VfB Bottrop II erklimmt Tabellenspitze

Die zweite Mannschaft des VfB Bottrop hat sich mit einem Last-Minute-Sieg gegen TSV Safakspor die Tabellenführung in der Kreisliga B geschnappt.

TSV Safakspor - VfB Bottrop II 1:2 (1:0)

Es war ein ganz packendes Spiel, ein Spitzenspiel, was schlussendlich alles zu bieten hatte. Tore, Platzverweise, Emotionen, Spannung und zwölf Minuten Nachspielzeit. Das am Ende der VfB die Nase vorne hatte war natürlich ein Stück weit glücklich, aber die Mannen vom Jahnstadion hatten Moral, machten einen Rückstand wett und schlugen am Ende zu. Als Dominik Meißner den Ball in der fünften Minute der Nachspielzeit in die Maschen schoss, gab es beim VfB kein halten mehr. Pure Emotionen, pure Freude, pure Erleichterung überschüttete die ganze VfB-Bank, die samt der anderen Spieler den Torschützen unter sich begrub.

„Das sind doch diese Spiele, für was man das alles macht. Und wenn es dann noch so ausgeht, ist es normal, dass einem die Emotionen überkommen. Im Positiven, wie im Negativen“, resümierte Trainer Daniele Lepori nach dem Spiel. Denn so groß die Freude im Lager des VfB nach Schlusspfiff war, so groß war die Enttäuschung bei den Gastgebern, die noch weiter mit dem Schiedsrichter diskutierten und sich nach Abpfiff sogar noch einen Platzverweis abholten. Der zweite an diesem Nachmittag. „Es war heute mit Sicherheit nicht alles rund, aber wir sind auch auf einen bärenstarken Gegner getroffen. Wir drehen das Spiel, zeigen Moral, glauben an uns und das macht das gesamte Trainerteam stolz“, freut sich Lepori über den Auftritt der VfB-Elf.

Aber der Reihe nach. Safakspor agierte zu Beginn forscher als erwartet, zunehmend kam der VfB aber rein und es entwickelte sich die kompletten ersten 45 Minuten ein offener Schlagabtausch. Große Chancen waren eigentlich absolute Mangelware. So musste ein grober Schnitzer in der VfB-Abwehr für die Führung der Gastgeber sorgen. Ein schon gesicherter Ball wurde ganz nach dem Motto „Nimm du ihn, ich hab ihn sicher“ weder von Teschke noch von Banko geklärt, Safakspor Spieler Serhat Erdogan sagte Danke und versenkte des Leder zum 1:0. Der VfB war bemüht Struktur ins Spiel zu bekommen, aber kam nicht so richtig in Schwung. Die letzten Pässe sollten allesamt nicht gelingen, auch für Gino Pöschl war es schwer ins Spiel zu kommen. So zog sich die ganze Sache bis in die Halbzeit, in der Gajda für Riesner kam um mehr Zugriff ins Spiel zu bekommen. Die erste Viertelstunde passierte quasi nichts. Auf beiden Seiten fehlte der Zug zum Tor. Das änderte sich nach rund einer Stunde, als Safakspor-Offensivmann Mert Öszoy wegen Beleidigung die rote Karte bekam und Safakspor fortan in Unterzahl agieren musste. Auf der Gegenseite mussten Lepori/Teichert Julian Banko vom Feld nehmen, der mittlerweile auch gelbrot gefährdet war. In Überzahl kam der VfB nun besser ins Spiel, wobei Safakspor auch zu Zehnt sehr schlau agierte. Die Speilanteile verlagerten sich aber immer mehr auf VfB-Seite und Gino Pöschl kam immer besser im Tritt. so auch beim Ausgleich, als er den Turbo zündete, auf Röhring rausspielte, den Doppelpass bekam und eiskalt mit rechts vollendete. „Was ein Jubel, da brachen schon alle Dämme“, so Pöschl nach dem Spiel. Und der VfB wollte jetzt mehr, wollte unbedingt die drei Punkte. Nach langer Unterbrechungspause ging es zehn Minuten später mit dem Spiel weiter, Röhring fasste sich ein Herz und sein fulminanter Schuss prasselte an den Pfosten. Das hätte die Führung sein können. Diese sollte dann aber in der fünften Minute der Nachspielzeit kommen, als sich Julian Mali über links durchsetzte, seine Flanke auf dem rechten Flügel bei Florian Röhring landete und dieser auf Meißner ablegte: 2:1! Es galt weitere sieben Minuten zu überstehen, in denen VfB-Keeper Benjamin Klug die Übersicht behielt und zur Stelle war wenn es brenzlich wurde. Bei zwei engen Entscheidungen hatte der VfB das nötige Spielglück, Safakspor forderte lautstark Elfmeter, doch die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm. "Es war eine enge Kiste, das Spiel hat all das erfüllt, was ein Spitzenspiel ausmacht. Wir haben das Dingen heute nicht unverdient gewonnen, es war ein typisches Spiel zweier Top-Mannschaften die aufeinandertreffen, mit dem vielleicht glücklicheren Ende für uns. Aber das interessiert am Ende keinen mehr", resümierte ein glücklicher Trainer Teichert. Nach Spielschluss kassierte auch noch Safakspor-Spieler Till Heilmann den roten Karton. Aber unabhängig davon grüßt der VfB nun erst einmal von der Tabellenspitze.

Tore: 1:0 Serhat Erdogan (23.), 1:1 Pöschl (71. Röhring), 1:2 Meißner (90.+5/Röhring).