Schleuse Trainer Hartwig Jondral: "Ich ziehe es bis zum Saisonende durch"

Der A-Ligist SuS 21 Oberhausen erklärte Trainer Hartwig Jondral am vergangenen Donnerstag, dass die Zusammenarbeit im Sommer beendet ist. Auf'm Platz hat mit Jondral und dem Verein gesprochen.

Am vergangenen Donnerstag fing Detlef Peters, der 1. Vorsitzende von SuS 21 Oberhausen, seinen Trainer Hartwig Jondral vor dem Training ab. Sie unterhielten sich unter vier Augen. Peters teilte mit, dass der Verein den Vertrag mit Trainer Jondral nicht verländern wird. Damit ist die Zusammenarbeit nach dieser Saison beendet. "Wir sind Hartwig unendlich dankbar, dass er den Aufstieg für uns möglich gemacht hat", sagt Sprecher Marco Potarzycki. "Im Sommer wollen wir aber andere Wege gehen und werden uns deshalb von Hartwig trennen." Jondral selbst war nach eigenen Aussagen ziemlich "buff", als ihm der 1. Vorsitzende die Entscheidung mitteilte. "Wir haben drei Jahre sehr erfolgreich zusammengearbeitet und auch in diesem Jahr ist noch alles möglich. Das hat mich sehr überrascht. Sportliche Gründe kann die Entscheidung eigentlich nicht haben." Aktuell steht der Aufsteiger mit 30 Punkten auf dem vierten Platz der Kreisliga A. 

Mehr als die Entscheidung selbst ärgert ihn aber die Art und Weise, wie ihm das mitgeteilt wurde. "Es war ein schlechter Stil, mir das direkt vor dem Training mitzuteilen - bei Minusgraden unter einem Vordach", so Jondral. "Ich hatte da nicht viele Worte übrig. Ich bin immer gut mit allen Verantwortlichen umgegangen und natürlich ist es irgendwann vorbei. Aber ich hätte mir einen anderen Stil gewünscht: ein vernünftiges Gespräch in einem ruhigen Raum." Sprecher Potarzycki war beim Gespräch zwar nicht dabei, sagt aber: "Das Gespräch war draußen, aber es war unter vier Augen. Natürlich hätte man reingehen können, aber die beiden haben das Gespräch in Ruhe geführt. Deshalb sehe ich das nicht so dramatisch." 

Sorgen, dass jetzt viele Spieler den Verein verlassen, macht sich Potarzycki nicht. "Die Jungs wissen, was sie bei uns haben. Sie fühlen sich hier einfach wohl. Diesen Ruf haben wir uns erarbeitet. Alex Kotz kommt nicht ohne Grund jetzt im Winter von Bezirksligist Adler Osterfeld zu uns zurück." Die ersten Gespräche mit Spielern werde der Vorstand in den nächsten Wochen führen. Jondral will die Saison auf jeden Fall zu Ende bringen und geht mit einem guten Gefühl. "Als ich hier 2016 angefangen habe, wollte niemand hierhin. Jetzt 2019 sieht das ganz anders aus. Ich habe einiges angestoßen und sie dürfen gerne mit meinem Plan weiterarbeiten." Er könne zufrieden sein, weil er eine gute Mannschaft hinterlässt - fußballerisch und charakterlich. "Ich bin zwar noch ein bisschen geschockt, aber jetzt mache ich es so, wie ich es den Jungs immer predige: Kopf hoch, Brust raus und dann im Sommer vernünftig verabschieden."