alles möglich. Wir wollen daher den zweiten Platz anvisieren." Es wäre der zweite Aufstieg in Serie, doch dann wäre Rovers eben nicht der Trainer in der Bezirksliga. Doch bis dahin ist es ohnehin ein weiter Weg, denn es gibt noch zahlreiche Kandidaten, die ebenfalls auf den Aufstieg schielen.