Coronavirus: Wie gehen unsere Amateure damit um?

Der Coronavirus stellt aktuell so gut wie die ganze Welt auf den Kopf. Den Profifußball hat es bereits erwischt, es hagelt Spielabsagen und Geisterspiele. Besonders Dritt- und Regionalligisten leider unter der Situation, da sie auf Zuschauereinnahmen angewiesen sind. Wir wollten wissen wie viel Einfluss der Virus auf unsere Amateure nimmt.

In Bottrop ist das Thema längst angekommen. Drei Coronafälle wurden bereits bestätigt und einige Veranstaltungen wurden abgesagt oder verschoben. Die Meinungen in den sozialen Medien gehen auseinander, von vielen wird der Virus verharmlost, andere wiederum sorgen sich und treffen Vorkehrungen. Die Sport- und Fußballwelt steht Kopf, im Ice-Hockey wurden die Playoffs abgesagt und bei den Bundesliga Partien bleiben die Ränge leer. In Gelsenkirchen haben die Verantwortlichen bereits gehandelt und auf den städtischen Platzanlagen dürfen Spiele nur noch unter Zuschauerausschuss ausgetragen werden.

Doch in wie weit ist der Virus bei unseren Amateuren in Bottrop und Oberhausen angekommen? Treffen Sie Vorkehrungen und wenn ja welche? Und was hat sich vielleicht geändert in Bezug auf Spiele oder Trainingseinheiten? Wir haben die Meinungen einiger Trainer und Vereinsverantwortlichen aus Bottrop und Oberhausen zusammengetragen.

Anton Martin, Spielertrainer SF 08/21 Bottrop:
„Es ist ja im Moment überall in den Medien und hat uns ja tatsächlich in NRW schon erreicht. Natürlich ist das bei uns auch ein Thema und das ist auch sehr ernst zu nehmen. Wir haben aber bis jetzt weiter gemacht ohne großartig in Panik zu verfallen. Was der Profifußball im Moment mit den Geisterspielen erfährt, ist natürlich nicht schön, aber wir spielen Woche für Woche vor Geisterpublikum.“

Ramazan Karakus, Trainer Welheimer Löwen:
„Natürlich ist das auch bei uns im Verein ein Thema. Man versucht schon ein Handschlag zu vermeiden, nach dem Motto, dass eine nette Begrüßung genügt. Aber eine komplette Vorkehrung zu treffen in einer Mannschaft, wo man nach dem Training oder Spiel gemeinsam unter der Dusche steht ist doch relativ schwer.“

Sascha Bialas, Trainer SV Rhenania Bottrop, A-Jugend:
„Ich persönlich bin noch nicht in Corona- Panik. Ich versuche zwar auf das übliche Händeschütteln zu verzichten und gebe das auch meinen Spielern so an die Hand. Auch bin ich der Meinung, dass vor dem Spiel auf die Begrüßung per Handschlag verzichtet werden sollte. Auch das Teilen des Pausenwassers sollte man als Verein bedenken. Entweder sollte für jeden Spieler eine eigene 0,5l Wasserflasche ausgeteilt werden oder halt gar kein Wasser und jeder Spieler muss sich sein Wasser selbst mitbringen. Spieler, die grad kränkeln, bitte ich nicht zum Training zu erscheinen. Von Spielabsagen halte ich aber, noch, gar nichts.“

Mevlüt Ata, Trainer FC Bottrop:
„Gesundheit geht immer vor und deswegen sollte man es immer ernst nehmen. Gerade wenn es um Mitmenschen geht, die vielleicht ein schwächeres Immunsystem haben. Nichts desto trotz sollte man ruhig bleiben und nicht alles auf den Kopf stellen.“

Daniel Pietryszek, Trainer SV Bottrop 1911:
„Wir sehen uns für mögliche Lieferengpässe des flüssigen Goldes gewappnet. Alles andere können wir nicht beeinflussen, haben jedoch den Kartenvorverkauf gestoppt und werden bei 999 Zuschauer die Tore schließen.“

Patrick Wojwod, Trainer VfB Bottrop:
„Wir sollten das Thema schon ernst nehmen, nur dann mit einer klaren Struktur und nicht konsequent inkonsequent sein. Menschen treffen in Bus und Bahn aufeinander. Stadien werden jetzt ohne Zuschauer sein, was war denn am letzten Spieltag? Daher bitte richtig und mit voller Konsequenz für alles.“

Daniele Lepori, Trainer VfB Bottrop II:
„Bis jetzt muss ich sagen halten wir das Thema relativ weit weg von uns und versuchen so normal wie möglich miteinander umzugehen. Natürlich ist es eine Sache, die nicht unterschätzt werden darf. Und so wie überall gehen auch bei uns die Meinungen da auseinander, was stand jetzt aber keinen Einfluss auf Training oder Spiel hat. Wie weit es noch geht und welche Auswirkungen für den Amateurbereich folgen, liegt ohnehin nicht in unserer Hand. Also harren wir der Dinge die kommen und waschen uns bis dahin immer artig die Hände. Aber es wird mit Sicherheit noch was kommen, was den Spielbetrieb beeinflussen wird.“

Marko Schmidt, Trainer Adler Oberhausen:
„Wir gehen ganz normal mit allem um. Das einzige was wir nicht mehr so intensiv machen ist das abklatschen oder ähnliches.“

Matthias Pech, Trainer FC Bottrop II:
„Ich mach mir eigentlich keine großen Sorgen. Aber klar ist das Virus auch bei uns Thema. Wir verzichten größtenteils aufs Händeschütteln.“

Sven Tappeser, Trainer BW Fuhlenbrock:
„Aktuell haben wir noch keine Maßnahmen ergriffen. Wir schauen zunächst wie sich das Thema weiter entwickelt. Der Gesamtvorstand wird es in der nächsten Woche in ihrer Sitzung intensiv behandeln. Da nun auch der erste Verdachtsfall in Bottrop aufgetreten ist, verfolgen wir dies natürlich nachdrücklich. Bisher hatten wir aber keine Anzeichen innerhalb des Teams“

Ümit Ertural, Spielertrainer SC 20 Oberhausen:
„Natürlich ist es auch Thema bei uns. Fast in jeder Einheit tauscht man sich aus über Neuigkeiten. Man ist natürlich besorgt aber bei uns hat sich in der Verhaltensweise untereinander beim Spiel oder Training noch nichts geändert. Trotzdem ist man natürlich generell etwas vorsichtiger.“

Udo Hauner, Trainer Adler Osterfeld:
"Der Virus ist in unserem Bezirk hier sehr bedeutend und wir machen uns alle große Sorgen, was man ändern soll oder wie man vorgehen kann. Vom Händewaschen haben wir natürlich alle schon gehört. Die Fragen, die wir uns alle stellen, sind wir lange werden wir dieses Virus haben? Wann wird es bekämpft oder kann bekämpft werden? Zu dem Millionengeschäft Bundesliga will ich aber nichts sagen, das interessiert mich schon seit Jahren nicht mehr. Ob die spielen oder nicht, interessiert mich wirklich nicht."

Sven Kottwitz, Trainer SV Fortuna Bottrop II:
„Ja wir sind schon vorsichtiger geworden. Aber wir verfallen jetzt nicht alle in Panik und raten nicht allen zu Hamsterkäufen. Man beschäftigt sich schon mit dem Coronavirus. Allerdings sollte dieser jetzt nicht ein Dauerthema bei uns auf der Platzanlage sein.“

Matthäus Bogdan, Geschäftsführer VfR Polonia Ebel:
„Grundsätzlich nehmen wir die Situation ernst, achten aber dennoch auf das nötige Maß. Wir möchten innerhalb sowie um den Verein herum keine unnötige Unruhe aufkommen lassen. Hierbei richten wir uns auch nah an den Empfehlungen des FVN.“

Autor: Peter Piotrowski