Was macht eigentlich… Hendrik Biegiesch?

Wir lassen unsere alte Rubrik wieder aufleben und haben dazu ein Interview mit Hendrik Biegiesch geführt. Im Bottroper Fußball ist „Henne“ bekannt wie ein bunter Hund, doch aktuell hat Biegiesch keinen Verein und kümmert sich liebevoll um seine Freundin und seinen Oldtimer. In die Fußballrente will er sich jedoch noch nicht verabschieden.

Den Namen Biegiesch verbindet man in Bottrop sofort mit dem Amateurfußball. Nicht nur als emsiger Fußballer war Biegiesch unterwegs, sondern auch als Trainer. Seine letzte Trainerstation in Bottrop hatte „Henne“ beim SSV Bottrop, der mittlerweile wie Biegeisch auch von der Bildfläche verschwunden ist. Anschließend versuchte Biegiesch sein Glück in anderen Fußballkreisen und hatte Stationen in Essen und Gelsenkirchen, doch auch dort wurde der Übungsleiter nicht glücklich. Sein Trainerdasein ad acta zu legen ist jedoch auch keine Option für „Henne“. Wir haben mit ihm gesprochen und er ist bereit für neue Aufgaben und das nicht nur als Trainer.

Auf’m Platz: „Hast du noch eine Verbindung zum Amateurfußball?“
Biegiesch: „Natürlich beobachte ich immer noch den Bottroper und Oberhausener Fußball. Schaue mich aber auch gerne bei meinen alten Trainerstationen in Essen und Gelsenkirchen um. Ich hab ja auch noch Kontakt zu vielen die in verschiedenen Vereinen tätig sind, so dass ich eigentlich immer mit der Materie Fußball  in Bottrop zu tun habe.“

Auf’m Platz:„Vermisst du den Bottroper Fußball?“
Biegiesch: „Ja auf jeden Fall. Vor allem fehlt es mir mit alten Kollegen über das letzte Spiel zu diskutieren oder einfach das gepflegte Bierchen nach dem Spiel. Den guten alten Fußball gibt es in meinen Augen nicht mehr. Die alten Vereine wie SSV 51, VfR Ebel, FC Batenbrock und die alten Derbys vermisse ich schon. Die kleinen Vereine mit Geschichte und die Geschichten um ihre Helden“

Auf’m Platz:„Welche deiner Stationen bleibt dir am meisten in Erinnerung?“
Biegiesch: „Natürlich der SSV 51 und die damit verbundenen Auf- und Abstiege. Auch das Toreschießen war geil und man hat mit alten Freunden auf der Asche immer alles gegeben. Aber auch meine Jahre in Vorwärts unter dem Knurrer Klaus Kisters und meine anschließenden Trainerstationen bei Vorwärts, Ruhrpott-Kicker, Adler Osterfeld und auch in Holsterhausen sind mir stets in Erinnerung. Oft wurde ich belächelt und habe oft versucht aus dem Nichts etwas zu reißen, was eigentlich immer geklappt hat. All das ist eine Erinnerung an eine schöne Zeit.“

Auf’m Platz:Wie bewertest du den Amaterufußball in Bottrop allgemein?
Biegiesch: „Der Fußball in Bottrop hat sich schon extrem gewandelt! Mit den Kunstrasenplätzen sind die Spieler wie Heuschrecken von den kleinen Vereinen mit den Ascheplätzen abgewandert, so dass diese schließlich untergegangen sind. Irgendwann wird es nur noch VFB Bottrop, Fortuna Bottrop, Rhenania Bottrop und den VfB Kirchhellen geben. Ich glaube die anderen Vereine hinken den großen Vereinen mächtig hinterher, sei es in den Grundstrukturen, Führungsstrukturen oder den Jugendmannschaften. Im Moment sehe ich es so dass drei Vereine gut betucht sind und dementsprechende Erfolge feiern und der Rest kämpft einfach nur ums Überleben. Auf Dauer werden die sogenannten kleinen Vereine immer weniger. Insgesamt finde ich die Qualität des Fußballes in Bottrop schon im unteren Mittelfeld angesetzt. Früher gab es viel mehr Vereine mit Qualität wo auch Mal eine B-Liga Mannschaft gegen eine Bezirksliga Truppe gewinnen konnte. Heute bekommt jede unterklassige Mannschaft ne Packung! Jeder Verein hatte früher seine Persönlichkeiten. Diese Personen fehlen meiner Meinung nach, da gibt zu viel hin- und herwechseln zwischen den Vereinen und zu wenig Vereinstreue.“

Auf’m Platz: „Sehen wir dich nochmal im Amateurfußball wieder?“
Biegiesch: „Na klar würde ich gerne wieder was machen, aber bisher war noch nicht das Richtige dabei, was mich reizt. Egal ob Kreisliga C, B oder A, ich bin für alles offen. Nur muss ein Konzept dahinterstehen. Nach meinen Herzoperationen steh ich auch wieder voll im Saft und will wieder angreifen! Ich hätte auch Interesse an Vorstandsarbeit oder an sportlichen Führungen, ich bin für alles zu haben. Nur selber hinter Ball her zu jagen funktioniert nicht mehr so gut.“

Auf’m Platz:„Was machst du mit der freien Zeit, die du früher in den Fußball investiert hast?“
Biegiesch: „Im Moment widme ich mich meinem Scirocco-Oldtimer, unternehme aber auch viel mit meiner Freundin und den Kindern. Gehe auch gerne nach RW Essen mit alten Kollegen, aber finde mich auch oft auf Schalke wieder. Beschäftigungslos bin ich also nicht.“

Autor: Peter Piotrowski