Welheimer Löwen fürchten Folgeschäden

Die Coronapause macht nicht nur Selbstständigen und Gastronomen zu schaffen. Auch bei den Fußballvereinen ruht der Ball seit November bereits zum zweiten Mal. Die Welheimer Löwen fürchten Folgen für die Zukunft.

Geplant war eine Zwangspause im November, die sich bereits bis in den Januar verlängert hat. Ein Ende ist derzeit nicht in Sicht. Wie es mit der Fußballsaison weiter geht ist derzeit mehr als unklar. Viele glauben nicht mehr an eine Fortsetzung der derzeit pausierten Saison. Doch der Vorsitzende der Welheimer Löwen sieht zudem ein ganz anderes Problem: „Menschen sind Gewohnheitstiere“, erklärt Burak Akpinar. Damit möchte er auf die Gefahr hinweisen, dass ein Leben ohne Fußball und ohne Verein bei vielen zur Gewohnheit werden könnte. „Ich bekomme von vielen mit, dass Ihre Kinder den E-Sport und die Konsole für sich entdecken“, geht Akpinar ins Detail.  Vorwerfen kann er den Beteiligten nichts, schließlich seien alle in ihrer Freizeit beschränkt und müssten sich an die Regeln halten und suchen somit nach Alternativen. „Das Problem ist nur, dass wir wahrscheinlich nach der Pause viele E-Sportler haben werden, die aber nicht mehr aktiv auf den Platz wollen“, fürchtet der Vorsitzende um die Zukunft der Jugend. Auch der Sportbund sieht ähnliche Probleme und appelliert daher zwingend an die Vereine. „Die Vereine müssen den Mitgliedern klar machen, wie ernst die Lage ist und dürfen den Kontakt zu den Mitgliedern nicht verlieren“, erklärt Marco Buchheit vom Sport Bund.

Sponsoren und Mitglieder bleiben solidarisch.

Die Mitglieder sind derzeit eine von zwei tragenden Stützen an der Welheimer Straße. Den Vereinen wurden vom Sport- und Bäderbetrieb der Stadt Bottrop die Platznutzungsgebühren erlassen, jedoch haben sie neben diesen Gebühren auch weitere Ausgaben, die trotz der Pause weiterlaufen. „Die Mitglieder sehen aber das Problem und bei der Beitragszahlung sind wir auf einem guten Niveau“, freut sich Akpinar über die Treue. Des Weiteren können die Löwen auch in der aktuellen Zeit auf Ihre Partner zählen: „Wir haben gute Sponsoren, die auch in schwierigen Zeiten hinter uns stehen“, so der Vorsitzende.  Auch wenn die Welheimer sich finanziell somit für die Pause gewappnet haben, ärgert sich der Geschäftsführer Dirk Hillenbrand über das Vorgehen des Fußballverbandes: „Man könnte es alles etwas vereinfachen, damit auch kleine Vereine überleben. Beispielsweise könnten Strafen oder Abgaben erlassen werden.“ Einnahmen generieren die Vereine oftmals über den Verkauf im Vereinsheim an Trainings- und Spieltagen, der derzeit allerdings ausfällt. „Wenn keine Einnahmen da sind, kann man einige Kosten nicht decken“, schlussfolgert Hillenbrand.

Soforthilfen für Vereine

Der Sport Bund weist daraufhin, dass es für Vereine Hilfen vom LSB gibt, die allerdings nicht unbedingt jedem Verein zustehen. Beispielsweise gibt es die Soforthilfe für Vereine, die über das Förderportal des LSB beantragt werden kann. „Die Vereine müssen allerdings auch nachweisen, dass sie Engpässe durch Corona haben. Nur die Hand heben ohne einen offiziellen Antrag funktioniert nicht“, verdeutlicht Buchheit.

Weitere Informationen vom LSB findet Ihr hier:

https://www.lsb.nrw/medien/news/artikel/wiederaufnahme-des-sportbetriebs