Vernunft und Fragezeichen - Stimmen zur vorzeitigen Winterpause

Wie der FLVW verkündete auch der FVN die vorzeitige Winterpause. Amateurfußballspiele wird es in diesem Jahr nicht mehr geben. Wir haben für Euch die Trainer und Funktionäre nach Ihren Meinungen gefragt. Unisono sind sie sich einig, dass es der richtige Schritt ist, sehen aber eine Fortsetzung der Saison fast als unmöglich.

Die vom Bund beschlossene Zwangspause für den November wurde sowohl vom FLVW wie auch vom FVN vorzeitig verlängert. Die Verbände läuteten die Winterpause ein und somit wird es weder am Niederrhein noch in Wetsfalen in diesem Jahr noch Amateurfußballspiele geben, unabhängig von den Regelungen des Bundes. Die Trainer aus Oberhausen und Bottrop haben diese Maßnahme schon befürchtet und halten diese auf Grund der Gesundheit auch durchweg für richtig. Große Fragezeichen tun sich allerdings bei den Übungsleitern auf, wenn es darum geht, wie und wann die Saison weitergeführt werden soll.

Der FVN hat bereits die Überlegung gemacht die Winterpause zu verkürzen und im Januar früher als geplant die Saison wieder aufzunehmen. Ob dieser Plan aufgeht, ist heute allerdings noch unklar. Abzuwarten bleibt die Entwicklung der Pandemie und die Maßnahmen des Bundes und der Länder. Zudem spielt auch das Wetter eine Rolle, denn sollte im Januar in Blick auf die Pandemie gespielt werden können, bleibt abzuwarten, was der Winter uns für ein Wetter bringt und ob die Platzanlagen dann bespielbar sind. Daher bleibt in der Hinsicht die Ungewissheit, die viel Platz für Spekulationen lässt. Die Übungsleiter befürchten viele englische Wochen oder gar einen Saisonabbruch - doch wie wird dann gewertet werden? Oder werden nur eine gewisse Anzahl an Spielen gespielt und es gibt eine vorzeitige Wertung? Alles Fragen, die momentan keiner beantworten kann. Fakt ist, dass es im Falle einer Fortsetzung ein echter Kraftakt wird die Saison bis Ende Juni durchzuspielen.

Wir haben für Euch mit Trainern und Funktionären aus Oberhausen und Bottrop gesprochen und die Meinungen zur vorzeitigen Winterpause eingeholt:

Patrick Wojwod, Trainer VfB Bottrop:
„Wenn ich ehrlich bin war es ja ab zu sehen und unter dem Strich kann ich damit gut leben.
Für uns wäre es sowieso nur ein Spiel gewesen, weil wir am letzten Spieltag spielfrei hätten, daher ist es zwar schade aber was sein muss, muss sein.
Hoffentlich geht die Planung des FVN auf und wir können ab Januar irgendwie wieder einsteigen.
Bis dahin muss es andere Dinge geben. Bleibt stabil bis 2021!“

Sven Kottwitz, Trainer Dostlukspor Bottrop:
„Uns war klar das nach der ersten Spielabsetzung wegen Corona bald eine längere Pause kommt. Denke das ist zum Schutz aller auch vernünftig. Wir verdienen alle nicht unseren Lebensunterhalt mit unserem Hobby. Wir wissen zwar nicht wie man die ganzen Spiele nachholen soll, glauben auch nicht dran, dass man nur englische Wochen spielen kann. Das wäre organisatorisch ein riesen Aufwand, der kaum machbar ist. Zumindest nicht bei einem Hobby.

Hendrik Biegiesch, Trainer RW Welheimer Löwen II:
„Ich halte die Pause im Großen und Ganzen schon für richtig, obwohl ich mir Gedanken mache wie es weitergehen soll. Jede Woche zwei bis drei Spiele das wird nicht gehen.

Roman Skowranek, Trainer SV Rhenania Bottrop II:
„Ich denke, die vorzeitige Winterpause ist in der derzeitigen Situation unausweichlich. Mir fehlt allerdings noch ein Konzept für die Nachholung der nun doch schon hohen Anzahl an ausgefallenen Spielen, das hatte man meiner Meinung nach schon jetzt mitliefern können, da ja seit längerem abzusehen war, dass das dieses Jahr sehr wahrscheinlich nicht mehr gespielt wird. Ich befürchte, dass beim Wiedereinstieg kaum noch Trainingsbetrieb möglich ist, weil fast täglich ein Pflichtspiel die Anlagen blockieren wird. Aber, wie schon gesagt, momentan ist die getroffene Entscheidung die einzige Option. Bei Weiterführung des Spielbetriebs hätte es durch positive Tests auch viele, dann kurzfristige Spielabsagen gegeben.“

Daniel Pietryszek, Trainer SV Bottrop 1911:
„Mal ehrlich alles andere wäre ja auch völliger Quatsch gewesen. Bis mindestens zum 29.11. sind die Anlagen zu sowieso zu, was auch den Rest des Jahres so bleiben wird. Ohne Training direkt im Dezember zu starten wäre unverantwortlich. Also einzig logische Entscheidung. Ich bin nur gespannt wie und ob es weitergeht.“

Sven Koutcky, Trainer VfL Grafenwald:
„Generell find ich die Absage Sportlich gesehen echt mies, aber Menschlich und Gesundheitlich ist es das beste was sie machen konnten. Ich bin nur mal gespannt, wie sie dass nächstes Jahr alles bewerkstelligen wollen oder wie das Ende nachher aussieht. Lassen wir uns überraschen. Bleibt alle Gesund.“

Mike Schweitzer, Trainer SV Vonderort:
„Diese Entscheidung vom Verband war ja abzusehen. Es hat mich nicht überrascht und ich halte diese Entscheidung für absolut richtig. Die Gesundheit der Spieler geht über alles. Ich persönlich habe mit der Entscheidung den Spielbetrieb einzustellen schon eher gerechnet. Wobei mir und meiner Mannschaft der Fußball fehlt. Für uns ist es auf Grund der Tabellensituation natürlich ein blöde Situation, da wir aktuell um den Aufstieg kämpfen. Aber man die Situation halt so nehmen wie sie ist und hoffen, dass es im neuen Jahr weiter geht.“

Marko Schmidt, Trainer BW Oberhausen:
„Im Grunde genommen war es ja absehbar, dass wir in diesem Jahr nicht mehr auf den Platz zurück kommen. Auf Grund der aktuellen Lage sicherlich eine richtige Entscheidung, weil nichts über der Gesundheit steht. Leider denke ich, dass es schwierig und auch stressig wird die restliche Saison über die Bühne zu bekommen. Es läuft auf viele Englische Wochen hinaus. Ob man dann dadurch immer Wettbewerbsfähig ist bleibt dahin gestellt, da viele Spieler unter der Woche dann berufsbedingt fehlen. Was anderes als jetzt abzuwarten bleibt uns leider sowieso nicht.“

Ramazan Karakus, Trainer RW Welheimer Löwen:
„Natürlich stellt uns die jetzige Situation uns vor einer grossen Herausforderung. Auch wenn die vorzeitige Winterpause für viele eine Enttäuschung darstellt, muss die Gesundheit unserer Spieler im Vordergrund stehen. Für alle Vereine wird es anschließend dann viele englische Wochen geben und das wird eine sehr grosse Herausforderung.“

Sebastian Stempel, Trainer SV Fortuna Bottrop:
„Die Entscheidung war zu erwarten und es ist auch nachvollziehbar, dass in diesem Jahr kein Fußball mehr gespielt wird. Ich denke es hätte wenig Sinn gemacht im Dezember irgendwie weiterzuspielen und dann wieder zu unterbrechen. Auf Grund der Entwicklung der Pandemie ist es denke ich vollkommen nachvollziehbar. Aus unserer Sicht ist es natürlich etwas schade. Wir waren gut drauf, sind gut gestartet und haben eine gute Hinrunde gespielt. Positiv ist natürlich, dass wir das Jahr auf dem zweiten Platz beenden.“

Dominik Wrobel, sportlicher Leiter SV Rhenania Bottrop:
„Für uns war es nach dem Lockdown schon klar, dass wir in diesem Jahr kein Fußball mehr spielen, so ist es nun auch bestätigt worden, was jetzt nicht ganz überraschend war. Schwierig ist das aber definitiv. Rein gesundheitlich betrachtet ist es wahrscheinlich die richtige Entscheidung, wobei ob der Amateurfußball jetzt für die hohen Infektionszahlen verantwortlich ist, ist fraglich, aber ich bin nicht in der Position das zu entscheiden. Wie man aber Medien und den Verbänden entnehmen kann, gab es im Sport wenig Infektionen und Infektionsketten, aber wir müssen die Entscheidung annehmen und akzeptieren. Auf Grund des guten Saisonstartes ist es für uns ziemlich ärgerlich. Wenn es im Januar überhaupt weitergeht, sind wir zweieinhalb Monate raus, dass ist länger als die Sommerpause. Wir müssen damit jetzt umgehen, wie das terminlich mit den Nachholspielen aussehen soll, kann ich mir noch nicht vorstellen. Ich hoffe wir kommen nach der Pause gut aus den Startlöchern und noch stärker zurück. Ich wünsche allen Sportvereinen in Bottrop, dass sie die Zeit gesundheitlich und wirtschaftlich überstehen und nach der Pause Ihrem Hobby weiter nachgehen können.“

Stuart Frericks, Trainer BSG Mengede:
„Ich finde es eigentlich relativ gut. So hast du jetzt etwas Planungssicherheit. Die Spieler können sich alle auf Weihnachten mit Ihren Familien konzentrieren und fokussieren und müssen nicht die Gedanken verschwenden, wann es weitergeht. So hat man jetzt den kompletten Dezember Zeit und Ruhe um zu schauen, wie es weitergehen soll. Schauen wir mal ob wir Im Januar wieder gegen den Ball treten können. Ich hoffe, dass wenn wir uns alle an die Regeln halten, wir gut über den Berg kommen und wieder etwas zur Normalität kommen, sodass wir auch wieder spielen und trainieren können.“

Daniele Lepori, Trainer VfB Bottrop II:
„Im Grund genommen ist es unerheblich, was irgendein Trainer davon hält, weil beeinflussen es sowieso keiner von uns. Es war abzusehen, dass im Dezember kein Fußball mehr gespielt wird, von daher ist es keine Überraschung. Für uns und den Verein kam der Abbruch zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, dass muss man aus sportlicher Sicht klar sagen. Im Endeffekt haben es andere zu entscheiden, es werden sich Leute Gedanken darüber gemacht haben. Ob es das richtige ist den Sport komplett lahm zu legen, dass sei mal dahingestellt. Aber natürlich geht die Gesundheit vor, wir werden sehen wie es weitergeht.“

Anton Martin, Spielertrainer SF 08/21 Bottrop:
„Es war bereits abzusehen, dass es so kommt. Die Infektionszahlen steigen stetig und da sollte man an das Wohl aller denken. Wir persönlich finden es auch richtig, dass es jetzt zur vorzeitigen Winterpause kommt. Wir hoffen, dass es im neuen Jahr besser wird und alle gesund bleiben.“

Geronimo Köllner, SG Kaprys:
„Ich denke, dass die vorzeitige Winterpause genau richtig ist. Da der Trainingsbetrieb mindestens bis Ende November ruht, waren die Spiele im Dezember eigentlich sowieso nicht realistisch. Die Planungssicherheit tut gut und ich glaube, dass man sich keinen Gefallen damit tut nur eine zweiwöchige Vorbereitung nach Weihnachten zu planen und dann sofort wieder in die Liga zu starten. Die englischen Wochen im Herbst haben im wahrsten Sinne des Wortes weh getan und trotz eines milden Oktobers zu vielen Muskelverletzungen geführt. Ein beinahe kalter Start im Januar ergibt für mich keinen Sinn. Lieber sollte die Hinrunde bie etwa April beendet werden und dann in Playoff-Format um die Auf- und Abstiegsplätze gespielt werden. Wenn dann das Wetter und Infektionsgeschehen auch wieder mitspielt und Zuschauer auf die Anlage dürfen, wären vielleicht auch die finanziellen Einbußen einiger Vereine zu mindern.“