Batenbrocker RK wollen oben mitspielen

In den vergangenen beiden Spielzeiten versuchten die Batenbrocker RK vergebens in die Kreisliga A aufzusteigen - und jeweils früh konnte das Thema Aufstieg ad acta gelegt werden, da man noch vor dem letzten Saisondrittel punktetechnisch weit abgeschlagen war. Ernüchterung machte sich breit, doch die Verantwortlichen reagierten. "Wir, das heißt Vorstand und das Trainerduo der Vorsaison bestehend aus Konstantin Jacob und Michael Goldberg, haben einen Konsens darüber getroffen, dass wir in Hinblick auf die neue Saison einen neuen, externen Impuls benötigen", sagte Daniele Lepori, 1. Vorsitzender der Batenbrocker RK. Michael Goldberg, bis zum Sommer Cheftrainer in Batenbrock, stellte sein Traineramt zur Verfügung - ein neuer Trainer wurde schnell gefunden. Die Wahl fiel auf Marko Schmidt, der zuletzt noch beim A-Ligisten Adler Oberhausen als Trainer aktiv war. 

Marko Schmidt übernahm Traineramt

"Die Vita spricht klar für Marko. In jedem Verein, wo er war, hatte er Erfolg. Marko ist ein hungriger und ehrgeiziger Trainer, der auch in der Lage ist in emotionaler Sicht an die Spieler heranzukommen, sprich die Spieler zu kitzeln und zu motivieren", sagt David Wirsch, 2. Vorsitzender der Batenbrocker RK. "Ich sehe eine Riesenperspektive in der Mannschaft. Und auch für mich ist es eine neue Herausforderung. Ich freue mich auf die Arbeit mit dieser jungen Mannschaft", sagte Marko Schmidt bei der Bekanntgabe, dass er neuer Trainer in Batenbrock werde. Ihm zur Seite steht Konstantin Jacob, der bereits seit dem vergangenen Jahr in dieser Position tätig ist. "Wir waren in einem ständigen Austausch mit Konstantin und Michael. Michael wollte ein wenig kürzer treten und auch ein wenig Verantwortung abgeben. Sowohl Konstantin als auch Michael sind mit der neuen Lösung super zufrieden", sagt Daniele Lepori.

Knapp zwei Monate ist Marko Schmidt nun Trainer beim B-Ligisten, der die Vorbereitung im Waldstadion des SV Adler Osterfeld absolvieren durfte, da die Sportanlage aufgrund der Erneuerung des Ascheplatzes und der Erholung des Rasenplatzes gesperrt war. "Wir haben gute Gespräche mit Adler Osterfeld gehabt", sagt Daniele Lepori, der sich für die Trainingsmöglichkeit der ersten Mannschaft im Waldstadion bedankt. Neben den Einheiten in Osterfeld nahmen die Batenbrocker an zwei Turnieren teil: am AXA-Cup von BW Fuhlenbrock und am Volksbank Champions-Cup des SV Rhenania Bottrop.

Mit Patrick Stüdemann und Sergiu Gore gibt es zwei erfahrene Neuzugänge

Beim AXA-Cup musste man dem VfB Bottrop den Vortritt in puncto Halbfinaleinzug lassen. Beim VC-Cup drangen die Batenbrocker nach souveränen Leistungen ins Finale vor und siegten dort deutlich gegen den Ligakonkurrenten SV 1911 Bottrop mit 6:0. Neben den zahlreichen Turnierspielen wurden drei Testspiele absolviert: Gegen den A-Ligisten SG Preußen Gladbeck gab es eine 2:5-Niederlage, gegen den B-Ligisten SG Kaprys Oberhausen II einen 6:2-Erfolg und gegen den A-Ligisten VfB Bottrop II ein knappes 3:4. Auffällig: In allen Spielern lag die Spielerdecke bei maximal 13 bis 14 Akteuren. "Personell war das schwierig", gibt Schmidt zu, der urlaubs- und verletzungsbedingt oft auf viele Spieler verzichten musste. Doch dafür rückten Spieler aus der zweiten Mannschaft nach, die in den Spielen aushalfen.

Nicht mehr mit dabei in der Vorbereitung waren die abgewanderten Joel Goldberg, Kevin Polz und David Hücker. Polz zog es nach nur einem Jahr zurück zum SV Rhenania Bottrop, während David Hücker, der sich Anfang des Jahres einen Kreuzbandriss zugezogen hat, zum VfB Bottrop wechselte. Und mit Joel Goldberg verließ der wohl in den beiden vergangenen Spielzeiten prägendste Spieler den Batenbrocker Volkspark. Schließlich war Goldberg der Dreh- und Angelpunkt im Spiel des BRK-Teams. "Natürlich tut der Abgang weh, keine Frage", gibt Daniele Lepori, 1. Vorsitzender Batenbrocker RK zu. Doch Marko Schmidt sieht nun auch die Chance für die anderen, sich mehr zu zeigen. Und das hat bislang relativ gut geklappt: In der ersten Pokalrunde konnten sich die Batenbrocker nach intensiven 120 Minuten im Elfmeterschießen durchsetzen und am ersten Spieltag gab es gegen Sterkrade-Nord III einen 6:3-Auftaktsieg. Mit dabei war Neuzugang Patrick Stüdemann, auf dessen Erfahrung Trainer Marko Schmidt viel Wert legt. Gleiches gilt für Sergiu Gore, der bereits in der Aufstiegssaison von Adler Oberhausen 2015/2016 unter Marko Schmidt spielte - und das als Kapitän. Neben den beiden erfahrenen Spielern ist auch Mirco Selle neu in Batenbrock, der in der Jugend unter anderem für RW Oberhausen spielte. "Mirco hat die letzten beiden Jahre pausiert", will Schmidt keine erhöhten Erwartungen aufkommen lassen, gibt aber zu: "Am Ball kann er was." Man darf gespannt sein, wann er dann sein Debüt für Batenbrock geben wird. Komplettiert wird die Liste der Nezugänge vom zuletzt vereinslosen Alexander Brunnmeier und von Pierre Freier, der aus dem Kader der zweiten Mannschaft dazustößt. Allerdings darf man gespannt sein, ob die Batenbrocker RK den Abgang von Joel Goldberg wirklich auffangen konnten. In puncto Zielsetzung gibt man sich, anders als im Vorjahr, jedenfalls zurückhaltender: "Wir wollen oben mitspielen und dann schauen wir was am Ende dabei herumkommt", sagt Marko Schmidt.

Auf'm Platz sprach mit Trainer Marko Schmidt

Auf'm Platz: "Hallo Marko. In der Vorsaison hast du im Frühling dein Traineramt bei Adler Oberhausen niedergelegt, zur Relegation aber wieder übernommen. Wie blickst auf die vergangene Saison zurück?" 
Marko Schmidt: "Ausschlaggebender Punkt, warum ich zurückgetreten bin, war das Spiel in BW Oberhausen II (0:9, Anm.d.Red.). Da habe ich gemerkt, dass der Punkt gekommen ist, wo Mannschaft und Trainer sich einfach abgenutzt haben. Ich habe erkannt, dass es nicht mehr reicht. Hinzuschmeißen hat aber auch weh getan, ich hatte lange daran zu knabbern. Schließlich bin ich mit vielen Jungs bereits einen langen Weg gegangen. Als es dann für Adler Oberhausen in die Relegation ging, wollte ich helfen. Ich habe mit den Spielern gesprochen und alle haben sich bereit erklärt, sich in der Relegation in den Dienst der Mannschaft und vor allem des Vereins zu stellen. Wir konnten dann die Karre aus dem Dreck ziehen."

Auf'm Platz: "Nun bist du seit fast zwei Monaten Trainer bei den Batenbrocker RK in der Kreisliga B. Wie verlief die Vorbereitung auf die Saison?" 
Schmidt: "Mein Fazit ist durchweg positiv. Wir hatten zwar personell gesehen eine schwierige Vorbereitung, aber wir haben uns in allen Spielen gut verkauft - auch beim AXA-Cup gegen den VfB Bottrop. Deshalb bin ich mit der Vorbereitung zufrieden."

Auf'm Platz: "Batenbrock hat mit Joel Goldberg einen der besten Spieler verloren. Könnt ihr diesen Verlust auffangen?" 
Schmidt: "Klar ist, dass Joel ein Spieler ist, den man nicht eins zu eins ersetzen kann. In den letzten beiden Jahren in Batenbrock war das Spiel auf Joel zugeschnitten und daher leicht auszurechnen. Deshalb denke ich, dass es der Mannschaft vielleicht auch gut tut, dass Joel nun nicht mehr dabei ist, da sich andere nun mehr zeigen können. Ich habe es lieber, wenn wir eine ausgeglichene Torschützenbilanz haben und somit unberechenbarer sind."

Einzug in zweite Pokalrunde und Sieg zum Saisonauftakt

Auf'm Platz: "Mit Patrick Stüdemann und Sergiu Gore sind zwei sehr erfahrene Spieler zum Kader gestoßen. Wird diese Erfahrung weiterhelfen?" 
Schmidt: "Die beiden werden der Mannschaft extrem weiterhelfen, da sie auf dem Platz verbal sehr aktiv sind. Das ist wichtig für eine junge Mannschaft. Man merkt jetzt schon, dass die anderen Jungs das annehmen, was die beiden sagen."

Auf'm Platz: "In der ersten Pokalrunde konntet ihr euch gegen SuS 21 Oberhausen im Elfmeterschießen durchsetzen und am ersten Spieltag einen Erfolg verbuchen. Wie blickst du auf deine beiden ersten Pflichtspiele für Batenbrock zurück?" 
Schmidt: "Das Pokalspiel war personell gesehen weit weg von unserer Wunschelf, aber wir haben uns in die nächste Runde gekämpft. Für mich war das Spiel das Zeichen, dass die Mannschaft langsam anfängt daran zu glauben, was man ihr sagt. Gegen Sterkrade-Nord wollten wir drei Punkte und die haben wir geholt. Die Jungs merken von Woche zu Woche mehr, was ich von ihnen will."

Auf'm Platz: "Was ist euer Ziel in dieser Saison?" 
Schmidt: "Wir wollen oben mitspielen und dann schauen wir was am Ende der Saison herumkommt."

Auf'm Platz: "Wer zählt für dich zu den Aufstiegsfavoriten?" 
Schmidt: "Vielleicht gibt es diese Saison ja auch wieder eine Überraschung, das muss man abwarten. Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft haben. Das gilt für Barisspor Bottrop aber auch."

Saison 2017/18

Batenbrocker RK

Transfers

Zugänge
Patrick Stüdemann (FC Sterkrade), Sergiu Gore (RSV Klosterhardt), Mirco Selle, Alexander Brunnmeier (beide vereinslos), Pierre Freier (eigene 2. Mannschaft)

Abgänge
Kevin Polz (SV Rhenania Bottrop), David Hücker (VfB Bottrop), Joel Goldberg (Adler Osterfeld)

Kader

Tor
Robin Göbler, Jens Tackenberg

Abwehr
Robin Müller, Dominik Müller, Halil Memisoglu, Sebastian Fries, David Overfeld

Mittelfeld
Marvin Polak, Louis Becker, Daniel Dierkes, Kostantinos Lagogiannis, Max Kappenberg, Adrian Reiß, Ouisem Helaili, Mert Kara, Patrick Stüdemann, Sergiu Gore, Mirco Selle

Angriff
Dennis Hiddemann, Edin Kovac

Testspiele

09.07. Arm. Klosterhardt II (AXA-Cup) 4:0
12.07. VfB Bottrop (AXA-Cup) 1:6
22.07. Preußen Gladbeck (Auswärts) 2:5
27.07. SG Kaprys II (Auswärts) 6:2
31.07. VfL Grafenwald (VC-Cup) 3:0
02.08. Rhenania Bottrop II (VC-Cup) 5:1
04.08. Fortuna Bottrop (VC-Cup) 0:0
05.08. SV 1911 Bottrop (VC-Cup) 6:0
06.08. VfB Bottrop II (Auswärts) 3:4