Marcel Cornelissen: "Wollen uns etablieren!"

Anders als bei der Rentforter Zweitvertretung blickt man bei der Erstvertretung gerne auf die vergangenen Jahre, vor allem aber auf die letzte Spielzeit zurück. Das Team von Trainer Marcel Cornelissen feierte in der Saison 2015/2016 im Aufstiegsspiel gegen Genclerbirligi Resse den Aufstieg in die Bezirksliga und stellt somit fortan das zweithöchstspielende Gladbecker Team. Von Anfang an gab es für Trainer Cornelissen, welcher von Marc Schäfer unterstützt wurde, nur ein Ziel: Der Klassenerhalt. Auch als die Gladbecker nach fünf Spieltagen auf dem ersten Tabellenplatz standen, wurden keine großen Töne gesprochen. "Das ist nur eine Momentaufnahme. Das Ziel ist weiterhin der Klassenerhalt", so Schäfer vor einem knappen Dreivierteljahr.

André Marcussen steht nun neben Cornelissen an der Linie

Der Lauf setzte sich fort und eigentlich erlaubte man sich nur wenig Ausrutscher. Die Rentforter begeisterten die eigenen Fans mit viel Spielwitz und schnellem Kurzpassspiel, vor allem aber mit vielen Torspektakeln. Auch wenn es am Ende zehn Zähler Rückstand auf den späteren Meister waren: 18 Siege aus 28 Spielen und eine Punktzahl von 58 lassen sich definitiv sehen. Es reichte für den dritten Tabellenplatz. Und mit dem Thema Abstieg hatten die Rentforter zu keiner Sekunde der Saison etwas zu tun. Mit 83 Toren stellte der BVR am Ende der Saison die beste Offensive der Liga und schoss damit im Schnitt fast drei Tore pro Spiel. Auch ein Wert, der sich als Aufsteiger definitiv mehr als sehen lassen kann. In Erinnerung bleibt sicherlich der zehnte Spieltag, als es gegen den damaligen Tabellenführer SF Stuckenbusch ging. In der ersten Halbzeit gingen die Rentforter an der heimischen Hegestraße mit 0:2 in Rückstand. Doch in der 45. Minute, kurz vor dem Pausenpfiff, traf der BVR gleich doppelt und glich zum 2:2-Pausenstand aus, ehe man nach Seitenwechsel in den Minuten 48 und 51 das Ergebnis mit 4:2 komplett auf den Kopf stellte. Am Ende gewann die Cornelissen-Elf mit 7:3. Mann des Tages: Torjäger Dominik Stukator, der an dem Tag vier Tore schoss. Eben dieser wurde am Ende der Saison mit 25 Toren sogar Torschützenkönig der Bezirksliga. Dabei stand er nur in 24 von 28 Spielen auf dem Platz. Dieses Spiel ist aber nur eines der vielen Highlights der vergangenen Saison und darauf möchte man aufbauen. Doch es gibt einen für Rentforter Verhältnisse großen Umbruch.

Denn: Mit Dominik Menze, Fabian Krämer, Tim Heinsen und Björn Hinz verlassen gleich vier Spieler die Rentforter Erstvertretung. Menze beendet seine Karriere, Krämer geht in die eigene dritte Mannschaft, während es für Tim Heinsen nach RW Deuten geht. Wohin Björn Hinz wechselt, ist berufsbedingt noch nicht gewiss. Doch Cornelissen verpflichtete auch ein paar neue Spieler. Am Bekanntesten ist wahrscheinlich Phillip Potratz, der von der dritten Mannschaft in die erste Mannschaft kommt. "Er hat keinen Schichtdienst mehr und hat nochmal richtig Bock anzugreifen", so Cornelissen. Auch die Neuzugänge Lars Wulfert, Tim Strohmeier und Tobi Discher vom VfL Grafenwald sind alles andere als unbekannt. Discher wird jedoch verletzungsbedingt noch eine Zeit lang fehlen. Ein neues Gesicht gibt es auch auf der Trainerbank: Neben Marcel Cornelissen wird künftig André Marcussen stehen, welcher den Gladbecker Amateurfußball bereits bestens aus seiner Trainertätigkeit bei Preußen Gladbeck kennt. Nur wohin soll die Reise in dieser Saison gehen? Cornelissen weiß, dass der dritte Platz aus dem Vorjahr nicht zu wiederholen sein wird, doch er möchte sich etablieren. Er möchte mit seinem Team fest in der Bezirksliga bleiben und das für lange Zeit. Cornelissen: "Wir wollen nichts mit dem Abstieg zu tun haben und uns im besten Fall auf einem einstelligen Tabellenplatz wiederfinden." Erste Testspielergebnisse zeigen aber, dass auf Cornelissen und Marcussen noch viel Arbeit wartet.

Auf’m Platz sprach mit Trainer Marc Schäfer

Auf’m Platz: "Hallo Corne! Was für eine Saison! Schaut man gerne auf die letzte Saison zurück?"
Cornelissen: "Definitiv! Es war eigentlich so gut wie alles überragend. Hätte uns das jemand vor der Saison gesagt, hätten wir natürlich sofort unterschrieben. So ärgert es ein wenig, dass wir den Kampf um den Aufstieg, obwohl dieser für den Verein definitiv nicht gut gewesen wäre, nicht noch ein wenig spannender gemacht haben."

Auf’m Platz: "Woran lag das? Was waren die Gründe?"
Cornelissen:"Wenn wir mit dem Engagement der Hinrunde in die Rückrunde gegangen wären, hätten wir das geschafft. Mit 80% Engagement schafft man das aber nicht. Wir haben direkt zu Beginn der Rückrunde drei Spiele nicht erfolgreich gestalten können und so ergibt sich am Ende der zehn Punkte Abstand auf Platz eins von selbst. Hätten wir da gepunktet, wäre es sicherlich spannender geworden."

Auf'm Platz: "Sechs Zugänge stehen vier Abgängen gegenüber. Für Rentforter Verhältnisse ist das ein großer Umbruch. Steht der Kader nun komplett?"
Cornelissen: "Eventuell wollen wir noch was machen, aber da ist noch nichts in trockenen Tüchern. Für viele Vereine wäre das ganz normal, wenn im Sommer Spieler kommen und auch Spieler den Verein verlassen. Für uns ist das eher unüblich, aber die neuen integrieren sich super. Wegen Verletzungen sind leider noch nicht alle im Training, aber es passt. Tim Strohmeier entwickelt sich als Leader im Mittelfeld, Lukas Siska hat einfach eine absolut gut Ballsicherheit und Lars Wulfert ist ein sehr unangenehm, giftiger Gegenspieler, dem man wirklich anmerkt, dass er sich in Rentfort durchsetzen will."

Auf'm Platz: "Auch mit André Marcussen hast du einen neuen Trainerkollegen an deiner Seite, nachdem dort viele Jahre Marc Schäfer stand. Wie läuft die Zusammenarbeit?"
Cornelissen: "Da bin ich absolut zufrieden. André unterstützt wo er kann und wir sind in einem sehr, sehr guten gemeinsamen Austausch."

Auf'm Platz: "Nach dem sensationellen dritten Platz im letzten Jahr bleibt die Frage nach der Zielsetzung im neuen Jahr nicht aus. Wie lauten die Ziele?"
Cornelissen: "Wir sind uns bewusst, dass wir es nicht erneut dahin schaffen, wo wir im letzten Jahr waren. Dafür fehlen einfach die finanziellen Möglichkeiten, wenn man sieht, wie sich andere Vereine verstärken. Das sieht man doch schon in der Bundesliga. Da spielt Freiburg ein Jahr in der Europa-League und zittert ein Jahr später wieder um den Klassenerhalt. Und wir sind eher der SC Freiburg als Borussia Dortmund. Wir wollen aber mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben und peilen einen einstelligen Tabellenplatz an."

Saison 2017/2018

BV Rentfort

Transfers

Zugänge:
Philipp Potratz (eigene dritte Mannschaft), Lars Wulfert, Tim Strohmeier, Tobias Discher (alle VfL Grafenwald), Lukas Siska (SSV Buer), Davin Wendlandt (SC Hassel A-Jugend),

Abgänge:
Dominik Menze (Karriereende), Fabian Krämer (eigene dritte Mannschaft), Tim Heinsen (RW Deuten), Björn Hinz (unbekannt)

Kader

Tor:
Martin Kyas, Justin Kirstein, Jan Hülskemper

Abwehr:
Lars Wulfert, Mirko Hülskemper, Patrick Draxler, Philipp Schulte im Walde, Sebastian Blume, Tim Heer, Tobias Danelzik, Yannick Wellhöner, Tobias Stukator

Mittelfeld:
Alexander Deucker, Davin Wendlandt, Dominik Stukator, Henri Ivens, Jesse Hajder, Julian Steinhaus, Lennart Dickmann, Lukas Siska, Nico Haufe, Felix Nizeyimana, Tim Strohmeier

Sturm:
Maurice Schmidt, Phillip Potratz, Tobias Discher

Testspiele

09.07.Blitzturnier Preußen Gladbeck3. Platz
13.07. SV Lippramsdorf3:3
16.07Adler Weseke2:2
23.07.RW Deuten2:1
29.07.BV Herne-Süd-:-
30.07.BV Brambauer

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06.08.TuS Haltern II-:-