VfR Ebel fühlt sich bereit für das allererste Mal Bezirksliga

Es war eine Saison wie keine Zweite und am Ende konnte der VfR Ebel seinen ersten Bezirksliga-Aufstieg in der Vereinsgeschichte feiern. Die Bilanz ist eindrucksvoll. 30 Spiele, 26 Siege, ein Remis und nur drei Niederlagen – das macht 79 Punkte für den A-Liga-Meister. Verfolger SC Buschhausen wurde mit zwei Punkten Vorsprung abgehängt. Es war am Ende doch etwas knapper, als zwischenzeitlich erwartet. Auch, weil Ebel seine beiden Spitzenspiele gegen Buschhausen verlor. „Wir haben wirklich souverän angefangen und hatten teilweise fünf Punkte Vorsprung“, schaut Ebels Trainer Sadettin Senyüz zurück, doch die drei Niederlagen stören ihn trotdem: „Wir haben teilweise unnötig Punkte liegen lassen, gegen Nord und zweimal in den Spitzenspielen gegen Buschhausen 12.“ Am Ende stand trotzdem der Aufstieg – und pure Freude auf Seiten der Bottroper. „Wir haben Geschichte geschrieben! Ebel hat noch nie zuvor in der Bezirksliga gespielt“, sagt Aufstiegstrainer Senyüz stolz.

Senyüz: „Wir wollen weiter offensiv spielen: Agieren und nicht nur reagieren.“

Den Schwung aus der Kreisliga A will der VfR Ebel nun auch in die Bezirksliga tragen. In den beiden ersten Testspielen gegen Westfalenligisten Wiemelhausen (2:8) und Landesligist Sterkrade-Nord (0:6) gab es aber deutliche Niederlagen. Gegen A-Liga-Aufsteiger BW Oberhausen II fand Ebel dann endlich zur gewohnten Offensivstärke zurück und siegte mit 9:0. „Wir wollen auch in der Bezirksliga offensiv spielen. Eine Spitze liegt uns nicht. Wir wollen beim 4-4-2 bleiben und vorne unsere Tore machen. Wir wollen agieren und nicht nur reagieren. Wir nehmen auch das eine oder andere Gegentor in Kauf, wenn wir dafür mehr Tore schießen als der Gegner“, zeigt sich Senyüz angriffslustig. Die Offensive war schon in der vergangenen Saison die absolute Stärke der Bottroper. 151 Mal konnten sie den Ball im gegnerischen Kasten unterbringen, Emre Kilic allein 52 Mal. Kilic ist dem VfR treu geblieben, ebenso wie der Großteil der Meistermannschaft. Lediglich Samet Kanoglu hat den Verein in Richtung Viktoria Heiden verlassen. Dafür hat Senyüz auf dem Transfermarkt ordentlich zugeschlagen und gleich neun Neue verpflichtet.

„Wir haben uns in der Breite gut verstärkt, aber auch qualitativ sind wir stärker geworden“, freut sich Senyüz. Viele der Neuzugänge haben wie der Großteil der Aufstiegstruppe schon Bezirksliga-Erfahrung. Zwei Spieler sollen vor allem die „Schwächen“ der vergangenen Saison beheben. Iskender Bayram kam von Sterkrade 06/07, Volkan Sahin von Fortuna Bottrop. Sie sollen die Defensive stabilisieren und besser zusammenhalten. Schließlich wurde die Defensive der Ebeler von vielen Trainer der Kreisliga A als die Schwäche ausgemacht – 39 Gegentore, so wenige wie kein anderer, sprechen aber eine andere Sprache. „Volkan und Iskender verstärken unsere Abwehr. Ich bin mir sicher, dass wir stabil stehen werden, zumal Danny Buttenbruch und Alessandro Murtino auch hinten spielen können“, meint Senyüz. Auch Junil Lee, ein Gastspieler aus Korea, ist in der Hintermannschaft angesiedelt, soll aber auch Dampf über die Außen machen. „Er gibt im Training immer alles. Jetzt müssen wir nur noch abwarten, bis er seine Papiere hat und spielberechtigt ist.“ Im Großen und Ganzen ist Senyüz aber vor allem über die Breite seines 24-Mann-Kaders froh: „Es ist wichtig, dass wir einen großen Kader haben. Wir haben andere Bedingungen im Amateurbereich als die Profis und so ist wenigstens sichergestellt, dass wir vernünftig trainieren können.“

Selbstvertrauen in der Vorbereitung holen

Knapp drei Wochen bleiben den Ebelern noch bis zum Saisonstart. Der Trainer zeigt sich mit der Vorbereitung trotz der zwei derben Klatschen zufrieden: „Es ist eine sehr gute Vorbereitung und alle ziehen mit. Wir brauchen jetzt auch Spiele auf Augenhöhe, damit wir uns Selbstvertrauen holen können“, so Senyüz, der sich riesig auf die neue Herausforderung Bezirksliga freut: „Ich freue mich, alte, aber auch neue Gesichter zu sehen.“ Bereits am 14. August kann er die ersten neuen Gesichter sehen, denn der VfR Ebel ist zum Saisonstart beim SV Krechting zu Gast. Dann wird sich zeigen, ob Emre Kilic und Co auch in der Bezirksliga fleißig treffen und gewinnen.

Auf’m Platz sprach mit Trainer Sadettin Senyüz

Auf’m Platz: „Hallo Sadettin, ihr seid in der vergangenen Saison als Meister in die Bezirksliga aufgestiegen. Wie fühlt sich so ein Aufstieg an?“
Sadettin Senyüz: „Es ist echt ein tolles Gefühl. Wir haben souverän angefangen und hatten immer mal wieder fünf Punkte Vorsprung. Dann haben wir aber teilweise unnötig Punkte liegen lassen, gegen Nord und zweimal in den Spitzenspielen gegen Buschhausen 12. Dennoch haben wir den Rest hinter uns gelassen und sind als Erster aufgestiegen. Eben hat noch nie Bezirksliga gespielt. Es ist das erste Mal seit 70 Jahren. Wir haben Geschichte geschrieben.“

Auf’m Platz: „Die Bezirksliga ist sicherlich eine andere Hausnummer. Welche Ziele verfolgt ihr?“
Senyüz: „Unser Ziel ist in erster Linie der Klassenerhalt. Es wird sicherlich eine andere Qualität sein als noch in der Kreisliga A. Dort konnten wir mit unserer Offensive alles übertrumpfen und auch viele Gegentore kassieren. Das müssen wir nun umstellen.“

Ebel ist „richtig heiß auf die Bezirksliga“

Auf’m Platz: „Wie stark ist eure Gruppe?“
Senyüz: „Wir sind in der Duisburger Gruppe gelandet und diese ist sehr spielstark. Wir kennen einige Gegner zwar noch aus der Vergangenheit, richtig einschätzen kann ich aber kaum eine Mannschaft. Wir müssen also erstmal die ersten drei Spiele abwarten und uns dann ein Bild machen. Marco Hoffmann von Fortuna und Mevlüt Ata von VfB schätzen die Gruppe schwerer ein als die letzte. Sie haben Erfahrung und kennen sich besser aus. Ich kann es nicht so gut einschätzen.“

Auf’m Platz: „Sind die Fahrtstrecken in der Bezirksliga eine Mehrbelastung?“
Senyüz: „Es ist keine Belastung für uns, auch die weiteren Strecken zu fahren. Wir fahren ja auch gerne zu den Spielen. Es gibt nur drei, vier Spiele in Bocholt und Co, wo wir weiter anreisen müssen. Dann werden wir uns einen Bus besorgen. Ansonsten sind die Fahrten nicht viel weiter als bisher und das schaffen wir mit Fahrtgemeinschaften auch ohne Probleme.“

Auf’m Platz: „Wie groß ist die Vorfreude auf die Bezirksliga und besonders auf die Bottroper Teams wie Fortuna und VfB?“
Senyüz: „Ich freue mich, alte, aber auch neue Gesichter zu sehen. Es ist schön für Bottrop, dass wieder drei Teams in der Bezirksliga spielen und es damit zwei Derbys gibt. Wir haben lange nicht mehr gegen Fortuna oder VfB gespielt. Wir sind richtig heiß auf die Bezirksliga!“

Saison 2016/17

VfR Ebel

Transfers

Zugänge
Volkan Sahin (Fortuna Bottrop), Hakan Dönmez (TuS Fichte Lintfort), Alessandro Murtino (Arminia Lirich), Joey Horn (Barisspor Bottrop), Danny Buttenbruch (Arminia Klosterhardt II), Hasan Harputlu (VfB Bottrop II), Junil Lee (Gastspieler aus Korea), Iskender Bayram, Oktay Cin (beide Sterkrade 06/07)

Abgänge
Samet Kanoglu (Viktoria Heiden)

Kader

Torwart
Ridvan Istek, Burak Candir

Abwehr
Andreas Bonnemann, Turgut Senyüz, Sahin Urtenur, Zeynel Akbal, Irfan Istek, Ali Hazar, Iskender Bayram, Junil Lee

Mittelfeld
Sükrü Akgündüz, Marvin Höner, Oktay Semiz, Oktay Cin, Hasan Harputlu, Volkan Sahin, Mehmet Senyüz, Merdan Senyüz, Alessandro Murtino, Joey Horn, Danny Buttenbruch, Nuroj Aldur

Angriff
Emre Kilic, Sercan Istek

Testspiele

16.7. Sterkrade-Nord 2:8
20.7. Concordia Wiemelhausen 0:6
24.7. BW Oberhausen II 9:0
26.7. SF 08/21 Bottrop -:-
30.7. SC 20 Oberhausen -:-
31.7. Arminia Klosterhardt II -:-