Kreisliga A: GA Sterkrade und FC Sterkrade trennen sich in einem packenden Derby 4:4

In einem packenden Kellerderby trennten sich Glück-Auf Sterkrade und Sterkrade 72 nach zwei völlig verschiedenen, mitunter wilden Halbzeiten unentschieden 4:4. Die Gäste verspielten eine Drei-Tore-Führung und konnten in der Nachspielzeit noch den Punktgewinn verbuchen.

 

Kreisliga A
Spielbericht
 

GA Sterkrade - FC Sterkrade 72 4:4 (1:3)
Das Sterkrader Stadtteilderby stand zu Beginn vollumfänglich im Zeichen des Fehlstarts, beide Mannschaften konnten noch keinen Saisonsieg einfahren, Glück-Auf erkämpfte sich bis heute drei Unentschieden, die Gäste teilten zweimal die Punkte. Alles andere waren Niederlagen, heute traten beide zum Turnaround an. Dieser gelang zunächst den 72ern, schon in der fünften Minute brachte Faton Hyseni das Tabellenschlusslicht in Front. Bei den Hausherren war die Verunsicherung durchaus zu spüren, die erste Halbzeit dominierte 72 und erhöhte nach 20 Minuten durch Gentrit Bajraj auf 2:0. Es spielte nur eine Mannschaft und die scheiterte mehrfach bei guten Offensivaktionen mit besten Chancen. Erst kurz vor dem Seitenwechsel stellte Schwertfeger sehenswert auf 0:3, ein längst überfälliger Treffer. "Die erste Halbzeit waren wir komplett neben der Spur, mit 0:3 waren wir noch gut bedient", gab GA-Trainer Marco Allekotte ehrlich zu, "der Treffer zum 1:3 fiel komplett aus dem Nichts." Doch er fiel, Mike Knauf nutzte einen kapitalen Abwehrschnitzer aus und sorgte für leichte Abzüge einer tollen ersten 72-Hälfte. Trainer Willi Poulkous war ob des Auftritts sehr angetan. "Es war eine überragende erste Halbzeit, hatten gute Chancen, auch ein, zwei Tore mehr zu erzielen. Aber insgesamt ging die Pausenführung mehr als in Ordnung."

Nach Wiederanpfiff traten die Hausherren vollkommen anders auf, Allekotte stellte zweifach um in der Kabine und durfte unmittelbar den Anschlusstreffer bejubeln, Nico Gabriele traf zum 2:3 (49.). Einen weiteren Tiefschlag setzte es für 72 aufgrund eines Platzverweises für Bajraj, der als wichtige Defensivstütze nun fehlte. "Wir haben uns von der Unruhe anstecken lassen und mussten uns zu zehnt voll aufs Verteidigen konzentrieren. Das hat uns aus dem Konzept gebracht und wir haben uns so selbst geschlagen", so Poulkous. Lange Zeit hielten sie der Angriffswelle der nun spielbestimmenden Rot-Weißen Stand, dann musste Kevin Schwertfeger jedoch nach einem Zusammenprall mit schlimmer Knieverletzung raus und Sterkrades Führung glitt dahin. Binnen zehn Minuten drehte Tobias Ernst per Doppelpack das Match und auf einmal führte man trotz 0:3-Rückstand mit 4:3. "Wieder haben wir eine kräftezehrende Aufholjagd hingelegt, aber dann war der Stecker gezogen und wir waren zu passiv." Und so passierte das, was bei einem derart emotionalen Derby den Höhepunkt darstellte. In der achtminütigen Nachspielzeit nickte der erst kurz zuvor eingewechselte Sven Zeitler nach Eckstoß zum 4:4-Ausgleich. Gabriele wurde anschließend noch mit der Ampelkarte des Feldes verwiesen, am Spielstand änderte sich nichts mehr. "Es war ein extrem hitziges Derby, wir haben uns am Ende nicht aufgegeben, aber ob der ersten Halbzeit haben wir heute eigentlich zwei Punkte verloren. Wir müssen nächste Woche versuchen, den Bock umzustoßen", befand Poulkous. Sein Gegenüber Allekotte zog Parallelen zum 4:4 gegen Nord vor wenigen Wochen und ärgerte sich über die erste Hälfte. "Jedes Mal müssen wir erst zwei, drei Tore hintenliegen, bevor wir plötzlich aufdrehen und jede Woche Aufholjagden starten. Das müssen wir abstellen." Mit einem Schmunzeln fügte er hinzu: "An der Kondition liegt uns bei uns auf jeden Fall nicht." Es war ein brisantes, hitziges und sehr kurzweiliges Derby, dessen Ergebnis beiden nicht wirklich weiterhilft: 4:4!
Tore: 0:1 Faton Hyseni (5.) 0:2 Gentrit Bajraj (21.) 0:3 Kevin Schwertfeger (40.) 1:3 Mike Knauf (43.) 2:3 Nico Gabriele (49.) 3:3/4:3 Tobias Ernst (76./86.) 4:4 Sven Zeitler (90+2.)
Rote Karte Sterkrade 72 Gentrit Bajraj (55./Schlagen)
Gelb-Rote Karte GAS Nico Gabriele (90+2./wdh.Foulspiel)