Kaprys-Trainer Geronimo Köllner: „Ein Aufstieg käme zu früh.“

Die SG Kaprys blickt der fünften Saison im Kreis entgegen. Bereits im zweiten Jahr nach dem Schritt in den Kreis zu gehen gelang den Kaprysern der Aufstieg in die Kreisliga B. Mit einer Menge Aufstiegseuphorie im Gepäck belegte die SG Kaprys zur Winterpause der Saison 2015/2016 gleich den zweiten Platz. Am Ende der Spielzeit wurde es der sechste Tabellenplatz. Das zweite Jahr in der Kreisliga B gestaltete sich ein wenig holpriger. Nach der Hinrunde war die SG Tabellenelfter - mit nur drei Punkten Vorsprung auf den letztendlichen Abstiegs-Relegationsplatz. Erst im Laufe der Rückrunde konnte sich das Kaprys-Team der minimalen Abstiegssorgen komplett entledigen und die vergangene Saison auf dem neunten Tabellenplatz abschließen.

Köllner bemängelt Trainingsbeteiligung in der Vorsaison

Kaprys‘-Trainer Geronimo Köllner macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über das Gezeigte in der Saison 2016/2017: „Das zweite Jahr in der Kreisliga B war nicht gut.“ Stellenweise wurde sogar in Frage gestellt, ob es mit der Mannschaft weitergehen solle: „Man hat sich schon gefragt, wofür man das alles macht. Wir haben darüber nachgedacht, aus den drei Seniorenteams zwei zu machen. Aber nach Gesprächen mit der Mannschaft hat sie gesagt, dass man weitermachen wolle.“ Der Gedanke die Anzahl der Seniorenteams zu verringern wurde anschließend schnell wieder verworfen und sich stattdessen auf die anstehende Spielzeit vorbereitet.

Zwölf neue Spieler wechselten zur SG Kaprys

Die Neuzugänge der SG Kaprys.

Der Grundstein für eine bessere Spielzeit als die vergangene wurde darin gelegt, dass zwölf neue Spieler vorgestellt werden konnten. Allein von SW Alstaden kamen mit Jan Ole Schlünzen, Tim Dannenberg, Daniel Mista und Soufian El Hamouti vier Spieler, die bereits eine Menge Erfahrung mitbringen. Durch die vielen neuen Spieler ergab sich gleich eine Veränderung in puncto Trainingsbeteiligung: „Diese ist nun wesentlich besser“, so Co-Trainer Daniel Blaszczak. Diese sei nämlich im Vorjahr „eine Katastrophe“ gewesen, wie Geronimo Köllner sagt.

Fünf Testspiele bis dato – kein klassenhöherer Gegner dabei

Bislang hat die SG Kaprys fünf Testspiele absolviert. Nach einem 10:2-Erfolg über den FC Sterkrade 72 III im ersten Vorbereitungsspiel folgte zunächst eine 1:3-Niederlage gegen den VfR 08 Oberhausen II, ehe es gegen die B-Ligisten SW Alstaden II (4:2) und SG Kaprys II (7:3) sowie den C-Ligisten SG 92 Oberhausen (8:1). Vier Siegen stehen damit einer Niederlage gegenüber. Allerdings stellt sich die Frage, ob bislang die absolute Bewährungsprobe für den Saisonstart dabei war. Geronimo Köllner weiß die Testspiele jedenfalls richtig einzuordnen. „Schade, dass die geplanten Testspiele gegen die Batenbrocker RK und gegen den VfB Bottrop II nicht stattfinden konnten. Denn es wäre gut gewesen zu sehen, wo man steht.“


Auf’m Platz sprach mit Trainer Geronimo Köllner und Co-Trainer Daniel Blaszczak

Trainer Geronimo Köllner.

Auf’m Platz: „Hallo Geronimo, hallo Daniel. In der vergangenen Spielzeit habt ihr den neunten Tabellenplatz belegt. Im Jahr zuvor ward ihr nach der Hinrunde noch Zweiter. Wie blickt ihr auf die beiden Jahren in der Kreisliga B zurück?“
Geronimo Köllner: „Das erste Jahr nach dem Aufstieg war natürlich gut, da auch eine Menge Aufstiegseuphorie da war. Doch diese war danach weg. Die Trainingsbeteiligung im zweiten Jahr war eine Katastrophe. Das hat kein Spaß gemacht, und da hat man sich schon gefragt, wofür man das alles macht und all' die Zeit opfert. Hinzu kam, dass wir ein paar Abgänge hatten, die wir nicht so einfach auffangen konnten.“

Auf’m Platz: „Die neue Spielzeit steht unmittelbar bevor. Ihr konntet sehr viele Spieler zu euch lotsen – musstet ihr viel Überzeugungsarbeit leisten?“
Daniel Blaszczak: „Wir kannten die Jungs natürlich schon und haben schon des Öfteren versucht sie zu uns zu holen. Nachdem dann die ersten zugesagt haben, hat sich eine Eigendynamik entwickelt.“

Auf’m Platz: „In puncto Quantität habt ihr also zugelegt. Auch in qualitativer Hinsicht?“
Köllner: „Alle neuen Spieler haben das Potenzial für die Startelf.“

Auf’m Platz: „Seit vier Wochen befindet ihr euch nun in der Vorbereitung auf die anstehende dritte Kreisliga B-Spielzeit. In den bisherigen fünf Testspielen gab es drei Siege: Gegen die C-Ligisten FC Sterkrade III (10:2) und SG 92 Oberhausen (8:1) sowie gegen die eigene zweite Mannschaft (7:3). Wie ist bislang euer Fazit?“
Blaszczak: „Die Trainingsbeteiligung ist wesentlich besser. Wichtig war, dass wir eine Grundgröße von ungefähr 14 Spielern beim Training haben – und das haben wir bislang durchgehend.“
Köllner: „Bei den Testspielen war kein wirklicher Kracher dabei. Schade, dass die geplanten Testspiele gegen die Batenbrocker RK und gegen den VfB Bottrop II nicht stattfinden konnten. Denn es wäre gut gewesen zu sehen, wo man steht.“

Blaszczak: "Wir wollen möglichst lange oben dran bleiben"

Co-Trainer Daniel Blaszczak.

Auf’m Platz: „Die Gruppeneinteilung ist bereits erfolgt. Ihr wurdet der Gruppe 2 zugelost. Seid ihr damit zufrieden?“
Köllner: „Das ist eine harte Gruppe, weil es alles Spiele werden können, die potenziell eng sind. Das verspricht einiges an Spannung. Im letzten Jahr war nämlich mit der SG Osterfeld eine Mannschaft dabei, die besser war als alle anderen Teams. Gut ist auch, dass viele Kunstrasenplätze dabei sind.“

Auf’m Platz: „Ihr geht in das dritte Kreisliga B-Jahr. Was ist euer Ziel für die neue Saison?“
Köllner: „Ich will jedes Spiel gewinnen (schmunzelt). Die neue Truppe soll sich erst einmal finden, dann schauen wir weiter.“
Blaszczak: „Wir wollen möglichst lange oben dran bleiben. Allerdings sind manche Gegner schwierig einzuschätzen.“

Auf’m Platz: „Ihr habt euch qualitativ verstärkt, schielt ihr da nicht doch mit einem Auge nach ganz oben?““
Köllner: „Der Schritt käme zu früh. Die Strukturen im Verein sind nicht darauf ausgelegt, dauerhaft in der Kreisliga A spielen zu können. Klar wäre das eine schöne Sache, auch für den Verein, wenn man aufsteigen würde, zumal es eine Riesenentwicklung wäre vom Betriebssport in die Kreisliga A. Aber das wäre für den Verein wohl nicht gut. Wir finanzieren uns komplett selbst über Beiträge und haben erst seit einer Saison wirklich eine Heimat bekommen, wo wir nicht mehr aus dem Kofferraum leben müssen. Unsere Prinzipien sind aber, dass keiner Geld bekommt. Das ist vom ersten Vorsitzenden über alle Trainer bis hin zum Spieler die Idee. Es soll primär um Spaß, Gemeinschaft und, auch wenn es hochgestochen klingt, um Werte gehen.“

Auf’m Platz: „Wer gehört in euren Augen zum Favoritenkreis, was den Aufstieg in die Kreisliga A anbelangt?“
Köllner und Blaszczak unisono: „SuS 21 Oberhausen. Außerdem denken wir an Safakspor, Rhenania, Fuhlenbrock und BW Oberhausen II, wobei diese Mannschaften auch ein Stück weit schwierig einzuschätzen sind.“


Saison 2017/2018

SG Kaprys


Transfers

Zugänge:
Achraf El Bouchaibi (Sterkrade 06/07 II), Marc-Andre Mihelic (FC Kray II), Pasquale Milazzo (vereinslos), Andre Pangerl (FC Sterkrade), Jan Ole Schlünzen, Soufian El-Hamouti, Daniel Mista, Tim Dannenberg (alle SW Alstaden), Frederik Mast (Adler Oberhausen II), Virgil Walter (BW Oberhausen II), Marjan Jevtic (Arminia Lirich II), Nico Schürmann (SF Königshardt II)

Abgänge:
Andreas Lemmler (berufliche Auszeit), Stephan Dungs (Karriereende)


Kader

Torwart:
Nico Trachte, Marc-Andre Mihelic, Achraf El Bouchaibi

Abwehr:
Daniel Imasua, Nico Schürmann, Niklas Kallenberg, Marvin Lockenmeyer, Michael Lojek, Pasquale Milazzo, Andre Pangerl, Jan Ole Schlünzen, Cüneyt Andres Yücel, Christian Zuber

Mittelfeld:
Tolga Aydemir, Kadir Demircan, Soufian El Hamouti, Birol Gülec, Pascal Kaiser, Riccardo Kunze, Frederik Mast, Daniel Mista, Paul Patzschke, Stefan Pauschert, Georgios Spais, Virgil Walter

Sturm:
Tim Dannenberg, Ramiz Hagjolli, Marjan Jevtic, Richard Michel, Joel Ocana-Garcia, Stanislaw Steinkusch


Testspiele

09.07. FC Sterkrade III 10:2
16.07. VfR 08 Oberhausen II 1:3
18.07. SW Alstaden II 4:2
30.07. SG 92 Oberhausen 8:1
01.08. SG Kaprys II 7:3