VfB Bottrop II rüstet auf

Innerhalb weniger Tage hat das Trainerteam von VfB Bottrop II Teichert/Lepori die Personalplanungen für die kommende Saison abgeschlossen. Sieben Neuzugänge präsentierten die Verantwortlichen aus dem Jahnstadion. Darunter einen echten Hochkaräter mit Oberliga-Erfahrung.

Den Stein ins Rollen brachten die Trainer selbst, nachdem Sie dem Vorstand Ihre Zusage für die kommende Saison gaben. Als diese in trockenen Tüchern war, führten die emsigen Übungsleiter Gespräche mit allen Spielern aus dem aktuellen Kader. Wie wir bereits berichteten, haben alle Spieler der Zweitvertretung auch für die kommende Saison zugesagt. Doch darauf ausruhen wollten sich Alex Teichert und Daniele Lepori nicht.

Oberligaerfahrung für den B-Ligisten

Am vergangenen Dienstag ließ das Trainerduo dann die erste Bombe platzen. Vom SV Zweckel wechselt Alexander Tschalumjan in die Kreisliga B. Tschalumjan hat sich vorgenommen etwas kürzer zu treten und die Mannschaft zu unterstützen. Er bringt Oberligaerfahrung mit und hat in dieser Saison beim SV Zweckel in acht Spielen, acht Mal. In der kommenden Saison geht er dann im Dress des VfB Bottrop auf Torejagd.

Drei Fortunen verstärken den Kader

Doch Tschalumjan blieb nicht der einzige Neuzugang. Mit Adrian Marcinkowski, Dominik Haimann und Julian Banko wechseln gleich drei Spieler vom SV Fortuna Bottrop II ins Jahnstadion. Zudem kommen Oliver Koczy und Julian Jarzombek von den Welheimer Löwen und Sven Ingler vom SV Rhenania Bottrop.Nachdem das Duo Teichert/Lepori im vergangene Sommer vor dem Scherbenhaufen stand und einen kompletten Neuanfang wagte, ist das Zeichen nun deutlich, dass die Trainer noch lange nicht am Ende Ihrer Reise beim VfB Bottrop sind.

Wir haben mit Daniele Lepori über die Neuzugänge und die Zukunft gesprochen:

Auf’m Platz:„Wie schafft man es einen Spieler wie Alexander Tschalumjan von der Kreisliga B zu überzeugen?“
Lepori: „Als mir Alex sagte, dass sich Alex Tschalumjan ein Engagement bei uns vorstellen könnte, hielt ich es für völlig utopisch. Und ernsthaft, unter normalen Umständen würde Alex nicht in der Kreisliga B kicken. Zwei Faktoren haben dabei eine Rolle gespielt. Erstens der persönliche Kontakt, der über einen gemeinsamen Freund, René Podgorski, zustande kam. Zweitens ist Alex jetzt in einem Alter, in dem er keinem mehr was beweisen muss und er einfach nur den Spaß am Fußball wiederfinden möchte. Er ist davon überzeugt, dass er ihn bei uns wiederfindet, auch wenn er bisher niemals tiefer als Bezirksliga gespielt hat. Auch wir sind davon überzeugt, er war von dem Projekt angetan und da spielte es auch keine große Rolle, dass er demnächst in der B-Liga auf Torejagd gehen wird.“

Auf’m Platz: „Sind alle Zusagen unabhängig davon wann oder wie Saison fortgeführt wird?“
Lepori: „Ja! Wir sind ja allen an dem Punkt, wo wir nicht wissen wie und wann es weiter geht. Wir gehen alle davon aus, dass diese Saison nichts mehr passieren wird. So sind wird auch in die Gespräche gegangen und so sehen es auch die Neuzugänge.“ 

Auf’m Platz: „Durch Neuzugänge wächst der Kader in der Breite, wie wollt ihr alle bei Laune halten?“
Lepori: „Das ist ein Punkt der nach der Bekanntgabe der Neuverpflichtungen auch im jetzigen Kader diskutiert wird. Wir haben natürlich aus den vergangenen Monaten gelernt, weil wir personell am Stock gegangen sind. Gerade auch kurz vor der Corona-Pause sind wir absolut auf dem Zahnfleisch gegangen. Deshalb sehe ich keine Problematik darin alle bei Laune zu halten. Wir wissen wie lange eine Saison ist und jeder zum Zug kommt. Viele Dinge relativieren und lösen sich von selbst. Wir versprechen uns durch die größere uns stärkere Konkurrenz, dass wir den jetzigen Kader verbessern, jeder nochmal eine Schüppe drauf legt und das durch diesen Konkurrenzkampf entsprechend jeder einzelne stärker wird. Es wird kein Problem darstellen alle bei Laune zu halten.“

Auf’m Platz: „Was habt ihr euch für die kommende Saison als Ziel gesetzt?“
Lepori: „Ich gehe davon aus, dass diese Saison passee ist. Deshalb haben wir uns aktuell extrem um die neue Saison gekümmert. Letztes Jahr haben wir bei Null angefangen. Das Ziel für die neue Saison wird sein die positiven Anfänge weiter zu verstärken. Wir wollen weitere Automatismen in unsere Arbeit bringen und das Gefüge weiter zusammenbringen. Ich glaube wenn uns das gelingt, haben wir sportliche eine ganz gute Möglichkeit in der Kreisliga B eine gute Rolle zu spielen.“

Auf’m Platz: Durch die Verpflichtung der Neuzugänge geratet ihr in die Favoritenrolle, nehmt ihr diese an?“
Lepori: „Favoritenrolle hin oder her. Die wird von anderen bestimmt. Jeder sollte machen wie er will und seine Meinung vertreten. Wir wissen alle, dass viele einzelne gute Spieler nicht unbedingt ein gutes Team sind, aber wir haben jetzt schon eine sehr gute Basis. Deshalb kann es sein, dass uns der ein oder andere in die Rolle steckt. Ich sehe nicht den Druck, dass wir der absolute Favorit sind.“

Autor: Peter Piotrowski