Schiedsrichter: Cedric Gottschalk kommt in der A-Jugend Bundesliga zum Einsatz

Erstellt von Andreas Temming | |   KAT_Batenbrocker Ruhrpott Kicker

In einer neuen Staffel wollen wir euch die Schiedsrichter aus dem FVN-Kreis Oberhausen/Bottrop näher vorstellen. Den Anfang machen wir mit Cedric Gottschalk, der in der kommenden Saison in der A-Jugend Bundesliga zum Einsatz kommt.

Auf'm Platz: "Hallo Cedric. Aufmplatz möchte die Schiedsrichter vom FVN-Kreis Oberhausen/Bottrop vorstellen. Stelle dich bitte kurz persönlich selbst vor."

Cedric Gottschalk: "Hallo liebes Aufmplatz Team, mein Name ist Cedric Gottschalk, ich bin 20 Jahre alt und seit 2012 gehört das Schiedsrichterwesen zu meinen absoluten Leidenschaften. Schiedsrichter gehören auch einem Verein an, so pfeife ich für die Batenbrocker Ruhrpottkicker. Neben dem Sport mache ich ein duales Studium und unternehme viel mit meinen Freunden."

Auf'm Platz: "Wie kamst du dazu Schiedsrichter zu werden und hast du selber auch aktiv in einem Verein gespielt?"

Cedric: "Fußball gespielt habe ich immer nur hobbymäßig und das auch nicht besonders gut. Da mich der Fußball aber schon immer begeistert hat, habe ich mich nach einem Gespräch mit einem Schiedsrichterkollegen mit 14 Jahren dazu entschieden, den SR-Schein zu machen. Anfangs motivierte mich auch besonders der freie Zugang zu allen Bundesligaspielen und das kleine Taschengeld."

Auf'm Platz: "Wie siehst du Deine vergangene Saison? Bist du in der kommenden Saison aufgestiegen bzw. in welcher Liga leitest du Spiele und wo wirst du als Assistent eingesetzt?"

Cedric: "Mit der vergangenen Saison bin ich insgesamt sehr zufrieden, auch wenn ich weiß, dass sich Verbesserungspotenziale gezeigt haben. In meinem ersten B-Jugend Bundesliga Jahr durfte ich viel Neues erleben. Das waren wirklich tolle Wochenenden, die alle samt eine Menge Spaß gemacht haben. Aber auch die Spiele im Seniorenbereich haben Langeweile nie aufkommen lassen. Die Gemeinschaft, auch kreisübergreifend, ist im Schiedsrichterwesen super, so dass das jährliche SR-Masters, die Verbandsfahrt nach Heidelberg oder verschiedene Lehrgänge einige Highlights bildeten. In der neuen Saison freue ich mich dann Spiele in der Oberliga Niederrhein und A-Jugend Bundesliga leiten zu dürfen. Als Assistent hoffe ich auf Einsätze in der Regionalliga."

Auf'm Platz: "Welche Ziele hast du dir für die kommenden Jahre gesetzt? Sprich in welcher Liga ist dein Ziel mal ein Spiel zu leiten?"

Cedric: "Sowohl im Jugend- als auch im Seniorenbereich stehe ich vor neuen Herausforderungen. Daher gehe ich nicht mit einem klaren Platzierungsziel in die Saison. Ich möchte mich vor allem persönlich als Schiedsrichter weiterentwickeln und in den neuen Ligen Fuß fassen. Wenn die harte Arbeit dann auch noch Früchte tragen wird, würde ich mich natürlich freuen. Auch wenn die Spitze der Schiedsrichter in den oberen Klassen immer enger wird, möchte ich natürlich gerne höher kommen. Ich werde jedenfalls ehrgeizig und motiviert an die neuen Aufgaben herangehen und vielleicht gelingt mir mit der entsprechenden Portion Glück auch der ein oder andere Aufstieg."

Auf'm Platz: "Gab es ein besonderes Highlight in deiner bisherigen Laufbahn als Schiedsrichter?"

Cedric: "Einige. Beispielhaft würde ich mein Jugend Bundesliga Debüt in Leverkusen oder meinen Assistenteneinsatz beim Cup der Traditionen in der MSV Arena nennen."

Auf'm Platz: "Wie bereitest du dich persönlich auf deine Einsätze als Schiedsrichter vor?"

Cedric: "Ein paar Tage vor dem Spiel beschäftige ich mich intensiver mit den Mannschaften. Mit meinen Assistenten oder auch meinem Coach überlege ich mir oft Strategien, wie wir als Team ein Spiel angehen können. Zwischen den Spieltagen gilt es natürlich fit zu bleiben, so dass ich versuche meinen Trainingsplan nachzukommen, was zugegebenermaßen nicht immer gelingt. Ein Schiedsrichter hat in einem Spiel viele Tempowechsel, so dass ich im Training nun vermehrt Intervalle laufe."

Auf'm Platz: "Hast du gewisse Rituale entwickelt, welche dir vor jedem Spiel Glück bringen sollen?"

Cedric: "Feste Rituale habe ich, denke ich, nicht. Aber ein paar Minuten vor Anpfiff brauche ich dann doch etwas Zeit für mich und gehe nochmal in mich, um mich zu konzentrieren".

Auf'm Platz: "Wie würdest du Personen davon überzeugen Schiedsrichter zu werden und was würdest du diesen mit auf den Weg geben?"

Cedric: "Ich würde jedem raten, der Spaß am Fußball hat und das Spiel gerne aus einer anderen herausfordernden Sicht miterleben will, einen SR-Schein zu machen. Die Gemeinschaft und die Erlebnisse im Schiedsrichterwesen machen Spaß und sind auch für die persönliche Entwicklung hilfreich. Man verbessert seine Persönlichkeit im Treffen von Entscheidungen, wird durchsetzungsstärker und selbstbewusster, das kann auch beispielsweise im Job helfen. Einem SR-Neuling würde ich empfehlen sich in der Anfangszeit nicht abschrecken zu lassen und erst einmal eine gewisse Zeit an dem Hobby festzuhalten. Auch ich habe erst nach einer gewissen Zeit den Spaß an der Sache gefunden, den ich heute beim Schiedsrichterwesen erlebe."

Auf'm Platz: "Hast du als Schiedsrichter ein persönliches Vorbild?"

Cedric: "Kampka oder Cakir, die sind genau so klein wie ich. Nein, ein wirkliches Vorbild habe ich nicht. Ich schaue mir von vielen Schiedsrichtern etwas ab, was zu mir passt und mir gefällt."

Auf'm Platz: "Wie bereitest du dich (auch im SR-Team) auf ein Spiel vor. Wann bist du am Platz, welche Aufgaben sind dann zu erledigen, führst du Gespräche vor einem Spiel mit den beiden Trainern?

Cedric: "Als SR-Team reisen wir immer frühzeitig an, meist 90 Minuten vor Anstoß. Oft werden wir dann schon von einem Betreuer erwartet, der uns unsere Kabine zeigt und uns freundlich empfängt. Jedes SR-Team hat sicherlich ihren individuellen Ablauf. Ich gehe mit meinem SR-Team zunächst auf den Platz, um mir ein erstes Gefühl zu verschaffen und die Netzkontrolle etc. durchzuführen. Auf dem Platz stimmen wir uns auch noch einmal explizit auf das Spiel ein und gehen grundlegende und besondere Abläufe im Team durch. Den Verantwortlichen stellen wir uns auch vor. Meist ergibt sich dies spätestens beim Erfragen der Trikotfarben. Dort wollen wir aber auch nicht allzu lange stören, weil die Mannschaften genauso in eine Konzentrationsphase gehen wie wir auch. Nach einem kurzen Gespräch mit unserem Beobachter gehen wir uns dann ca. 30 min. vor Anstoß warm machen. Dann fehlen nur noch die Spieler auf der Notizkarte vom ausgedruckten Spielbericht, anschließend geht’s auch endlich raus auf dem Platz zum Anpfiff.

Auf'm Platz: "Was ist das Wichtigste, was ein Schiedsrichter auf dem Platz auszustrahlen hat und welche Stärken sind für einen Schiedsrichter enorm wichtig?

Cedric: "Ein Schiedsrichter trifft enorm viele Entscheidungen auf dem Feld, daher sollte er souverän, berechenbar und unaufgeregt agieren. Klar ist, dass man es nie allen Beteiligten recht machen kann, deshalb darf ein Schiedsrichter, wie ich finde, auch mal Verständnis für Emotionen haben, solange diese sich in einem respektvollen Rahmen halten. Seine eigene Sichtweise als Schiedsrichter zu erklären hilft dabei oft um Differenzen bei Seite zu legen. Dazu kommt natürlich, dass ein Schiedsrichter topfit sein muss, um dem immer schneller werdenden Spiel gerecht zu werden. Regelkenntnis ist dazu natürlich unabdingbar. 

Auf'm Platz: "Wie wichtig ist die ständige Weiterbildung für einen Schiedsrichter ?

Cedric: "Sehr wichtig! Genau wie sich Fußballer durch verschiedenste Trainingsmaßnahmen weiterentwickeln, müssen wir Schiedsrichter auch ständig an uns arbeiten. Schulungsabende sind ein wichtiger Teil davon. Gut finde ich an Schulungsabenden vor allen den Austausch mit anderen SR-Kollegen. Aber die Schulungen eignen sich auch besonders, um alle Teilnehmer durch z.B. Videoszenen auf eine einheitliche Linie zu bringen.

Auf'm Platz: "Wie schwer wiegt die Angst im Hinblick auf die Persönlichkeit der Schiedsrichter eine mögliche falsche Entscheidung zu treffen?

Cedric: "Bei mir überwiegt die Freude ein Spiel zu leiten, ich würde nie von Angst sprechen, sonst hätte ich das falsche Hobby gewählt. Es gibt immer Spiele, vor denen ich angespannt und besonders konzentriert bin, das legt sich dann aber mit dem ersten Pfiff. Auch in den ersten Spielen als neuer Jung-SR sollte man nie „Angst“ haben oder zu nervös sein. Die ersten Partien geht man als Schiedsrichter nie alleine an. Es ist immer ein Pate dabei, der wertvolle Tipps gibt und die anfänglichen Unsicherheiten von einem nimmt. Und auch wenn im Spiel mal etwas nicht so rund gelaufen ist, weil wir Schiedsrichter auch nur Menschen sind und Fehler machen, ist nach dem Spiel, wenn sich alle Gemüter beruhigt haben, die Lage wieder entspannt und fußballerisch freundschaftlich.

 

Fotoquelle: waz.de

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