Aufsteiger SC 20 will auch in der Bezirksliga begeistern

Die vergangene Saison war für den SC 20 Oberhausen eine einzige Siegesserie. 30 Spiele absolvierte der Spielclub, 27 gewann er und nur zweimal verloren die Oberhausener. Die Meisterschaft war schnell entschieden. Selbst der FC Bayern München dürfte bei einem Vorsprung von unglaublichen 20 (!) Punkten vor Verfolger SC Buschhausen neidisch werden. Der Spielclub siegte sich nicht nur souverän durch die Kreisliga A, sondern sorgte immer wieder für Torspektakel. 148 traf der Meister, allein 62 Mal davon Torschützenkönig David Möllmann. Bei nur 45 Gegentoren war es also ein Torverhältnis von +103. Die Oberhausener sorgten allerdings nicht nur in der Liga für Aufsehen. Im Kreispokal schaffte es der SC 20 ins Finale, unterlag dort mit 2:4 nach Verlängerung gegen BW Oberhausen. In den vorherigen Runden trumpfte der Spielclub aber groß auf, besiegte er doch den Landesligisten Arminia Klosterhardt im Halbfinale (2:1) und den Bezirksligisten Fortuna Bottrop (7:1) sogar deutlich. Jetzt starten die Oberhausener ambitioniert in die neue Saison, aber nicht nur in die Bezirksliga-Meisterschaft. Im Niederrheinpokal zogen sie erst am Sonntag nach dem 5:1-Sieg gegen den Ligakonkurrenten SC Bocholt in die nächste Runde ein.

Zwei verlorene Söhne sind zurück am Knappenmarkt

Sascha Möllmann kehrt vom Landesligisten Arminia Klosterhardt an seine alte Wirkungsstätte zurück.

„Wir wollen eine gute Rolle in der Liga spielen“, stellt Trainer Ümit Ertural klar, auch wenn sich der SC 20 Oberhausen keinen Tabellenplatz als Ziel gesetzt hat. Die Mannschaft, die in der vergangenen Saison die Kreisliga A mehr als dominiert hat, ist komplett am Knappenmarkt geblieben. Dazu hat sich der Bezirksligist punktuell und in der Breite verstärkt. Mit David Fojcik und Sven Weinknecht kamen zwei erfahrene Spieler, mit Oliver Winkler ein Verteidiger, mit Marvin Thomas und Manuel Schulz zwei Torhüter. „Wir haben uns Erfahrung und Führungsqualitäten besorgt. Wir sind stärker als in der vergangenen Saison“, ist Ertural zufrieden. „Außerdem haben wir uns in der Defensive und auf der Torhüterposition breiter aufgestellt. Das war wichtig.“ Neben diesen fünf Neuen fanden außerdem zwei verlorene Söhne den Weg zurück zum Knappenmarkt. Sascha Möllmann kommt vom Bezirksligisten Arminia Klosterhardt und Elvis Prince Grohmann wechselte erst in der vergangenen Woche kurzfristig von BW Oberhausen zum SC 20. „Das sind keine Fremden, das sind Freunde. Es wird sicherlich einfach die Leute zu integrieren“, meint der Trainer, der auch weiterhin selbst auf dem Platz stehen möchte. „Ich muss schauen, was die Fitness macht und in welchem Umfang ich spielen kann.“

Flexibilität im System - auch die Dreierkette ist eine Option

Im Niederrheinpokal zeigte der Spielclub eine geschlossene Mannschaftsleistung und siegte mit 5:1.

Das Spielsystem möchte Ertural nicht umstellen. „Wir haben auch im Pokal schon gegen gute Gegner viel Ballbesitz gehabt. Wir werden sicherlich einige Variationen  in der Formation einüben, aber wir werden unser Spiel an sich nicht umstellen.“ Auch die Dreierkette in der Abwehr soll eine Option sein. „Wir haben bisher zu viert hinten gespielt. Vielleicht werden wir es auch mal zu dritt versuchen. Die Dreierkette kommt ja gerade wieder, zum Beispiel in der Nationalmannschaft“, sagt Ertural. Im Test gegen den Duisburger FV probierte es Ertural gleich mit der Dreier-Abwehr und gewann mit 3:1. Ansonsten waren die Testspiele aber eher durchwachsen. Nur gegen den 1. FC Mühlheim konnte der Spielclub noch gewinnen, verlor die restlichen sechs Tests. Kein Grund zur Sorge für Trainer Ümit Ertural - „Wir hatten in der Vorbereitung schlechte Ergebnisse, doch ich war immer davon überzeugt, dass meine Mannschaft auf den Punkt da ist“, sagte er nach dem Erfolg im Niederrheinpokal, als seine Mannschaft den SC Bocholt dominierte. Am Sonntag startet der Spielclub dann auch in die Ligasaison. Zum Auftakt geht es zum Hamminkelner SV.


Auf'm Platz sprach mit Spielertrainer Ümit Ertural:

Auf’m Platz: „Hallo Ümit, die vergangene Saison war eine einzige Siegesserie. Wie schaust du auf die souveräne Saison, den Meistertitel und den Aufstieg zurück?“
Ümit Ertural: „Abschließend betrachtet war es echt ein super Jahr, auch wenn wir das Pokalfinale leider verloren haben. Wir sind mit großen Ambitionen in die Saison gestartet, wollten aufsteigen. Wir haben aber auch alles umgesetzt und unsere Ziele erreicht. Wir hatten aber auch eine sehr starke Mannschaft, die Jungs haben alle schon in höheren Ligen gespielt. Ich würde sagen, wir hatten eine Mannschaft mit gutem Bezirksliga-Niveau.“

Auf’m Platz: „In diesem Jahr geht ihr dann auch in der Bezirksliga an den Start. Mit welchen Zielen geht ihr in die Saison?“
Ertural: „Ein festes Ziel haben wir uns bisher nicht vorgegeben. Dennoch sind wir weiterhin von unserer Qualität überzeugt und glauben, dass wir eine gute Rolle in der Liga spielen können. Ich erhoffe mir, dass wir es unter die ersten fünf, sechs Mannschaften schaffen. Vielleicht können wir auch so lange wie möglich oben angreifen. Ein ganz großes Ziel haben wir uns dann aber doch gesteckt. Es kommen immer viele Fans zu unseren Spielen. Wir wollen die Zuschauer mit spannenden Spielen begeistern.“

Ümit Ertural: „Wir freuen uns auf alle spannenden Derbys. Mit BWO haben wir aber eine besondere Rivalität."“

Trainer Ümit Ertural

Auf’m Platz: „Ein Großteil eurer Mannschaft ist vor einem Jahr von BW Oberhausen zum Spielclub gewechselt. Wie brisant werden die Ligaspiele gegen BWO?“
Ertural: „Mit BWO pflegen wir natürlich eine besondere Rivalität. Allerdings freuen wir uns auf alle Spiele gegen die Oberhausener Mannschaften. Das sind alles spannende Derbys, die aber auch alle ihre eigenen Gesetze schreiben. Natürlich wäre es schön, wenn wir am Ende die beste Oberhausener Mannschaft sind. Zunächst müssen wir die Duelle aber spielen. Da gehört dann auch BW Oberhausen dazu. Ich glaube, dass sie in diesem Jahr wieder eine gute Rolle spielen können.“

Auf’m Platz: „Wer ist dein Aufstiegsfavorit?“
Ertural: „Das ist in unserer Liga sehr schwer zu sagen. Die Bocholter Mannschaften sind mir jetzt nicht sehr detailliert bekannt. Spielerich haben sie mich vor drei Jahren, als wir mit BW Oberhausen gegen sie gespielt haben, aber nicht überzeugt. Ich denke, dass die Gruppe nicht so stark ist wie eine aus dem Duisburger oder Essener Raum. Die Oberhausener Mannschaften sehe ich stärker, die könnten durchaus etwas reißen. Ich sehe aber keine Mannschaft, die einfach so durchmarschiert. Es werden einige Mannschaften um den Aufstieg oben mitspielen. Einen klaren Favoriten sehe ich nicht.“

Auf’m Platz: „Wie sieht es bei der Platz-Problematik aus?“
Ertural: „Die Situation mit dem Platz ist aktuell kompliziert. Der Plan war, dass wir in dieser Saison auf der Platzanlage von TB Oberhausen spielen sollten. Das hat bisher noch nicht wirklich geklappt. Es gab einige Versprechungen von der Stadt, die noch nicht eingehalten wurden. Das ganze Verfahren ist noch sehr in der Schwebe. Wir können mittlerweile einmal in der Woche auf der Anlage von TB Oberhausen trainieren. Allerdings haben wir noch keinen Verkaufsraum für sonntags und deshalb können wir die Heimspiele dort nicht austragen. Ich gehe davon aus, dass wir zunächst weiter auf unserem alten Platz spielen.“


Saison 2017/2018

SC 1920 Oberhausen


Transfers:

Zugänge
Marvin Thomas, Oliver Winkler (beide VfR 08 Oberhausen), David Fojcik (SC Buschhausen 1912), Sven Weinknecht (Sterkrade 06/07), Sascha Möllmann (Arminia Klosterhardt), Manuel Schulz (FC Styrum), Elvis Prince Grohmann (BW Oberhausen) 

Abgänge
keine


Kader:

Torwart
Manuel Schulz, Dennis van Hüth, Marvin Thomas

Abwehr
Bilal Fezzani, Kevin Bongers, Riad Jabeur, Ricardo Lenz, Justin Kapell, Dennis Pawalak, Sven Weinknecht, Oliver Winkler, Marko Djurdjevic

Mittelfeld
Marcel Bongers, Ümit Mutlu, David Fojcik, David Möllmann, Sascha Knobloch, Skordian Morina, Sascha Möllmann, Ertunc Turan, Elvis Prince Grohmann

Angriff
Manuel Knobloch, Mirko Brands

Spielertrainer
Ümit Ertural


Testspiele

05.07 VfB Speldorf 1:9
09.07. Duisburger FV 3:1
13.07 SV Hönnepel-Niedermörmter 1:6
16.07 BW Mintard 0:12
23.07. TV Voerde 1:2
27.07 1. FC Mühlheim 2:1
29.07 SV Concordia Oberhausen 4:5
30.07. SC Frintrop 1:2